29.06.2021, Großbritannien, London: Fußball: EM, England - Deutschland, Finalrunde, Achtelfinale im Wembley Stadion. Bundestrainer Joachim Löw und Thomas Müller umarmen sich nach der Partie. Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Müller kritisiert nach dem frühen Aus im EM-Achtelfinale seinen ehemaligen Bundestrainer Joachim Löw. Bild: Christian Charisius/dpa

EM-News: Müller und Rangnick kritisieren öffentlich Löw

Nach einer bitteren 0:2-Niederlage gegen England ist Deutschland im Achtelfinale der Europameisterschaft bereits ausgeschieden. Somit endet die 15-jährige Ära von Bundestrainer Joachim Löw ohne einen EM-Titel. Doch auch wenn Deutschland raus ist, ist die EM noch in vollem Gange. Auch das Viertelfinale sorgte für viel Spannung. Was besonders überraschte: Vor allem die Underdogs sind dieses Jahr erfolgreicher denn je – zum Beispiel die Schweiz, die das erste Mal überhaupt im Viertelfinale stand, sich aber gegen die Spanier geschlagen geben musste. Ins EM-Halbfinale zogen schließlich England, Dänemark, Spanien und Italien.

Alle wichtigen News rund um die EM findest du in unserem News-Ticker:

EM-Viertelfinale: Spiele im Überblick

6. Juli

Rangnick über Nationaltrainer: "Sollte ein Fulltime-Job sein"

Laut Ralf Rangnick sollten die Trainer der deutschen Nationalmannschaft in Zukunft deutlich fokussierter ihren Job ausführen. "Bundestrainer sollte ein Fulltime-Job sein", sagte der 63-Jährige bei einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Statt wie zurzeit eher sporadisch sollte der Bundestrainer künftig laut Rangnick "jeden Tag zehn Stunden zur Verfügung stehen, jede Woche einen anderen Klub besuchen".

So könne sich der Trainer des DFB-Teams "intensiv mit den Trainern austauschen, Trainingsinhalte kennenlernen und auch frühzeitig neue Talente entdecken. Wenn der Bundestrainer unser Fußball-Kanzler ist, sollte er entsprechend Präsenz zeigen".

Allerdings sei dies "gar keine Kritik an Jogi Löw, denn das wurde in den letzten 60 Jahren einfach noch nie so praktiziert. Wenn wir über Verbesserungen reden, müssen wir solche Dinge angehen". Jedoch wäre es trotzdem die Entscheidung von Löw, das selbst in die Hand zu nehmen. Diese Kritik trifft den ehemaligen Bundestrainer also auch direkt.

Neben strukturellen Problemen in der Trainer-Frage kritisierte Rangnick bezüglich des EM-Aus der deutschen Nationalmannschaft insbesondere die taktische Komponente: "Bei unserer Mannschaft sah alles wie irgendein zusammengewürfelter Mix aus, damit gewisse Spieler auf dem Platz stehen konnten. Aber das ergab nichts stimmiges Ganzes", so Rangnick. "Auf dem Niveau einer EM sollten möglichst alle elf Spieler auf ihrer 1a-Position auflaufen. Das war bei der deutschen Elf sicher nicht der Fall."

5. Juli

18.00 Uhr: Müller kritsiert Löw und dessen Taktik öffentlich: "Sind de facto gescheitert"

Fußball-Nationalspieler Thomas Müller übt in seinem persönlichen EM-Fazit Systemkritik und stellt damit die Taktik von Ex-Bundestrainer Joachim Löw infrage. "Mit unserer Bestrebung, durch eine eher abwartende, kompakte Defensivstrategie ohne Gegentor zu bleiben sind wir de facto gescheitert", schreibt der Profi von Bayern München in seinem monatlichen Newsletter.

Löw hatte bei der EM auf eine Dreier- bzw. Fünferkette gesetzt, das System aber wiederholt als "unwichtig" bezeichnet und Kritik zurückgewiesen. Im Achtelfinale gegen England (0:2) hätten sich "beide Mannschaften mit ihren Fünferketten nahezu neutralisiert", schrieb Müller: "Bei so einem Spielverlauf gewinnt oft der, der das erste Tor macht." Das waren die Three Lions. Müller verpasste beim Stand von 0:1 die große Chance zum Ausgleich (81.).

