Zuletzt stand Bayern-Coach Julian Nagelsmann beim Auswärtsspiel in Leverkusen an der Seitenlinie.
Zuletzt stand Bayern-Coach Julian Nagelsmann beim Auswärtsspiel in Leverkusen an der Seitenlinie. Bild: www.imago-images.de / Laci Perenyi

"Mit mir auch nicht gewonnen": So arbeitete Bayern-Coach Nagelsmann die Pokal-Blamage auf

29.10.2021, 14:15

Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidžić und Thomas Müller fehlten nach der 0:5-Pokalblamage am Mittwochabend gegen Borussia Mönchengladbach die Worte, um die historische Niederlage zu erklären.

Mit eineinhalb Tagen Abstand versuchte nun Trainer Julian Nagelsmann in einem vierminütigen Monolog die Klatsche zu erklären.

"Wir haben in erster Linie gezeigt, dass wir Menschen sind und keine Maschinen", sagte der Trainer des FC Bayern auf der Pressekonferenz am Freitag vor dem Spiel gegen Union Berlin. "Fehler passieren und in Kombination mit unserer schlechten Form und einem sehr guten Gegner haben wir gezeigt, dass wir verwundbar waren."

"Wir werden keinen aufgrund einer schlechten Leistung am Mittwoch draußen lassen."
Bayern-Coach Julian Nagelsmann zur Aufstellung am Samstag

Und der 34-Jährige ist sich sicher, dass das Spiel nicht anders geendet wäre, wenn er an der Seitenlinie gestanden hätte. "Ich glaube nicht, dass wir das Spiel mit mir gewonnen hätten. Trotzdem wäre es wichtig gewesen, wenn ich dabei gewesen wäre und die Spieler unterstützt hätte." Auch ohne die Themen wie Kimmichs ausbleibende Corona-Impfung oder den Gerichtsprozess von Lucas Hernández hätten sie laut Nagelsmann nicht gewonnen.

"Wir sind fehlbar und machen auch an einem Tag mal Vieles nicht richtig."

Gespräche mit Kahn, Salihamidžić und den Führungsspielern

Um die Gründe und Auswirkungen der Niederlage aus der heimischen Küche zu verstehen, habe er sich intensiv mit Vorstandsboss Oliver Kahn und Sportvorstand Hasan Salihamidžić ausgetauscht. Zudem gab es am Mittwoch eine Gesprächsrunde mit den Führungsspielern des Teams.

"Wir haben uns nicht gegenseitig vollgeweint, aber die Spieler sollten nicht nur die Fehler bei sich suchen, sondern auch bei mir." In den Gesprächen sei es dann vor allem darum gegangen, den Stars Lösungen für Spielsituationen an die Hand zu geben. Der Coach bemängelte vor allem die fehlende Dynamik in der gegnerischen Hälfte. "Da geht es auch mal darum, nicht Bayern-Like zu spielen."

Doch er machte auch deutlich, was er nun von seiner Mannschaft erwartet: "Es sollte etwas Einmaliges bleiben. Wir müssen zeigen, dass wir Champions sind, die wieder aufstehen."

Rotation, aber nicht aus Leistungsgründen

Unabhängig vom Ergebnis am Mittwochabend wird die Startelf gegen Union Berlin am Samstagnachmittag aber definitiv auf einigen Positionen verändert werden. "Wir werden keinen aufgrund einer schlechten Leistung am Mittwoch draußen lassen". Vielmehr ginge es um Belastungssteuerung.

Ziemlich sicher ist, dass aus dem Innenverteidigerduo Hernández/Upamecano einer auf der Bank sitzen wird und Niklas Süle von Beginn spielt.

Gerade Upamecano erwischte am Mittwochabend einen rabenschwarzen Tag und sah bei vier der fünf Gegentore nicht gut aus. Gladbachs Stürmer Embolo stellte ihn bis zu seiner Auswechselung in der 55. Minute immer wieder vor große Probleme. Nagelsmann begründet das mit Upamecanos Verteidigungsstil.

Bayern-Coach Nagelsmann befindet sich weiter in Corona-Quarantäne und war per Video aus seiner Küche zugeschaltet.
Bayern-Coach Nagelsmann befindet sich weiter in Corona-Quarantäne und war per Video aus seiner Küche zugeschaltet. bild: screenshot/fcbayern

"Wenn der Gegenspieler selbst körperlich stark und schnell ist wie er, dann muss er seinen Verteidigungsstil ein bisschen anpassen und mehr mit Cleverness und Auge verteidigen." Doch der Bayern-Coach hält den 23-Jährigen für clever genug, dass er daraus lernen wird.

Nagelsmann verspürt nicht mehr Druck

Durch das Pokal-Aus haben die Münchner frühzeitig die erste Titelchance für diese Saison verpasst. Dass der Druck auf den Cheftrainer nun noch größer wird, verspürt Nagelsmann unterdessen nicht.

"Den Druck, Spiele und Titel zu gewinnen, spüre ich seit dem ersten Tag. Das hat sich nicht großartig geändert."

(lgr)

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