Ex-Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge leitete bis zum Sommer über 20 Jahre die Geschicke des Vereins.
Ex-Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge leitete bis zum Sommer über 20 Jahre die Geschicke des Vereins. Bild: dpa / Arne Dedert

"Gutes Geld bekommen": So bewertet Ex-Bayern-Boss Rummenigge das Katar-Sponsoring

12.11.2021, 17:05

Der FC Bayern München und ihr Sponsor "Qatar Airways" – diese Partnerschaft kritisieren die Fans der Münchner schon seit dem ersten Trainingslager des Rekordmeisters im Wüstenemirat im Jahr 2012.

Erst am vergangenen Samstag demonstrierten die Fans mit einem riesigen Plakat gegen den "Platin Partner" des Vereins. Dabei waren Vorstandsboss Oliver Kahn und Präsident Herbert Hainer zu sehen, die mit blutigen Hemden vor einer Waschmaschine stehen. Dazu der Spruch: "Für Geld waschen wir alles rein."

Am vergangenen Samstag demonstrierten die Bayern-Fans gegen das Katar-Sponsoring.
Am vergangenen Samstag demonstrierten die Bayern-Fans gegen das Katar-Sponsoring. Bild: www.imago-images.de / Markus Ulmer

Nun gibt auch Ex-Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge zu: "Bayern München hat mit Qatar Airways eine Partnerschaft, und ich war da auch nie ein Pharisäer, wenn ich das mal so sagen darf. Wir haben gutes Geld aus diesem Vertrag bekommen", sagte er im WDR. Die Münchner sollen jährlich 18 bis 20 Millionen Euro für den Vertrag bis 2023 erhalten.

Seit Jahren machen die Münchner Fans immer wieder auf die Menschenrechtsverletzungen im Wüstenemirat aufmerksam, vor denen laut ihnen die Vereinsführung die Augen verschließt. Die Bayern-Bosse argumentieren jedoch immer, dass nur durch einen Dialog vor Ort eine Verbesserung der Situation eintritt.

Mitgliedervotum gegen Katar-Sponsoring am 23. November

"Man muss grundsätzlich auch sagen, dass in Qatar von allen arabischen Staaten im Moment die besten oder die größten Verbesserungen da sind in Sachen Menschen- und Arbeitsrechte. Dass die keinen vergleichbaren Standard mit Deutschland oder Europa haben, das ist bekannt", sagte der 66-Jährige. Er ist sicher, dass der Fußball langfristig für Verbesserungen im Land sorgen könnte.

"Es ist wahr, dass der Fußball als Ganzes durchaus Aufmerksamkeit auf die Geschichte gelenkt hat. Es ist aber auch wahr, dass der FC Bayern im Speziellen nur wenig dazu beigetragen hat und sich mitunter sogar instrumentalisieren ließ, um Fortschritte größer erscheinen zu lassen, als sie sind", erklärt hingegen Bayern-Experte Justin Kraft gegenüber watson.

Die Bayern-Fans protestierten jedoch nicht nur mit Plakataktionen, sondern haben für die Jahreshauptversammlung am 23. November einen Antrag eingereicht, bei dem über die Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Sponsor abgestimmt werden soll. Das würde zwar keine endgültige Entscheidung bedeuten, aber die Bosse weiter unter Druck setzen.

(lgr)

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