Julian Nagelsmann befindet sich aktuell wegen seiner Corona-Infektion in Isolation.
Julian Nagelsmann befindet sich aktuell wegen seiner Corona-Infektion in Isolation.Bild: www.imago-images.de / Frank Hoermann/SVEN SIMON

Technik-Zentrum in der Küche: So verbringt Julian Nagelsmann die Corona-Isolation

22.10.2021, 16:33

Den 4:0 Sieg seiner Mannschaft am Mittwoch in der Champions League gegen Benfica musste Bayern-Trainer Julian Nagelsmann aus dem Hotel-Zimmer verfolgen. Der 34-Jährige war krank, fühlte sich nicht wohl und verzichtete auf einen Auftritt an der Seitenlinie im Estádio da Luz –

Einen Tag später wurde bekannt, dass Nagelsmann positiv auf das Corona-Virus getestet wurde. Er selbst erklärt den Ablauf so: "Aufgrund meiner Erkältung, die ich auch schon in Leverkusen hatte, habe ich mich freiwillig stetig testen lassen. Weil ich geimpft bin, muss ich das eigentlich nicht."

Auch am Mittwoch ließ sich der Bayern-Coach testen, das positive Ergebnis kam dann am Donnerstagvormittag. "Weil ich erkältet war und unabhängig von Corona niemanden anstecken wollte, gab es kaum engen Kontakt zu den Spielern."

Nagelsmann gegen Impfpflicht

Das Gesundheitsamt vertraut auf die Schilderung. Laut Bayern-Pressesprecher Dieter Nickles stünde keine Isolation von ungeimpften Spielern im Raum. Die "Bild" hatte zuvor berichtet, dass noch fünf Spieler beim Rekordmeister ungeimpft seien. Erhöht der FC Bayern nun deshalb den Druck auf diese Profis und führt eine Impfpflicht ein? "Die Meinung, sich impfen zu lassen, finde ich gut. Es gibt aber in Deutschland keinen Impfzwang und den gibt es auch nicht bei Bayern. Wir plädieren dafür, dass man es macht." Kurz später fügt Nagelsmann hinzu: "Ich werde nie jemanden zwingen."

Dass die Impfung für einen milden Verlauf sorgt, dafür sei Nagelsmann das beste Beispiel. Am Donnerstag habe er sich noch schlapp gefühlt, nun sei er aber fit und nehme die Teambesprechung digital auf.

Auch abgesehen von der Teambesprechung läuft bei Nagelsmann jetzt alles über die digitalen Wege. Beim Champions-League-Spiel am Mittwochabend stand er mit seinem Trainerteam per Whatsapp und Anrufe in Verbindung. "Es hat sehr gut funktioniert. In der ersten Halbzeit komplett und in der zweiten Halbzeit bis zur 65 Minuten zu beeinflussen."

Klar ist: Am Samstag (15.30 Uhr) beim Spiel gegen Hoffenheim wird Nagelsmann die 90 Minuten noch von zuhause verfolgen. Dass er sich in der Halbzeit über das Internet zu den Profis in die Kabine schalten lässt, schließt er aus: "Ich vertraue meinen Leuten, dass sie die richtigen Worte wählen. Ich sage ihnen aber, was ich zeigen würde."

Toppmöller jetzt im Vordergrund

Seine Leute, das sind Dino Toppmöller und Xaver Zembrod. Toppmöller steht dabei im medialen Vordergrund. Nagelsmann erklärt: "Xaver steht ungern im Rampenlicht, führt nicht gerne Interviews und macht seine Arbeit gerne im Hintergrund. Ich möchte ihn nicht in eine Situation zwingen, in der er sich nicht wohlfühlt." Gleichzeitig habe Toppmöller aus seiner Zeit als Cheftrainer (Düdelingen, Virton) genug Erfahrung im Umgang mit den Medien.

Um aus der Ferne mit diesem Duo kommunizieren und analysieren zu können, hat Nagelsmann vorgesorgt. "In der Isolation habe ich mir ein kleines Analysezentrum gebaut mit einem großen Bildschirm, iPad und Laptop, weil wir ganz andere technische Möglichkeiten haben. Auch auf das Scouting-Feed-Bild werde ich zugreifen und trotzdem parallel Sky laufen zu lassen, damit ich die Wiederholungen sehe.

Es sieht aus wie in einem Rechenzentrum." Mit einem Lächeln fügt er zu: "In der Küche wohlgemerkt, damit ich einen kurzen Weg zum Tee habe."

Stellt sich lediglich die Frage, wie lange Nagelsmann den Münchnern an der Seitenlinie und am Trainingsplatz fehlen wird. "Es hängt extrem von den Symptomen ab und wie schnell es mir gut geht und natürlich von den Testungen. Es gibt keine genaue Prognose", erzählt Nagelsmann.

Grundsätzlich könnte sich Nagelsmann am laut der bayerischen Verordnung als Geimpfter nach fünf Tagen frei testen, wenn er auch symptomfrei ist. Im Pokal am kommenden Mittwoch könnte er also gegen Gladbach wieder an der Seitenlinie stehen.

(stu)

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