Chloe Maggie Kelly (links) bejubelt den Siegtreffer im Finale im Wembley-Stadion.
Chloe Maggie Kelly (links) bejubelt den Siegtreffer im Finale im Wembley-Stadion.Bild: imago / Nigel Keene

England ist Europameister: Sieg gegen Deutschland in der Verlängerung

31.07.2022, 20:3231.07.2022, 21:01

Jubel in England, Frust bei den deutschen Nationalspielerinnen: Die Gastgeber holten sich im heimischen Wembley-Stadion nach einem dramatischen Spiel den Sieg.

Die englische Nationalmannschaft galt schon vor dem Turnier als Topfavorit auf den Titel. Entsprechend groß waren auch die Erwartungen – seit 56 Jahren wartete England auf einen WM- oder EM-Titel, den weder die Frauen noch die Männer gewinnen konnten. Während der Europameisterschaft war vor allem die personelle Konstanz beeindruckend: Trainerin Sarina Wiegman schickte im Finale zum sechsten Mal in Folge die identische Startelf ins Rennen.

Alexandra Popp muss kurz vor dem Anpfiff passen

Auch in der deutschen Aufstellung gab es vorerst keine Überraschungen: Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg wollte den elf Spielerinnen vertrauen, die bereits im Halbfinale von Beginn an gespielt hatten. Klara Bühl war nach ihrer Coronainfektion zwar freigetestet, aber noch nicht wieder einsatzbereit. Sie verfolgte die Partie als Zuschauerin.

Dann jedoch folgte wenige Minuten vor dem Anpfiff eine miserable Nachricht fürs DFB-Team: Stürmerin Alexandra Popp, die das Team mehr oder weniger im Alleingang ins Endspiel geschossen hatte, musste kurzfristig passen. Für sie rückte Lea Schüller in die Startelf.

Verunsichern ließ sich die Mannschaft vom Ausfall ihrer besten Torjägerin nicht. Es entwickelte sich ein munteres, intensives Spiel mit leichten Vorteilen für die Engländerinnen. Doch auch die Gäste hatten vor knapp 90.000 Zuschauerinnen und Zuschauern im Wembley-Stadion die eine oder andere gute Möglichkeit zur Führung. Zur Pause jedoch waren noch keine Tore gefallen.

In der zweiten Halbzeit wurde die Partie noch ein wenig hitziger, Chancen waren in dieser Phase Mangelware. Bis zur 62. Minute. Dann spielte Englands Keira Walsh einen perfekten Schnittstellenpass über das halbe Feld auf Ella Toone. Die 22-Jährige schüttelte gleich zwei deutsche Abwehrspielerinnen ab und hob den Ball gefühlvoll über Torhüter Merle Frohms ins Tor: Das 1:0 für die Gastgeberinnen – ein Traumtor.

Das ist der Moment: Toone erzielt das 1:0 für England.
Das ist der Moment: Toone erzielt das 1:0 für England.Bild: PA Wire / Joe Giddens

Die deutsche Nationalmannschaft ließ sich vom Jubel im Wembley-Stadion allerdings nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Deutschland schlug zurück. Eine gute Viertelstunde später erzielte Lina Magull den Ausgleich. Tabea Waßmuth hatte ihre Mitspielerin punktgenau bedient, Magull fackelte nicht lange und drosch den Ball ins Tor.

Lina Magull bejubelt das 1:1.
Lina Magull bejubelt das 1:1.Bild: dpa / Sebastian Christoph Gollnow

Eine Entscheidung wollte in der regulären Spielzeit nicht mehr fallen. Das Finale ging in die Verlängerung, in der beide Mannschaften bemüht waren, aber auch immer den Eindruck erweckten, kein zu großes Risiko eingehen zu wollen. Der entscheidende Treffer fiel fast schon folgerichtig nach einer Standardsituation.

Nach einem Eckball ging es im Strafraum der Deutschen drunter und drüber. Chloe Maggie Kelly nutzte das Durcheinander und stocherte den Ball über die Linie. England ist Europameister!

(sw)

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