Diese Szene nannte der 31-Jährige "extrem bitter". Der Zukunft der Nationalelf blickt er mit gemischten Gefühlen entgegen. "Wir haben tolle Spieler, aber es sind noch viele Hausaufgaben zu machen", meinte Müller. Die neue Saison beim FC Bayern geht er mit Zuversicht an. "Solche sportlichen Enttäuschungen wie die EM versuche ich immer zusätzlich noch in positive Arbeitsenergie umzuwandeln", schrieb er: "Wie immer möchte und muss ich mich da aufs Neue beweisen. Motivation und Ehrgeiz habe ich generell in einem ausreichenden Maße."

Es werde "spannend", wie schnell sich die Bayern unter ihrem neuen Trainer Julian Nagelsmann "als Mannschaft finden können".

16.00 Uhr: Einhornzeit bei den Engländern

Es ist wieder Einhornzeit – zumindest für die englische Fußball-Nationalmannschaft. Die Spieler zelebrieren ihre gute Laune vor dem EM-Halbfinale am Mittwoch mit possierlichen Schwimmhilfen im Pool: "Wir können einfach nicht genug von diesen Bildern bekommen", hieß es auf dem Instagram-Kanal der Three Lions. Schon vor drei Jahren bei der WM waren diese Bilder ein Hit.

England hofft jetzt auf den ersten großen Titel seit der WM 1966 herbei, zu ernst soll es dabei aber nicht zugehen. Teammanager Gareth Southgate legt großen Wert auf gute Stimmung, zuletzt hatte er unter anderem völlig überraschend Popstar Ed Sheeran ins Teamcamp eingeladen, der dem Team ein Privatkonzert gab.

Am Mittwoch (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) ist England im EM-Halbfinale im Wembley-Stadion gegen Dänemark gefordert. Das Finale findet am Sonntag (21.00 Uhr) ebenfalls im Londoner Fußball-Tempel statt.

07.21 Uhr: Brite sammelt über 35.000 Pfund für kleinen Deutschland-Fan

Am Montagmorgen sind bereits über 35.000 Pfund an Spendengeldern für das kleine Mädchen geflossen. Ob der Spendensammler die Eltern des Kindes ausfindig machen konnte, ist unklar. Am Sonntag bedankte sich Joel Hughes auf der Webseite der Plattform für die zahlreichen Spenden. "Ich arbeite eng mit Felix vom 'Just Giving'-Team zusammen und wir hoffen, dass wir in den nächsten Tagen positive Nachrichten haben", so Hughes. "Wir werden auch darüber informieren, wie wir diese Aktion erfolgreich beenden können."

Joel Hughes hat sein Twitter-Profil, auf dem er die Spendenaktion gestartet hat, auf privat gesetzt. Seine Tweets und auch der Spenden- und Suchaufruf sind nicht mehr öffentlich einsehbar.

4. Juli

11.45 Uhr: Nach deutschem EM-Aus: Brite sammelt Spenden für weinendes Kind

Nach dem Deutschland-Aus gegen England waren viele Fans niedergeschlagen. Doch vor allem ein kleiner Fan sorgte für Aufsehen. Nach der EM-Niederlage weinte ein Mädchen bitterlich im Stadion, während es von seinem Vater getröstet wurde. Diese rührende Szene wurde von den Kameras eingefangen und noch im Stadion auf den Bildschirmen übertragen.

Die englischen Fans hatten jedoch wenig Mitleid und jubelten, als sie das traurige Kind sahen. Das Bild des Mädchens ging im Netz als Meme viral, mit teils beleidigenden Kommentaren.

Daraufhin wurde auch England-Fan Joel Hughes darauf aufmerksam und beschloss kurzerhand, eine Spendenaktion auf einer Crowdfunding-Plattform ins Leben zu rufen unter dem Motto "Lasst uns diesem kleinen Mädchen zeigen, dass nicht jeder im Vereinten Königreich ein schlechter Mensch ist".

Am Sonntagmorgen waren es bereits über 32.000 Pfund an Spenden, die für den traurigen Deutschland-Fan zusammengekommen sind. Da Hughes allerdings die Eltern des Kindes nicht kennt, sucht er im Netz nach diesen. "Twitter, ich brauche deine Hilfe, die Eltern dieses kleinen Mädchens zu finden, damit wir ihr ein wenig Geld, das wir gesammelt haben, spenden können", schreibt Hughes. Doch aus dem "wenigen Geld" wurde ein ganz schöner Batzen.

