Der FC Bayern feiert nach 2013 erneut den Gewinn der Klub-WM.
Der FC Bayern feiert nach 2013 erneut den Gewinn der Klub-WM.
Bild: dpa / Uncredited

Klub-WM: Drei Erkenntnisse nach dem historischen Erfolg des FC Bayern

12.02.2021, 10:4112.02.2021, 10:40

Selbst Ex-Trainer Pep Guardiola schickte dem FC Bayern eine Videobotschaft über Twitter. "Großer Glückwunsch an die gesamte Bayern-Familie für diesen unglaublichen Erfolg. Wir sind so stolz, ich bin so stolz", sagte der 50-jährige Spanier

Mit dem 1:0-Sieg über Tigres UANL (Mexiko) am Donnerstagabend holten die Bayern ihren sechsten Titel im sechsten Finale. Ein historischer Erfolg, der zuvor nur dem FC Barcelona 2009 unter Guardiola gelang. Für Trainer Hansi Flick lieferten die zwei Spiele in Katar spannende Eindrücke. Während einige Spieler zu ihrer alten Stärke zurückfinden, stecken andere weiterhin in einem Leistungstief.

Gnabry wäre ein guter Ersatz für Thomas Müller

Der Schock war zunächst groß, als am Donnerstagvormittag bekannt wurde, dass Thomas Müller positiv auf das Coronavirus getestet wurde und für das Finale ausfällt. Zumal weiterhin unklar ist, wo Müller sich angesteckt hat. Er trat die Heimreise allein in einem Privatjet an und muss jetzt mindestens zehn Tage in Quarantäne. "Er ist etwas müde, aber ich denke, das ist normal, wenn man so eine Diagnose bekommt, da geht einem einiges durch den Kopf", sagte Hansi Flick nach dem Spiel. Alle anderen Spieler wurden unterdessen negativ getestet.

Müller stand bisher in allen 28 Pflichtspielen auf dem Feld und verzeichnete 28 Torbeteiligungen (12 Tore, 16 Vorlagen), doch Serge Gnabry zeigte, dass auch er die Position hinter Stürmer Robert Lewandowski gut ausfüllen kann. Zwar gab er selbst nur einen Torschuss und eine Torschussvorlage ab, doch war auf dem Feld viel unterwegs und brachte eine vollkommen neue Komponente in das Bayern-Spiel. Immer wieder suchte und gewann Gnabry im Zentrum Eins-gegen-Eins-Duelle, schüttelte mit schnellen Bewegungen seine Gegenspieler ab und lief dann mit viel Tempo auf die gegnerische Abwehr zu. Im Gegensatz zu Thomas Müller fehlte ihm in seinem letzten Pass jedoch noch etwas die Genauigkeit und das entscheidende Spielglück. Für die Spiele gegen Bielefeld und Frankfurt, die Müller auf jeden Fall verpassen wird, wäre Gnabry der perfekte Ersatz, doch er musste im Finale nach 64. Minuten mit einem Muskelfaserriss verletzt ausgewechselt werden. Wie der FC Bayern mitteilte, wird er "vorerst" ausfallen.

Doch die Münchner können wieder auf Leon Goretzka bauen, der diese Rolle bereits auch schon ausgefüllt hat.

Serge Gnabry (l.) machte bis zu seiner Auswechslung in der 64. Minute ein gutes Spiel.
Serge Gnabry (l.) machte bis zu seiner Auswechslung in der 64. Minute ein gutes Spiel.
Bild: imago images / Colin McPhedran/MB Media

Leroy Sané braucht noch immer Zeit zur Anpassung

Die Leichtigkeit, die Serge Gnabry im Zentrum und der formstarke Coman auf der linken Außenbahn ausstrahlten, fehlt Leroy Sané weiterhin. Im Halbfinale gegen Al-Ahly machte er nach seiner Einwechselung eine ordentliche Partie und bereitete das 2:0 von Robert Lewandowski vor, im Finale durfte er (auch begünstigt durch den Müller-Ausfall) von Beginn an ran. Doch bis auf seinen Lattenschuss in der 34. Minute kam nicht wirklich viel vom 25-jährigen. Eins-gegen-Eins-Duelle entscheidet der Außenbahnspieler aktuell nur selten für sich. Häufig ist er für den Gegenspieler zu leicht ausrechenbar oder er zeigt kleine technische Mängel und Unkonzentriertheiten.

Zwar hat sich Sanés oft kritisiertes Defensivverhalten schon verbessert, doch besonders nach eigenen Ballverlusten wirkt es häufig so, als wolle er zu viel. Sané läuft schon fast zu viel und in Zweikämpfen wirkt er manchmal übermotiviert. Allein gegen Tigres gab es drei Situationen, in denen er zu ungestüm in den Zweikampf ging und dem Gegner Freistöße in seiner Hälfte schenkte. In den kommenden Wochen muss sich Sané wieder steigern, um nicht weiterhin zwischen Bank und Startelf zu pendeln. Schon beim Spiel in Leverkusen kurz vor Weihnachten hat Hansi Flick bewiesen, dass er sich nicht scheut, den Nationalspieler auch mal ein- und wieder auszuwechseln. Zumal Jungstar Jamal Musiala auf Einsatzzeiten brennt.

Leroy Sané (r.) wirkt in den Zweikämpfen teilweise zu übermotiviert und verursacht unnötige Fouls.
Leroy Sané (r.) wirkt in den Zweikämpfen teilweise zu übermotiviert und verursacht unnötige Fouls.
Bild: imago images / M.i.S.

Alphonso Davies kämpft sich aus Formtief

Bereits am Montag sorgte Alphonso Davies mit einer Ansage für Aufsehen. "Wenn ich in ferner Zukunft mal Kapitän des FC Bayern sein könnte, wäre das einfach nur unglaublich", sagte er in einem Interview mit dem Zeitungen "Münchner Merkur" und "tz". Nach einem kleinen Leistungstief, was in seinem Alter vollkommen normal ist und seiner schweren Knöchelverletzung im Oktober, brauchte Davies eine gewisse Zeit, um wieder zu seiner alten Stärke aus 2020 zurückzufinden. Doch in den beiden Partien der Klub-WM war er schon fast wieder der Alte.

Fast alle gefährlichen Angriffe des FC Bayern liefen über die linke Seite von Davies und Coman. Immer wieder suchte der schnelle Kanadier den Weg über die Außen und nahm es auch mit zwei oder drei Gegenspielern auf. Auch defensiv verbessert der gelernte Angreifer sein Stellungsspiel immer mehr und gewann 65 Prozent seiner Zweikämpfe. Für ihn gilt es jetzt, diese Leistung in den kommenden Wochen zu bestätigen.

Alphonso Davies (Mitte) war von zwei Gegenspielern nur per Foul zu stoppen.
Alphonso Davies (Mitte) war von zwei Gegenspielern nur per Foul zu stoppen.
Bild: imago images / M.i.S.

(lgr)

Bayern-Legende Gerd Müller ist tot

Fußball-Legende Gerd Müller ist tot. Der frühere Torjäger des FC Bayern und Ex-Nationalspieler sei "am frühen Sonntagmorgen im Alter von 75 Jahren gestorben", teilte der Rekordmeister aus München mit.

FC Bayern-Präsident Herbert Hainer äußert sich auf der Webseite des Rekordmeisters zum Tod von Müller: "Heute ist ein trauriger, schwarzer Tag für den FC Bayern und all seine Fans. Gerd Müller war der größte Stürmer, den es je gegeben hat – und ein feiner Mensch, eine …

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