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Mario Götze wurde in der 57. Spielminute gegen den FC Schalke ausgewechselt. Bild: imago images/Revierfoto

Analyse

Reaktionen der Fans auf die "Stadion-Flucht" von Götze offenbaren das BVB-Problem

Zwei Mal Aluminium, zahlreiche Torchancen und jeden Menge Zweikämpfe – doch auf dem Anzeigewürfel der Schalker Arena stand nach Abpfiff trotzdem nur ein 0:0. Das torlose Revierderby zwischen dem FC Schalke und Borussia Dortmund war trotzdem ein heißer Tanz und wird vor allem den BVB noch einige Tage beschäftigen: Der Vizemeister war gegen gallige Schalker unterlegen und kann sich glücklich schätzen überhaupt einen Punkt aus Gelsenkirchen entführt zu haben.

Die Kritik an Lucien Favre wird nach diesem Auftritt der Borussia wohl noch lauter werden. Auf dem Spielfeld war der BVB den Schalkern spielerisch und kämpferisch fast über 90 Minuten lang unterlegen. Lediglich Torwart Marwin Hitz hielt den schmeichelhaften Punkt für die Borussia fest. Neben dem Platz dürfte die maue Vorstellung die Trainer-Diskussion und die Mentalitäts-Debatte weiter befeuern. Das zeigen vor allem die Reaktionen auf eine Aktion von Mario Götze.

Der bisherige Ersatzspieler, den zuletzt so viele BVB-Fans gefordert hatten, durfte von Beginn an in der Sturmspitze gegen Schalke ran, aber kam wegen der wenigen Offensivaktionen der gesamten Dortmunder Mannschaft nie ins Spiel. In der 57. nahm Favre ihn raus und wechselte Hazard ein.

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Zum obligatorischen "Shakehands" kam es zwischen Götze und Favre nach der Auswechslung nicht. Bild: imago images/Mika Volkmann

Götze verlässt das Stadion frühzeitig

Wie der Sky-Kommentator Wolff-Christoph Fuss während des Spiels noch den TV-Zuschauern berichtete, verließ Götze noch vor Abpfiff die Arena auf Schalke in seinem Privat-PKW. Dazu gab er keine weiteren Infos. Bei so einem wichtigen Spiel wäre eine Stadion-Flucht aus Frust ein absolutes Unding, doch nach dem Spiel lieferte der Pay-TV-Sender weitere Informationen aus dem Dortmunder Lager: So soll Götze sich an der Hand verletzt haben und direkt ins Krankenhaus gefahren sein. Der BVB bestätigte dies auf Twitter. Am späten Abend schrieb Götze selbst auf Instagram: "Ich verließ das Stadion früh, weil es so aussah, als wäre meine Hand gebrochen, zum Glück ist es das nicht! Jetzt liegt der Fokus auf dem nächsten Spiel."

Die Fans im Internet hatten da aber schon geurteilt. Noch bevor diese Infos zu den BVB-Anhängern nach Hause kamen, kochte das Internet trotzdem schon, es gab wilde Interpretationen – und viele Fans sahen vor allem in Favre den Schuldigen. Und für die Fans bei so einem vermeintlichen Abgang untypisch: In Götze, der in dieser Saison lediglich 256 Spielminuten auf dem Platz stand, sahen sie das Opfer.

Nur einige der wütenden Fan-Meinungen:

Die Götze-Diskussion offenbart erneut, wie unzufrieden viele BVB-Fans mit dem Trainer sind – und was für mitunter überzogene Kreise die Kritik an Favre annimmt. Schon vor dem Spieltag hatte sogar Konkurrent Niko Kovac den BVB-Trainer in Schutz genommen. "Wenn man ein Spiel verliert, kann man nicht alles in Frage stellen", sagte der Trainer des FC Bayern über die Kritik an Favre nach der Niederlage gegen Inter Mailand: "Jetzt hat er ein Spiel verloren, ist aber in der Champions League dran, auch im Pokal weiter – und alles schlecht. Dann werden Namen gehandelt – ich verstehe es nicht."

BVB-Sportdirektor Michael Zorc betonte nach dem Spiel bei Sky mehrmals: "Wir führen keine Trainerdiskussion. Wir müssen uns verbessern, aber wir stehen doch nicht vorm Abstieg."

Klar ist: Die harsche Kritik passt eigentlich nicht zur derzeitigen Lage des BVB. Die Borussia steht am Samstagabend mit zwei Punkten hinter Tabellenführer Bayern München eigentlich noch voll im Soll, doch die Kritik der unzufriedenen Fans wird immer lauter. Die Reaktionen auf die vermeintliche "Götze-Flucht" offenbaren, dass vor allem das ständige Hadern mit Trainer Favre Unruhe in Verein und Mannschaft bringen. Das liegt sowohl an den schmeichelhaften Leistungen der Dortmunder Mannschaft – als auch an den gesteigerten Erwartungen der Fans.

(bn)

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