9.13 Uhr: Dänemark und England folgen Italien ins Halbfinale

Die dänische und die englische Nationalmannschaft folgen den Italienern und Spaniern ins Halbfinale der Fußball-EM. Die Briten gewannen am Samstagabend in Rom gegen die Ukraine mit 4:0 (1:0) und treffen am Mittwoch auf Dänemark, das in Baku Tschechien mit 2:1 besiegt hatte. Italien gegen Belgien und Spanien gegen die Schweiz hatten bereits am Freitag den Sprung in die Runde der besten vier Teams geschafft.

In Aserbaidschan sorgte jedoch nicht nur das Spiel für Aufsehen: Auf Fotos sah man, wie zwei Ordner noch vor dem Anpfiff heftig mit dänischen Fans diskutierten. Sie hatte eine kleine Regenbogenfahne mit ins Olympiastadion genommen. Kurz darauf war die Fahne verschwunden. Die UEFA teilte der Deutschen Presse-Agentur jedoch auf Anfrage mit, dass die Ordner nicht angewiesen worden seien, Regenbogenfahnen zu konfiszieren. Der Vorfall werde laut UEFA untersucht.

03.07.2021, Aserbaidschan, Baku: Fu

Während des Spiels in Baku hielten dänische Fans die Regenbogenfahne hoch. Bild: dpa / Darko Vojinovic

3. Juli

13.00 Uhr: Italiener wollen für verletzten Spinazzola "ganz weit kommen"

Bei aller Freude über den Einzug ins Halbfinale: Die italienische Mannschaft muss die wohl schwere Verletzung von Leonardo Spinazzola verkraften. "Das ist ein schwerer Verlust für uns. Wir versuchen jetzt, ganz weit zu kommen – für ihn. Er war so wichtig für diese Mannschaft", sagte Torschütze Lorenzo Insigne nach dem Sieg über Belgien (2:1).

Außenverteidiger Spinazzola (28) musste in der 79. Minute vom Platz getragen werden. Zuvor war zu sehen, wie er aus vollen Lauf heraus plötzlich abstoppte und den linken Fuß nicht mehr belasten konnte. Spinazzola signalisierte, dass er ausgewechselt werden müsse, noch bevor er sich aufs Feld legte und zu weinen anfing.

Die Italiener teilten später mit, der 28-Jährige habe sich ohne Fremdeinwirkung an der linken Achillessehne verletzt, wie die Italiener mitteilten. "Es sieht ziemlich schwerwiegend aus", sagte Trainer Roberto Mancini, "das hat er nicht verdient. Er hat super und brillant gespielt, er ist einer der besten Spieler der EM. Es ist so schade, wir wünschen ihm alles Gute."

Spinazzola meldete sich am Samstag via Twitter zu Wort. "Leider wissen wir alle, wie es für mich gelaufen ist, aber der Traum der Azzurri geht weiter – und mit dieser tollen Gruppe ist nichts unmöglich", schrieb er: "Ich werde bald zurück sein, da bin ich mir sicher." Auf dem Weg zum erst zweiten EM-Titel nach 1968 trifft Italien nun auf Spanien. Das Halbfinal-Duell mit dem dreimaligen Europameister findet am Dienstag (21.00 Uhr) im Londoner Wembley-Stadion statt.

11.00 Uhr: Schweizer feiern ihre gescheiterte Nationalelf wie Helden

Die Schweizer feiern ihre im EM-Achtelfinale gegen Spanien so bitter gescheiterte Nationalelf wie Helden. "Unsere Herzen sind größer als Elfmeter", titelt die größte Boulevardzeitung der Deutschschweiz, "Blick", am Samstag. Sie schreibt: "Was für eine Schlacht, was für ein Drama, was für eine Willensleistung!".

Die Zeitungen sind sich einig, dass der Platzverweis von Remo Freuler wegen eines groben Foulspiels in der 77. Minute zumindest fragwürdig gewesen sei. Die Schweiz hatte am Freitagabend in St. Petersburg gegen Spanien im Elfmeterschießen verloren, nachdem sie Frankreich am Montag zum Einzug ins Achtelfinale noch besiegt hatten, ebenfalls im Elfmeterschießen.

