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Bayern Munich president Uli Hoeness smiles on the podium during his speech and his farewell at the annual general meeting of FC Bayern Munich soccer club in Munich, Germany, Friday, Nov. 15, 2019. (AP Photo/Matthias Schrader)

Uli Hoeneß konnte bei seiner emotionalen Abschiedsrede am Freitag auch lachen. Bild: ap / Matthias Schrader

Aue und Sandhausen reagieren nach Hoeneß-Äußerung in Abschieds-Rede

Auch noch Tage nach dem emotionalen Abgang von Uli Hoeneß als Präsident des FC Bayern ist seine Abschiedsrede in aller Munde. In einem Abschnitt forderte Hoeneß, dass der große FC Bayern auch in Zukunft an die Kleinen und Schwachen denkt – und sorgte für Aufsehen.

Hoeneß forderte, dass der Klub die Menschen in den Mittelpunkt stellen solle. "Der Verein muss sozial sein. Der Verein muss selbstbewusst sein, nicht arrogant. Er muss auch an die Kleineren denken. Wir sind stark. Wir waren nicht immer stark. Aber wenn man oben ist, muss man an die denken, die unten sind", sagte Hoeneß und ärgerte mit den weiteren Sätzen zwei (kleine) Klubs aus der zweiten Liga.

Hoeneß nahm Erzgebirge Aue und den SV Sandhausen als Beispiel für die Belanglosigkeiten einiger Dinge im Leben: "Wenn ich manchmal im Auto so sitze, und dann heißt es, Aue schießt ein Tor in Sandhausen, denk ich mir: Muss ich das jetzt wissen? Oder ein Zug in Kolumbien ist entgleist, muss ich das wissen? Und was für uns alle viel wichtiger ist: Dass es in dieser Stadt, in München, viele alten Menschen gibt, die von ihrer Rente nicht leben können. Das ist wichtig."

Sandhausen und Aue reagieren auf Hoeneß

Was ein wenig doppeldeutig wirken konnte: Ausgerechnet Erzgebirge Aue und der SV Sandhausen gelten als klein und schwach – zumindest im Fußballzirkus. Der SV Sandhausen steht in Sachen Besucherzahlen mit durchschnittlich knapp 6000 Fans bei Heimspielen auf dem vorletzten Platz der zweiten Bundesliga, Aue mit über 11.000 Zuschauern im Schnitt nur zwei Plätze davor. In Sandhausen gaben sie im Sommer keinen einzigen Cent für Neuzugänge aus, beim FC Bayern waren es laut Branchenportal "Transfermarkt.de" über 143 Millionen Euro.

Sauer waren beide Vereine jedoch nicht über den Nebensatz in der Hoeneß-Rede. Während der eine Klub auf Twitter zurückstichelte, schmunzelte man beim anderen Verein.

Der SV Sandhausen schrieb auf Twitter: "WIR! müssen es wissen: Unsere Freunde von @FCErzgebirgeAue haben sogar 2 Tore bei uns gemacht! #miasanuli #mussichdaswissen". Dazu posteten sie eine Foto, auf der sie Hoeneß einen mitgaben: "Der FC Bayern will respektvoll und nicht arrogant sein?! Das sieht 'Mia san Uli' aber ganz anders... Gut, dass er fertig hat!"

Erzgebirge Aue lädt Hoeneß zu Heimspiel ein

Bei Erzgebirge Aue zeigte man sich etwas versöhnlicher. Auch, weil der Klub im Beispiel von Hoeneß das Tor geschossen hat. Geschäftsführer Michael Voigt sagte zu "Bild": "Der Uli hat Ahnung, er ist Profi durch und durch. Wir haben es als Aue in seine Rede geschafft. Das hat doch schon was. Und wir sind mit einem Torerfolg in seiner Erinnerung, nicht mit einem Gegentor. Was für eine Werbung für uns", sagte Voigt und betonte: "Mal ehrlich, in dieser hektischen Zeit tun wir gut daran, auch mal über uns schmunzeln zu können."

Anschließend lud Voigt den Ex-Präsidenten des FC Bayern noch zum Spiel gegen den SV Sandhausen ein: "Natürlich laden wir Uli Hoeneß zu unserem Heimspiel gegen Sandhausen ein. Damit er Tore von uns nicht nur im Radio verfolgen muss." Der 26. Spieltag findet zwischen dem 12. und 16. März statt, die genaue Terminierung steht noch aus.

Wir hoffen, dass Uli Hoeneß dieses Angebot annimmt.

(bn)

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