Bildnummer: 04395786  Datum: 17.01.2009  Copyright: imago/Köhn
Trainer Mehmet Scholl (Mitte) mit Sohn Lukas Julian (li., beide FC Bayern München D Jugend); Indoor, Halle, Vdig, quer, Kind, Kindersport, Kinderfußball, Nachwuchsfußball, Jugendfußball, Jugendfußballer, Nachwuchsfußballer, Familie, Gestik o0 Hallenfußball privat Opel Mundt Cup 2009, D Junioren, Nachwuchs, Jugend, Hallenturnier, Hallenfußballturnier Halle / Saale Spannung,  Fußball Herren Mannschaft Deutschland Gruppenbild pessimistisch Randmotiv Personen

Image number 04395786 date 17 01 2009 Copyright imago Köhn team manager Mehmet Scholl centre with Son Lukas Julian left both FC Bavaria Munich D Youth Indoor Hall Vdig horizontal Child Children sport Children football Junior football Youth football Youth footballers Young footballers Family Gesture o0 Indoor football Private Opel Mundt Cup 2009 D Juniors Offspring Youth Indoor tournament Indoor football tournament Hall Saale Tension Football men Team Germany Group photo pessimistic Rand motive Human Beings

Mehmet Scholl hadert damit, dass sein Sohn Lucas sein fußballerisches Talent bisher nicht dazu nutzen konnte, um den Sprung ganz nach oben zu schaffen. null / imago images

Mehmet Scholl erklärt, warum sein Sohn Lucas den Sprung nach oben im Fußball nicht schaffte

Dass Mehmet Scholl ein Mann der klaren Worte ist, hat er spätestens im Anschluss an seine Fußballkarriere als ARD-Experte eindrücklich gezeigt. Doch Scholl urteilt nicht nur knallhart über Fußballprofis aus den Topligen – sondern auch über seinen eigenen Sohn, dem genau diese steile Fußballkarriere bisher nicht geglückt ist.

Lucas Scholl hatte beim FC Bayern München die Jugend durchlaufen. Unter Pep Guardiola durfte er bei den Profis mittrainieren, war kurz davor, den Sprung nach ganz oben zu schaffen. Doch daraus wurde nichts: Heute, mit 24, spielt der Scholl-Sprössling beim SV Horn in der 2. österreichischen Liga. In einem Podcast der "Bild"-Zeitung (ab 01:27:06) analysierte sein Vater nun schonungslos offen, warum Lucas Scholl den Sprung in die Bundesliga nicht geschafft hat.

"Das sind diese drei Komponenten, nach denen ich unterscheide", listete Scholl auf.

  1. "Was kann er technisch, taktisch, wie stoppt er, wie passt er, wie dribbelt wer, wie verhält er sich? Da ist Lucas bei 100 Prozent", analysierte Scholl. Daran scheiterte es also nicht.
  2. "Der zweite Bereich ist körperlich: Wie ist die Athletik, wie ist die Physis, wie ist die Ausdauer? Wie ist der Körperbau? Da ist er bei 60 Prozent", so Scholl kritisch.
  3. "Und eigentlich der wichtigste Bereich: Wie ist der Charakter? Wie reagiert ein Spieler, wenn's eng wird? Wird er besser, lehnt er sich auf, legt er eine Schippe drauf oder bricht er weg? Und da ist der Lucas bei 30 Prozent."

Mehmet Scholl zu seinem Sohn: "Du bist ein verhinderter Multimillionär"

Genau hier sieht Scholl also den Grund für das Scheitern seines Sohnes am Aufstieg in die Profiliga: "Wenn du die dritte Kategorie nicht erfüllst, ist es scheiße. Wenn du die zweite nicht zu hundert Prozent erfüllst, ist es auch scheiße." Die erste Kategorie hingegen würden viele Profis nicht zu hundert Prozent erfüllen.

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Spielt heute in der zweiten österreichischen Liga: Lucas Scholl. null / imago images

Vom Reporter darauf angesprochen, ob er seine Worte über seinen eigenen Sohn nicht etwas hart finde, sagte Scholl: "Wie soll ich es anders analysieren? Ich kann es ja nicht anders analysieren als es ist." Und weiter: "Ich hau doch jetzt mein Kind nicht in die Pfanne. Aber das ist Realität, Fakt."

Er rede mit seinem Sohn ehrlich und direkt über diese Dinge, sagte Scholl. "Ich sage ihm auch ganz offen: Du bist ein verhinderter Multimillionär." Mit den Fähigkeiten, die er habe – verglichen mit dem, was am Ende dabei herauskomme, nämlich ein Einsatz in Österreichs zweiter Liga.

Mehmet Scholl über Knackpunkt bei seinem Sohn: "Die Erziehung hat aufgehört"

Das Talent wäre also da, analysierte Scholl seinen Sohn. Pep Guardiola habe schon nach dem ersten Training beim FC Bayern gesagt, dass Lucas "super Fähigkeiten" habe. Auf die Frage, was danach passiert sei, antwortete Scholl:

"Die Erziehung hat aufgehört. Die Erziehung zum Erfolg, die Erziehung zur Qual, die Erziehung dazu, es unbedingt schaffen zu wollen – und zwar nicht zu seinen Bedingungen, sondern zu den Bedingungen, die es braucht, damit man oben ankommt."

Scholl über seinen Sohn: "Dann bin ich irgendwann ausgestiegen"

Lucas habe zwei, drei "katastrophale Trainer" gehabt, aber das dürfe einen Spieler auf dem Weg nach oben nicht aufhalten. "Er hat viele verschenkte Jahre gehabt." Das beste Jahr als Fußballer habe sein Sohn unter ihm in der U13 gehabt, sagte Scholl. Doch das habe das Vater-Sohn-Verhältnis stark belastet.

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Ein Bild aus alten Zeiten: Mehmet Scholl und sein Sohn Lucas, der damals in der D-Jugend des FC Bayern München spielte. null / imago images

Am Ende sei es an seinem Sohn selbst gelegen – so lässt sich Scholls Analyse final zusammenfassen, der moniert, dass Lucas auf viele Ratschläge nicht habe hören wollen.

"Wenn ein Kind mit Lothar Matthäus zusammensitzt, der sagt dasselbe, mit Schweinsteiger, der Papa ist noch der Mehmet, und er sucht trotzdem einen anderen Weg als alle ihm sagen – dann bin ich irgendwann ausgestiegen. Dann hab ich gesagt: Dann mach".

Zwischenmenschlich sei jedoch alles "okay" zwischen ihm und seinem Sohn, sagte Mehmet Scholl. "Es gibt auch mal Phasen, wo man wenig Kontakt hat. Das ist einfach so."

(hau)

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    Alle Leser-Kommentare
  • SunFlower 15.03.2021 13:48
    Highlight Highlight Klare Ansage von Scholl

    Finde ich absolut OK und auch sachlich
    Schade - der Sohnemann hat so viel Talent - aber es gehört halt mehr dazu.

    ICh selber hab auch ein Kind.
    Meine Tochter interessiert sich absolut nicht für Sport- zumindest nicht mehr
    Da hilft es auch nichts wenn der PAPA schimpft
    Aber sachlich zu analysieren warum - find ich OK

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