Jogi Löw bei seiner Verabschiedung vom DFB in Wolfsburg.
Jogi Löw bei seiner Verabschiedung vom DFB in Wolfsburg.Bild: www.imago-images.de / Darius Simka

Bei DFB-Verabschiedung: Das sagt Ex-Bundestrainer Löw über seine Zukunft

11.11.2021, 21:18

Mit Standing-Ovations und "Jogi, Jogi"-Rufe wurde Ex-Bundestrainer Joachim Löw vor dem WM-Qualifikations-Spiel gegen Liechtenstein verabschiedet. Zumindest, als er das kleine Spalier aus ehemaligen Spielern und Weggefährten wie Miroslav Klose, Per Mertesacker, Mario Gomez oder Mats Hummels durchschritt, konnte man zumindest ein wenig glasige Augen erkennen

Nach 17 Jahren als Co- und Chef-Trainer beim DFB ist nach der EM im Sommer und der nun erfolgten Verabschiedung die Zeit von Löw bei der Nationalmannschaft endgültig vorbei. Im Interview vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein sprach Löw beim Fernsehsender RTL über seine Zukunft.

Löw will wieder als Trainer arbeiten

Angesprochen darauf, ob Fußball-Fans den 61-Jährigen bald wieder an der Seitenlinie sehen können, antwortete Löw: "Es ist durchaus vorstellbar, aber nach so einer langen Zeit brauche ich ein halbes oder ein ganzes Jahr, um etwas Abstand zu gewinnen und mich ein bisschen zu orientieren. Aber die Lust und die Motivation kommt schon langsam zurück."

Heißt: Ab Januar 2022 könnte sich Löw durchaus ein Engagement vorstellen. Ob er wieder eine Nationalmannschaft übernehmen will oder noch einmal im Vereinsfußball aktiv sein wird, blieb offen. Zuletzt gab es allerdings Gerüchte, dass er die Nachfolge von Ronald Koeman beim FC Barcelona werden könnte. Wurde er nicht, weil der spanische Top-Klub auf Klub-Ikone Xavi zurückgriff, der nun beim 26-maligen spanischen Meister.

"Es war nicht immer ganz so einfach, weil nach so vielen Jahren und einer so langen Reise musste ich auch Abstand gewinnen und einiges verarbeiten."
Ex-Bundestrainer Jogi Löw über die letzten Monate seit dem EM-Aus im Sommer.

Löw sprach allerdings auch über die vergangenen Monate seit dem EM-Aus im Achtelfinale gegen England (0:2): "Es war nicht immer ganz so einfach, weil nach so vielen Jahren und einer so langen Reise musste ich auch Abstand gewinnen und einiges verarbeiten. Das letzte Turnier war für uns alle ein bisschen enttäuschend. Ich habe eine Weile gebraucht, aber jetzt habe ich das Gefühl, dass es mir gut geht und dass ich mich wieder freue auf Fußball."

Über seinen direkten Nachfolger als Bundestrainer, Hansi Flick, findet Löw ausschließlich positive Worte. Flick sei der beste Trainer, den die deutsche Mannschaft haben könnte: "Er bringt alles mit, hat viel Erfahrung auch im Verband und auf Vereinsebene. Er hat eine hohe Kompetenz und eine unglaubliche Empathie. Er weiß, wie er alle mitnehmen muss im Team. Das war auch zu sehen, es war viel Energie in der Mannschaft. Der Hansi macht das hervorragend."

Einzig ungewohnt für Löw sei es, bei einem Länderspiel jetzt nicht an der Seitenlinie zu stehen, sondern auf der Tribüne zu sitzen: "Die letzten 17 Jahre waren ich immer unten am Rasen und in der Kabine. Es ist schon ein bisschen ein komisches Gefühl."

In den sozialen Medien hingegen machte sich eine gewisse Melancholie angesichts des Löw-Abschieds breit. Ein User schrieb von einer Gänsehaut, die er habe wenn er an die Zeit mit Löw und besonders an die Weltmeisterschaft 2014 zurückdenke.

Ein weiterer Nutzer findet es gut, dass der Abschied von Löw relativ schlicht mit einem Spalier ablief und kein großer Festakt wurde.

DFB-Star heizt Spekulationen um möglichen Wechsel zum FC Bayern an

Nico Schlotterbeck ist derzeit wohl einer der besten Innenverteidiger der Bundesliga. In einem Interview mit dem Fußball-Magazin "Kicker" machte der Freiburger jetzt Anspielungen auf seine Zukunftsambitionen. Er wolle beim "besten Verein" spielen, verrät der 21-Jährige – und das ist in Deutschland ohne Frage der FC Bayern. Grund für das Selbstbewusstsein: Der Zweikampf mit BVB-Star Erling Haaland.

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