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Kein Losglück: Die EM-Vorrunde wird für Deutschland eine echte Prüfung

Auweia, das könnte knüppelhart werden für die deutsche Nationalmannschaft. Dem Team um Trainer Jogi Löw wurden mit Frankreich und Portugal die beiden amtierenden Welt- und Europameister in die Gruppe gelost. Härter hätte es die Mannschaft wohl kaum treffen können.

Joachim Löw verzog zunächst keine Miene, dann rang sich der Bundestrainer ein gequältes Lächeln ab. Die schlimmsten Befürchtungen sind bei der EM-Auslosung wahr geworden, die deutsche Nationalmannschaft trifft schon in der Vorrunde des Turniers auf Weltmeister Frankreich und Titelverteidiger Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo. Das ergab die Auslosung in Bukarest 195 Tage vor dem Anstoß der paneuropäischen EM (12. Juni bis 12. Juli).

Hoffnungsschimmer Heimvorteil

Der dritte Gegner in der Hammergruppe F steht erst nach den Play-offs der Nations League Ende März fest. Ungarn, Island, Bulgarien, Georgien, Weißrussland, Nordmazedonien oder der Kosovo kommen infrage. Einziger Trost für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (neben der Tatsache, dass die Zuschauer attraktive Spiele erwarten): Bei allen drei Gruppenspielen genießt sie in München Heimvorteil.

Der dreimalige Europameister startet am 16. Juni gegen die Franzosen, vier Tage später geht es gegen Portugal. Das letzte Gruppenspiel findet am 24. Juni statt. Die beiden erstplatzierten Teams der sechs Gruppen sowie die vier besten Dritten erreichen das Achtelfinale.

"Losfeen" kannten kein Erbarmen

Löw hatte als einer der letzten Gäste im dunklen Anzug den Saal im Romexpo Exhibition Centre betreten. Für den ausgestellten überdimensionalen EM-Pokal hatte er nur einen flüchtigen Blick übrig.

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Jogi Löw hat jetzt viel zu tun ... Bild: picture alliance/Christian Charisius/dpa

Die "Losfeen", darunter Rio-Weltmeister Philipp Lahm, kannten dann vor den über 500 Gästen kein Pardon und sorgten für einen ernsten Gesichtsausdruck in der deutschen Delegation mit DFB-Präsident Fritz Keller und Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff.

Das deutsche Team will im kommenden Sommer Wiedergutmachung für das peinliche Vorrunden-Aus bei der WM 2018 in Russland betreiben – dafür muss man angesichts der Gegner von Beginn an in Topform sein. Der in der Qualifikation errungene Gruppensieg vor dem Erzrivalen Niederlande erwies sich am Samstag nicht als Vorteil, obwohl er einen Platz in Lostopf 1 sicherte.

Auslosungsmodus sorgt für Kritik

Dem Zufall waren bei der Auslosung deutliche Grenzen gesetzt. Da die Gastgeberländer automatisch Heimrecht besitzen und politisch brisante Duelle wie Russland gegen die Ukraine zumindest in der Vorrunde ausgeschlossen werden, standen einige Paarungen schon vorher fest.

Für die Gruppe B mit Russland, Belgien und Dänemark wurde nur noch der vierte Gegner (Finnland) gesucht. Dass vier EM-Starter erstmals in der Geschichte bei der Auslosung noch nicht feststanden, machte das Prozedere noch unverständlicher. Der Modus sei eine "Schande" und nehme für die Auslosung "alle Spannung und jedes Vergnügen", hatte Belgiens Mittelfeldstar Kevin De Bruyne im Vorfeld kritisiert.

(pcl/afp)

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