Trainingslager statt Schulbank: Youssoufa Moukoko darf dank einer Ausnahmeregel das BVB-Trainingslager in der Schweiz absolvieren.
Trainingslager statt Schulbank: Youssoufa Moukoko darf dank einer Ausnahmeregel das BVB-Trainingslager in der Schweiz absolvieren.
Bild: www.imago-images.de / Noah Wedel

Trotz Schulpflicht: Warum 15-jähriges BVB-Talent am Trainingslager teilnehmen darf

13.08.2020, 17:02

Borussia Dortmund bereitet sich auf die neue Saison vor. Das Team um Trainer Lucien Favre absolviert momentan im Schweizer Kurort Bad Ragaz sein Trainingslager. Gleichzeitig geht in Nordrhein-Westfalen die Schule wieder los. Die meisten BVB-Profis dürfte das kalt lassen, mit Ausnahme von Youssoufa Moukoko. Denn das 15-Jährige Ausnahmetalent ist eigentlich noch schulpflichtig und müsste demnach gemeinsam mit seinen Klassenkameraden nach den Sommerferien wieder die Schulbank drücken.

Doch das ist nicht der Fall. Bilder vom Dienstag zeigten den jungen Moukoko gut gelaunt inmitten der BVB-Stars auf dem Trainingsgelände in der Schweiz. Möglich macht das eine Ausnahmeregel im NRW-Schulgesetz.

Kleiner Spaß am Rande: Youssoufa Moukoko und Immanuel Pherai.
Kleiner Spaß am Rande: Youssoufa Moukoko und Immanuel Pherai.
Bild: www.imago-images.de / Noah Wedel

Warum ist der BVB-Youngster vom Unterricht befreit?

Die Erklärung für Moukokos Fernbleiben vom Unterricht liefert Paragraph 43, Absatz 4.3 des NRW-Schulgesetzes. Darin heißt es: "Dauerhafte Beurlaubungen und Befreiungen von schulpflichtigen Schülerinnen und Schülern zur Förderung wissenschaftlicher, sportlicher oder künstlerischer Hochbegabungen setzen voraus, dass für andere geeignete Bildungsmaßnahmen gesorgt wird."

Eine sportliche Hochbegabung liegt bei dem 15-Jährigen Supertalent zweifelsohne vor. Moukoko zählt zu den größten Fußball-Talenten Deutschlands und hat während seiner Zeit beim BVB schon den ein oder anderen Rekord gebrochen.

Jede Menge Rekorde und Lob vom großen Meister

In insgesamt 97 Liga-Spielen für die Jugend-Mannschaften der Dortmunder erzielte Moukoko sagenhafte 157 Tore. In der U19-Bundesliga führt er mit 34 Treffern und neun Assists in dieser Saison die Scorer-Liste an. Auch in der höchsten deutschen Spielklasse durfte der Youngster schon auflaufen und brach somit den Rekord von Nuri Sahin, der im Alter von 16 Jahren und 335 Tagen ebenfalls im Dress der Dortmunder als bisher jüngster Spieler debütierte. Moukokos Bundesliga-Einsatz wurde durch die Senkung der bisherigen Altersgrenze ermöglicht.

Auch Star-Torjäger Erling Haaland zeigte sich euphorisch über seinen jungen Sturmkollegen. "Ich habe in meinem Leben keinen so guten 15-Jährigen gesehen", schwärmte der BVB-Stürmer am Dienstag im Trainingslager. Der Norweger ist zuversichtlich, dass der in diversen Medien bereits als "Wunderstürmer" gelobte Deutsch-Kameruner den Sprung in den Profi-Fußball schafft: "Er ist viel besser, als ich es mit 15 war. Er trainiert in diesem Alter schon in Dortmund – ich war mit 15 noch in meiner Heimatstadt Bryne."

Sürmer-Star Haaland hat viel Lob für Moukoko übrig.
Sürmer-Star Haaland hat viel Lob für Moukoko übrig.
Bild: www.imago-images.de / Noah Wedel

Eigentlich besucht Moukoko die zehnte Klasse einer Gesamtschule in Dortmund. Matthias Röben, Pädagogischer Leiter des BVB-Nachwuchsleistungszentrums, setzte sich für seine Schulbefreiung ein und sagte gegenüber "Bild": "Wir sind in einem konstruktiven und engem Austausch mit der Schule von Youssoufa Moukoko – und haben gemeinsam alle Voraussetzungen geschaffen, dass er gemäß NRW-Schulgesetz Paragraf 43 zeitweise vom Unterricht befreit werden kann, um am Profi-Training teilnehmen zu können".

Bei den ersten Vorbereitungsspielen blieb ihm aber zunächst nur die Zuschauerrolle, denn auch in Testspielen dürfen Spieler erst ab dem 16. Lebensjahr eingesetzt werden. Doch viele Experten sind sich bereits sicher, dass das Ausnahmetalent schon bald eine Rolle im Kader des BVB spielen wird.

(lau/mit Material von dpa)

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Erling Haaland erlebte einen Traumstart in die Saison. Zwei Tore, drei Vorlagen beim 5:2-Sieg gegen Eintracht Frankfurt. Er war an allen Toren beteiligt und der beste Mann auf dem Platz.

Da ist klar, dass der BVB den Stürmer in diesem Sommer noch nicht abgeben möchte. Für den nächsten Sommer hat Erling Haaland allerdings eine Ausstiegsklausel, die bei 75 Millionen Euro liegen soll. Wie Sport1 nun berichtet, könnte diese Ausstiegsklausel erfolgsabhängig allerdings noch auf bis zu 90 …

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