15.06.2021, D

Dänemarks Trainer Kasper Hjulmand. Bild: dpa / Martin Meissner

"Unter Druck gesetzt gefühlt": Dänischer Nationaltrainer kritisiert UEFA nach Eriksen-Vorfall scharf

Zwar hat sich Dänemarks Christian Eriksen nach seinem Kollaps am vergangenen Samstag mit einigermaßen positiven Nachrichten aus dem Krankenhaus bei Instagram zu Wort gemeldet, doch der Ärger bei der dänischen Nationalmannschaft über die Fortsetzung der Partie ist immer noch groß.

Nationaltrainer Kasper Hjulmand ging die UEFA am Dienstagmorgen im Trainingscamp in Helsingör scharf an und sagte, er habe sich unter Druck gesetzt gefühlt. Genauso wie sein Team.

"Es ist unbestreitbar, dass es zwei Möglichkeiten gab. Ich hatte das Gefühl, dass die Spieler und wir, die uns nahe standen, in diesem Dilemma unter Druck gesetzt wurden", sagte der 49-Jährige. Er erklärte weiter: "Es war sehr schwer, dabei zu sein und diese Entscheidung zu treffen."

Und der Nationalcoach machte noch einmal deutlich: "Auf jeden Fall ist es völlig falsch zu glauben, dass wir gekommen sind und gesagt haben, dass wir gerne weiterspielen würden." Bereits am Sonntag erklärte er: "Vielleicht hätten wir einfach in den Bus steigen sollen und dann gucken, was am nächsten Morgen ist. Das ist mein Gefühl."

Spielern wird Einsatz gegen Belgien freigestellt

Doch laut dem ehemaligen Trainer von Mainz 05 gab es für das Team nur zwei Optionen: Entweder am Abend weiterspielen oder am nächsten Tag um 12 Uhr. Also entschied sich das Team, noch am Abend weiterzuspielen und verlor mit 0:1 gegen Finnland. "Gute Führung steht nicht in irgendwelchen Büchern. Es hätte kein Fußball gespielt werden dürfen", führte Hjulmand aus. Es gehe ihm mit seiner Kritik aber nicht darum, im Nachhinein "einen Ausgleich oder gar einen Punkt" zu bekommen

Der dänische Trainer hofft nun, dass ein Lerneffekt aus dem Vorfall entsteht. Das Turnier wollen die Dänen aber auf alle Fälle zu Ende spielen – auch für Christian Eriksen. Er sendete einen Gruß aus dem Krankenbett und werde nun seine Teamkollegen "bei den nächsten Spielen anfeuern. Spielt für ganz Dänemark", schloss er seinen Beitrag mit einem emotionalen Appell.

Am Donnerstag kehrt die Mannschaft im Spiel gegen Belgien an den Ort des Unglücks ins Stadion in Kopenhagen zurück. "Es ist noch zu früh, um zu sagen, ob jeder Spieler mental bereit sein wird, das Spiel am Donnerstag zu spielen", sagte der dänische Nationalcoach. Aber es sei "in Ordnung, wenn es einige Spieler gibt, die emotional nicht bereit sind."

(lgr)

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