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Die Schalke-Fans hatten vor dem Spiel gegen den FC Bayern eine Botschaft an den DFB Bild: imago images/Revierfoto / Revierfoto via www.imago-images.de

Schalke gegen FC Bayern: Schon beim Anpfiff gab es Banner gegen DFB

Fußball-Deutschland schaute beim Anpfiff des Viertelfinalspiels des DFB-Pokals zwischen dem FC Schalke und Bayern München (0:1) am Dienstagabend nicht auf den Mittelkreis, sondern in die Kurven der Fans von S04 und FCB.

Nach den Beleidigungen der Bayern-Fans gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp beim Spiel in Sinsheim am Wochenende und dem anschließenden Spieler-Streik beider Teams stellten sich alle Beobachter die Frage: Werden die Fans aus Protest gegen Kollektivstrafen des DFB wieder Transparente gegen Hopp hissen? Und: Kommt es zum Abbruch und der endgültigen Eskalation im Streit?

Zumindest die Nordkurve mit den Fans des FC Schalke ließ es sich nicht nehmen, dem DFB eine klare Botschaft zu senden. In der Kurve der Anhänger der Königsblauen war jedoch keine Beleidigung gegen Hopp zu lesen, sondern harsche Kritik gegen den DFB:

"(D)emementer-(F)ußball-(B)und

Eure Zusage gegen Kollektivstrafen vergessen!

Versucht ihr nun uns Fans mit Spielabbrüchen zu erpressen!"

Auf einem zweiten Banner stand: "Wenn wir jetzt ein Hurensohn Plakat zeigen, hört ihr dann auch auf zu spielen und wir schaffen es ins Elfmeterschießen?" Damit spielten die Schalker Fans darauf an, dass der FC Bayern und die Hoffenheimer am Wochenende nach mehrmaligen Beleidigungen gegen Hopp aus Protest bis zum Abpfiff den Ball einfach nur hin und her spielten.

 DFB Pokal FC Schalke 04 - FC Bayern Muenchen 03.03.2020 Banner in der Schalker Kurve: Wenn wir jetzt ein Hurensohn Plakat zeigen hoert ihr dann auch auf zu spielen und wir schaffen es ins Elfmeterschiessen , DFB Pokal FC Schalke 04 - FC Bayern Muenchen, Gelsenkirchen, VELTINS-Arena DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO. *** DFB Pokal FC Schalke 04 FC Bayern Muenchen 03 03 2020 Banner in the Schalker Kurve If we now show a son of a bitch poster you will stop playing and we will make it to the penalty shootout , DFB Pokal FC Schalke 04 FC Bayern Muenchen, Gelsenkirchen, VELTINS Arena DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND OR QUASI VIDEO Copyright: xBEAUTIFULxSPORTS/Wunderlx

Ein zweites Banner spielte auf das Hoffenheim-Spiel an. bild: imago images / Beautiful Sports

Der Schiri ließ am Dienstag jedoch weiterspielen: Zumindest das Banner zu Anfang des Spiels zwischen Schalke und dem FC Bayern wurde vom Schiedsrichtergespann also nicht als Beleidigung erkannt, sondern als Meinungsäußerung deklariert. Das hatte der DFB in einem am Dienstag auf seiner Website veröffentlichten Q&A angedeutet.

DFB zeigte sich selbstkritisch vor dem Bayern-Spiel

Dort zeigte sich der DFB selbstkritisch zu seinen teils sehr schnellen Unterbrechungen bei Spielen am Wochenende: "Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass bei einzelnen Partien zu sensibel reagiert wurde. Wenn in Berlin Fangruppen ihren Unmut gegenüber Entscheidungen des DFB mit einer harten Wortwahl zum Ausdruck bringen, muss das der DFB selbstverständlich aushalten."

Vor dem Spiel waren es vor allem die Schalker, die knallhart durchgreifen wollten. Den vom DFB beschlossenen Drei-Stufen-Plan – Schritt eins mit Spielunterbrechung und Stadiondurchsage, in der zweiten Stufe die Spieler in die Kabine schicken und bei erneuter Wiederholung einen Spielabbruch vorzunehmen – kritisierte S04-Sportvorstand Jochen Schneider. Er hatte erklärt: "Vielleicht brauchen wir einen Einstufenplan: Ein Transparent – Spielabbruch!"

Hinter den Bannern gegen Dietmar Hopp steckt ein Schulterschluss der organisierten Fans in Deutschland: Die Ultra-Szene fühlt sich verbunden im Kampf gegen die Kollektivstrafe, nachdem das DFB-Sportgericht kürzlich alle Anhänger von Borussia Dortmund wegen Beleidigungen gegen den Mäzen für die nächsten zwei Jahre von Begegnungen in Hoffenheim ausgeschlossen hat. Das Urteil wird unter anderem kritisiert, weil der DFB eigentlich angekündigt hatte, auf Kollektivstrafen zu verzichten.​

(bn)

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