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Toni Kroos (Real Madrid) sorgte mit seinem Ausraster in einem ZDF-Interview im Anschluss an den Champions League-Sieg für Aufmerksamkeit.Bild: www.imago-images.de / imago images
Fußball International

Nach Ausraster von Toni Kroos im ZDF-Interview – Reporter äußert sich selbst

31.05.2022, 12:49

Am Samstagabend überraschte Real Madrid-Spieler Toni Kroos mit seinem Ausraster bei einem TV-Interview mit einem ZDF-Reporter Nils Kaben. Nachdem er sich am Sonntag bei der "Bild"-Zeitung noch für seine Fragen entschuldigte, äußerte er nun im Interview mit dem "Spiegel" eine ganz klare Meinung zu der Situation.

Nachdem Real Madrid mit dem 1:0-Sieg über den FC Liverpool die Champions League gewann, sollte Kaben den Mittelfeldstar kurz nach Schlusspfiff interviewen, doch reagierte anders als erwartet.

Kroos' Ausraster im ZDF-Interview

Kaben merkte an, dass Liverpool im Match zunächst die Oberhand hatte und der Sieg deshalb nicht selbstverständlich gewesen sei. Eine Aussage, die bei Kroos schon gar nicht gut ankam. "Pff, was heißt nicht selbstverständlich? Wir haben gewonnen, fertig!", entgegnete er darauf.

Doch Kaben ließ nicht locker und hakte nach: "War das überraschend für Sie, dass Real Madrid doch ganz schön in Bedrängnis geraten ist?" Und diese Frage schien zu viel für den Real-Star gewesen zu sein.

Toni Kroos Real bricht Interview mit ZDF-Reporter Nils Kaben ab FC Liverpool - Real Madrid Paris, Champions League, Finale, 28.05.2022, Fussball Saison 2021/22 Foto: Moritz M
ZDF-Reporter Nils Kaben (r.) hatte am Samstag Mittelfeld-Star Toni Kroos vor der Kamera.Bild: www.imago-images.de / imago images

"Du hattest 90 Minuten Zeit, dir vernünftige Fragen zu überlegen, ehrlich. Und dann stellst du mir zwei so Scheißfragen", sagte Kroos wütend. Daraufhin brach er das Interview ab. "Ganz schlimm. Ganz schlimm, wirklich", sagte Kroos noch einmal, als er an der Kamera vorbeiging.

"Mein erster Gedanke war: Ach du liebe Güte, was ist denn jetzt los?"
ZDF-Reporter Nils Kaben

ZDF-Reporter Nils Kaben geht auf Kritik von kroos ein

Für den erfahrenen ZDF-Reporter war diese Situation im ersten Moment ein Schock, wie er jetzt im Interview mit dem "Spiegel" verrät. "Mein erster Gedanke war: Ach du liebe Güte, was ist denn jetzt los? Habe ich eine blöde Bemerkung gemacht, die rechtfertigt, dass jemand so heftig reagiert?", berichtet er. Er musste dann aber erstmal einfach weitermachen und die unangenehme Begegnung mit Kroos von sich wegschieben. Denn für ihn standen noch zwei weitere Interviews an, auf die er sich konzentrieren musste.

Danach wollte er sich aber sofort bei seinen Kollegen versichern, ob er den Ausraster von Kroos selber zu verantworten hatte. Die konnten ihn aber beruhigen. Sie hätten gesagt, dass man die letzte Frage zwar hätte anders formulieren können. "Aber so reagieren muss man deshalb nicht", hätten sie gesagt.

Auch Kaben gibt zu: "Die Frage kann ich besser formulieren. Ganz klar." Aber es hätte ja auch jeder das Spiel gesehen. Und seiner Meinung nach hätte Kroos die Frage auch nutzen könne, um zu erzählen, "dass Real sich schon durch den ganzen Wettbewerb immer in schwierigen Situationen gerettet hatte. Dass das nun einmal die Stärke von Real ist."

Toni Kroos brach das Interview mit Reporter Nils Kaben ab.
Toni Kroos brach das Interview mit Reporter Nils Kaben ab.Bild: www.imago-images.de / imago images

Kroos hatte bei seinem Ausraster bemängelt, dass er nur negativ formulierte Fragen gestellt hätte. Außerdem warf er dem ZDF-Reporter vor, dass er doch 90 Minuten Zeit gehabt hätte, um sich Fragen zu überlegen.

Kaben gibt zu verstehen: Er wüsste nicht, mit wem er als erstes ein Interview führt, in welcher Sprache es geführt wird, außerdem müsste er die Organisation mit dem Kamerateam und der Übertragung koordinieren. Und ein Spiel könne sich auch immer noch drehen. Die Interviewfragen überlege er sich deshalb erst ein paar Minuten, bevor er den Spieler vor der Kamera hat.

Kaben möchte von Spielern, auch von Kroos, respektvoll behandelt werden

Kroos bekam zu seinem TV-Auftritt sehr viel Zuspruch auf Twitter. Kaben gibt sich dazu gelassen: "Die Reaktion bei Twitter überraschen mich schon lange nicht mehr. Da achten ja regelmäßig Menschen nicht ganz so penibel auf ihren Tonfall und auf angemessene Ausdrucksweise." Um zu bewerten, wie die Situation gelaufen ist, bräuchte er keine Twitter-User, sondern seine Kollegen.

"Ich erwarte umgekehrt auch Respekt."
ZDF-Reporter Nils Kaben

Und mit seinen Kollegen sei er sich einig: Als Spieler sollte man sich so nicht benehmen. Dazu hätte er sich als Journalist schon sehr daneben benehmen müssen.

Kroos würde er eigentlich anders kennen. Kaben versichert, dass sich die Spieler immer darauf verlassen könnten, dass er respektvoll mit ihnen umgeht, egal ob bei Sieg oder Niederlage. "Aber ich erwarte umgekehrt auch Respekt", betont er.

(and)

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