Sport
09.09.2017, xfux, Fussball 1.Bundesliga, FSV Mainz 05 - Bayer 04 Leverkusen, emspor, v.l. Frank Buschmann Mainz *** 09 09 2017 xfux Football 1 Bundesliga FSV Mainz 05 Bayer 04 Leverkusen emspor v l Frank Buschmann Mainz

Frank Buschmann wurde durch Spiele bei Sky und TV-Events wie "Schlag den Raab" zu einem der bekanntesten Sportreporter in Deutschland. Bild: imago/Jan Huebner

Sky-Kommentator Frank Buschmann patzt – und pöbelt dann gegen TV-Zuschauer

Das Revierderby-Remis zwischen dem FC Schalke und Borussia Dortmund hatte so einige Nachspiele. Da wäre die Kritik an BVB-Trainer Lucien Favre und die vermeintliche Stadion-Flucht von Mario Götze. Und da war der Ausraster von Sky-Kommentator Frank Buschmann, der das Derby für den Pay-TV-Sender in der Konferenz kommentierte. Die ganze Geschichte nahm anschließend abstruse Züge an.

Was war passiert?

Kurz vor dem Halbzeitpfiff sollte Buschmann in der berühmten Bundesliga-Konferenzschaltung zu seinem Kollegen Holger Pfandt abgeben. Pfand kommentierte das Spiel zwischen dem SC Paderborn und Fortuna Düsseldorf. Buschmann wollte für den Wechsel zu seinem Kollegen eine nette Überleitung finden, scheiterte jedoch. "Ich überlege gerade eine Überleitung, wie ich von David Wagner (Trainer des FC Schalke, d. Red.) zu Holger Pfandt nach Paderborn komme...", sagte Buschmann und fuhr folgendermaßen fort: "Ich bin sicher, Holger Pfandt hat auch schon mal ein Spiel von David Wagner kommentiert. Boar, das ist die schlechteste Überleitung aller Zeiten."

Eigentlich wäre dieser kleiner Fauxpas kein Problem gewesen, bei einer Live-Übertragung der Bundesliga ist so etwas ganz normal und schnell vergessen. Doch es fiel in den Sekunden von Buschmanns Überleitungs-Fail ein Traumtor in Paderborn. Sabiri haute den Ball aus über 20 Metern in den Winkel. Kollege Pfandt klagte live im TV nur: "Hättest Du nicht so lange rumgeeiert, hätten wir es live gesehen."

Buschmann wird auf Twitter bepöbelt und pöbelt zurück

Ähnlich wie Pfandt meckerten auch einigen Sky-Zuschauer auf Twitter über Buschmann. Eine Userin schrieb sarkastisch: "Danke Frank Buschmann. Vielen Dank." Noch während des Spiels antwortete der Kommentator auf diesen Tweet: "Hast Du getrunken? Wir sehen nicht, was im anderen Stadion passiert! Geht mir das auf den Sack mit der Nölerei!"

Es folgte ein klassischer Social-Media-Schlagabtausch. Zahlreiche User schossen weiter gegen Buschmann: "Dass Buschmann einer der am meisten überbewerteten Kommentatoren ist und mit Kritik nicht umgehen kann ist ja nix wirklich neues", schrieb ein User. Ein anderer twitterte: "Sorry, aber bitte Sky den BUSCHMANN aussortieren! Der ist nicht mehr zu ertragen!"

Buschmann reagierte nach Abpfiff mit einem Video: "Es war eine zu lange, unlustige und vor allem selbstironische Übergabe", erklärte er selbstkritisch und ärgerte sich dann jedoch über die zahlreichen Kritiker: "Ich wehre mich dann auch einmal mit einem Spruch oder einer Frage wie 'Hast du getrunken?'. Das ist bei weitem nicht so unter der Gürtellinie wie vieles andere was so passiert hier im Netz. Daraus jetzt so ein Ding zu machen, wie es einige versuchen, ist erbärmlich."

"Buschi", wie ihn seine Fans nennen, ist bekannt für seinen emotionalen Stil und spaltet seit jeher die Meinungen. Er gilt als Kult-Kommentator und ist spätestens seit seinem Reporter-Engagement in der EA-Sports-Gamingreihe "FIFA" und bei TV-Events wie "Schlag den Raab" einer der bekanntesten Sportreporter in Deutschland.

Sky und Buschmann melden sich auch zu Wort

Nachdem die Kritik immer lauter wurde, meldete sich Buschmanns Arbeitgeber Sky auch zu Wort: "Über die Wortwahl im Bereich Social Media lässt sich seit jeher streiten. Sie ist sehr häufig auch der Situation geschuldet und schießt manchmal über das Ziel hinaus", erklärte der Sender auf Nachfrage von "Bild" und schrieb in der Stellungnahme weiter: "Frank selbst hat seine Überleitung als zu lang, vor allem aber als selbstironisch bezeichnet. Ausgeprägte Aktivitäten auf Twitter und Co sind eines seiner Markenzeichen, es liegt ihm aber fern, Zuschauer zu beleidigen."

Am Sonntagvormittag meldete sich wieder Buschmann in einem Video auf Twitter. Er sprach darin von einer Kampagne gegen ihn und entschuldigte sich anschließend bei der Twitter-Userin. Doch er sprach auch über die Pöbeleien der Sky-Zuschauer: "Mir wurde empfohlen mich zu erschießen, mich zu erhängen und mich ficken zu lassen. Danke dafür", sagte er und betonte: "Das sind die Dinge, mit denen ich häufiger umgehen muss und warum ich manchmal emotional reagiere. Es liegt nicht in meinem Sinne Sky-Kunden zu beleidigen. Wer meine Familien-Geschichte kennt, sollte nie wieder schreiben, bring dich doch um. Tschüss." Auf die persönliche Anspielung seiner Familien-Geschichte ging er nicht mehr ein.

Während Buschmann reichlich Kritik einstecken musste, standen jedoch auch mindestens genau so viele Fans auf der Seite des Kommentatoren. So schrieb etwa ein User: "Kann sie vollkommen verstehen Hr. Buschmann. Sie sind einer der besten bei Sky. Danke für Ihre super Reportagen." Ein anderer twitterte: "Sich öffentlich entschuldigen macht auch nicht jeder, danke Buschi."

Buschmann schrieb in seinen Tweet jedoch nach all dem Hin und Her: "Ich würde das Kapitel gerne schließen, da ich tatsächlich fassungslos bin."

(bn)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Seit fast 15 Jahren Hartz IV: "Die Arbeitgeber verlangen zu viel"

Jens (Name von der Redaktion geändert) ist 48 und hat vor fast 20 Jahren seinen Job bei einem Chemie-Werk verloren. Seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 ist er auf soziale Leistungen angewiesen. Bei watson spricht er über seine zahlreichen Bewerbungen und über die teils extrem hohen Anforderungen der Arbeitgeber – trotz Mindestlohn oder sogar noch weniger Gehalt.

Eine Bewerbung muss ich diesen Monat noch abschicken – dann habe ich mein Soll erfüllt. Vier Mal monatlich muss ich mich bewerben, so will es das Jobcenter. Denn ich lebe von Hartz IV.

Meine Vollzeitstelle als Chemikant habe ich bereits 2001 verloren, als das Werk, in dem ich gearbeitet habe, geschlossen wurde. Seit 2005, als das System eingeführt wurde, beziehe ich Arbeitslosengeld II, wie Hartz IV eigentlich heißt.

Ob Bewerbungstraining oder Computerkurs, Beratungsgespräche oder angedrohte …

Artikel lesen
Link zum Artikel