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Champions-League-Reform: Das ändert sich ab der Saison 2024/25

07.11.2022, Schweiz, Nyon: Fu
Ab der Saison 2024/2025 müssen sich Spieler und Fans auf einige Änderungen in der Champions League einstellen.Bild: KEYSTONE / Laurent Gillieron
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Champions-League-Reform: Das ändert sich ab der Saison 2024/25 in der Königsklasse

14.02.2023, 10:35
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Die Weltmeisterschaft in Katar ist schon lange vorbei. Durch den ungewöhnlichen Zeitpunkt im Winter mussten die Profi-Herrenligen pausieren, so auch die Uefa Champions League. Bis Mitte Februar mussten sich die Fans gedulden, bis es mit den Spielen der Königsklasse weitergeht. Der Rest der Saison soll dann erst einmal wie gewohnt gespielt werden.

Ab der übernächsten Saison jedoch müssen sich Spieler und Fans auf einige Reformen einstellen. Im Mai 2022 wurde ein neues System beschlossen, das ab 2024/25 gelten soll. Dass es Neuerungen geben würde, wurde bereits ein Jahr zuvor, 2021, angekündigt. Damals war bekannt geworden, dass sich einige europäische Top-Klubs zu einer Super League zusammenschließen wollten, und der Uefa Champions League somit Konkurrenz machen würden. Aus diesem Vorhaben wurde, auch wegen zahlreicher Fan-Proteste, am Ende jedoch nichts. Für die Uefa war es trotzdem ein Zeichen, Änderungen vorzunehmen.

Mehr Mannschaften, ein anderes Spielsystem

Eine der wichtigsten Änderungen ist, dass ab der Saison 2024/25 künftig 36 statt wie bislang 32 Mannschaften gegeneinander antreten werden. Das gilt sowohl für die Champions League, also auch für die Europa League und die Europa Conference League.

Eine weitere Neuerung in der Champions League wird sein, dass das bisherige Format mit den Gruppenphasen abgeschafft wird. Stattdessen wird die Liga auf ein Tabellensystem, ähnlich zu dem der Bundesliga, umgestellt. Allerdings sollen die 36 Teams auf Setzlisten auf insgesamt vier Gruppen à neun Mannschaften aufgeteilt werden. Jede Mannschaft spielt einmal gegen jeden Gegner der Gruppe, hat demnach in der Vorrunde acht Spiele, vier Auswärts- und vier Heimspiele. Auch das Niveau der Teams soll so durchmischt werden.

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In der letzten Saison konnte Real Madrid den Wettbewerb für sich entscheiden.Bild: IMAGO images/Moritz Müller

Im Anschluss werden alle Ergebnisse in einer Gesamttabelle berücksichtigt und eingetragen. Die acht besten Mannschaften qualifizieren sich nach diesen acht Spielen direkt für das Achtelfinale. Die restlichen acht Plätze werden zwischen den verbliebenen Mannschaften auf den Tabellenplätzen neun bis 24 erspielt. Dies soll in einer ebenfalls neu eingeführten Play-Off-Runde mit Hin- und Rückspielen entschieden werden. Die Teams auf den Plätzen 25 bis 36 scheiden direkt nach der Vorrunde aus.

Viel mehr Spiele

Obwohl nur vier Mannschaften mehr in der Champions League mitspielen, erhöht sich die Anzahl der Spiele durch das neue System extrem. Bislang konnten Fußball-Fans 125 Champions-League-Spiele pro Saison genießen. In Zukunft wird es durch die Reform 225 Spiele geben, also ganze 100 mehr. Diese müssen auch zeitlich untergebracht werden: Im Dezember und Januar soll dafür künftig mehr Platz geschaffen werden.

Wer bekommt die vier zusätzlichen Liga-Plätze?

Einer der vier zusätzlichen Plätze geht in Zukunft an den Drittplatzierten des Verbandes, der in der Uefa-5-Jahreswertung auf dem fünften Platz liegt. Derzeit wäre dies beispielsweise die französische Ligue 1. Zwei weitere Plätze gehen an die beiden Verbände, die in der vorigen Saison am erfolgreichsten abgeschnitten haben. Das vierte Ticket ergibt sich durch die Aufstockung des "Champion Path". In der Play-Off-Runde werden dann in Zukunft fünf statt vier Mannschaften weiterkommen.

Spiele weiterhin unter der Woche

Trotz der Tatsache, dass 100 Spiele mehr in der Saison untergebracht werden müssen, sollen die Champions-League-Spiele weiterhin unter der Woche stattfinden. Wie gewohnt, wird das Turnier am Dienstag und Mittwoch ausgetragen, wenige Spiele sollen auch an einem Donnerstag gespielt werden. Sonst soll der Donnerstag aber hauptsächlich für die Europa League beziehungsweise die Europa Conference League reserviert bleiben. Für die nationalen Ligen sollen die Spielzeiten am Wochenende weiterhin eingehalten werden.

Mehr Geld für die Uefa

Was ist aber eigentlich der Grund dafür, das bisherige Konzept der Champions League so grundlegend umzustellen?

Durch das Tabellensystem soll die Königsklasse wieder spannender werden. Auch die zusätzlichen Play-Off-Runden, in der um die Plätze für die K.-o.-Runde gekämpft wird, sollen die Saison aufregender machen. Aufgrund der Setzlisten ist derzeit jedoch davon auszugehen, dass in den Achtelfinals ohnehin die gewohnt starken Mannschaften aufeinandertreffen werden.

Ein weiterer und vermutlich viel wichtigerer Grund, das System umzustellen, ist die Möglichkeit, mehr Gewinn zu generieren. Jedes Team, das es in die Champions League schafft, bestreitet mindestens acht statt sechs Spiele, dann kommen noch die neuen Play-Off-Runden dazu. Insgesamt 100 Spiele mehr bedeutet also mehr Geld durch die Vermarktung von TV-Lizenzen. Hinzu kommen Ticketverkäufe und weitere Sponsoring-Möglichkeiten – also mehr Geld für Uefa und Vereine.

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Die deutsche Nationalmannschaft hat, anders als für gewöhnlich bei großen Turnieren üblich, auch das zweite Gruppenspiel gewinnen können. Mit 2:0 konnte sich das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann am Mittwoch gegen Ungarn durchsetzen und sich somit gleichzeitig den Einzug in das Achtelfinale sichern. Das nächste Ziel: Gruppensieg.

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