"Großer Kampf, brutales Ende", schreibt der "Tages-Anzeiger". "Die Leistungen in den vergangenen zwei Wochen sind das Beste, was der Schweizer Fußball seit Jahrzehnten erlebt hat. Sie haben die Mannschaft und die Bevölkerung zusammengebracht, wie das lange nicht mehr der Fall gewesen ist.Die "Neue Zürcher Zeitung" schreibt: "Die mitreißende Europameisterschaftskampagne der Schweizer Nationalmannschaft hat im Viertelfinal ein bitteres Ende gefunden. (...) So groß die Enttäuschung über das Ausscheiden ist: Die Schweizer reisen mit erhobenem Haupt nach Hause."

2. Juli

19.07 Uhr: Flick und Löw äußern sich zu Kroos' Entscheidung

Hansi Flick als neuer DFB-Trainer bedauert die Entscheidung von Toni Kroos, nicht mehr für das DFB-Team spielen zu wollen: "Ich kann seine Beweggründe und seine Entscheidung jedoch nachvollziehen", wird Flick auf der DFB-Homepage zitiert. "Sein großer Wunsch ist es nun nach zehn intensiven Jahren der Doppelbelastung, sich auf Real Madrid zu konzentrieren und mehr Zeit mit der Familie zu verbringen." Flick bleibe daher nur, ihm für sein Engagement und seine Leistungen zu danken.

Auch Jogi Löw bedankt sich für die vielen gemeinsamen Jahre bei Kroos: "Ich danke Toni von Herzen für alles, was er über viele Jahre für den DFB und die Nationalmannschaft geleistet hat. Wie in den vergangenen Wochen war Toni immer mit einer unglaublichen Leidenschaft, großem Einsatz und Hingabe dabei, er war gerade für die jüngeren Spieler ein absolutes Vorbild." Toni habe überragende Qualitäten und wäre "ein großer Leader auf und neben dem Platz".

16.38 Uhr: UEFA verbietet Regenbogen auf Werbebanden

Ein weiteres Mal sorgt die UEFA für ein Eklat: Nachdem die Stadionbeleuchtung in Regenbogenfarben in München verboten wurde, dürfen jetzt auch Werbebanden von Unternehmen nicht mehr in Regenbogenfarben erstrahlen. "Aufgrund von Bedenken der UEFA im Hinblick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen an den Spielorten in Russland und Aserbaidschan hat der Verband uns darüber in Kenntnis gesetzt, dass eine Bespielung der Werbebanden in Regenbogenfarben in St. Petersburg und Baku nicht möglich sei. Diese Entwicklung bedauern wir", teilt der Konzern Volkswagen am Freitag mit.

14.03 Uhr: Toni Kroos beendet DFB-Karriere

Der frühere Weltmeister Toni Kroos beendet seine Karriere in der Fußball-Nationalmannschaft. Diese Entscheidung verkündete der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler von Real Madrid am Freitag in seinem Podcast "Einfach mal Luppen" – und auf Instagram. "106-mal habe ich für Deutschland gespielt. Ein weiteres Mal wird es nicht geben", schreibt Kroos auf seinem Instagram-Profil. Der DFB-Star begründet seine Entscheidung damit, dass er sich mehr als Ehemann und Papa um seine Frau und seine drei Kinder kümmern möchte und außerdem seine "volle Konzentration auf seine Ziele mit Real Madrid richten möchte".

Seit elf Jahren ist Kroos Teil der deutschen Nationalmannschaft, wurde 2014 beim Sommermärchen in Brasilien Weltmeister. Mit dem Abgang von Jogi Löw und dem DFB-Star beginnt für das Team eine neue Ära unter Hansi Flick.

In einem Interview mit "Bild" erläutert Kroos die Gründe für seinen Rücktritt näher: "Ich bin ein Familienmensch und möchte nach 14 Profi-Jahren nun mehr Zeit mit meiner Frau und den Kindern verbringen. Die Länderspielreisen nehmen neben dem Klub-Fußball zusätzlich viele Wochen im Jahr an Reisen und Abwesenheit in Anspruch."

"Ich möchte meine Frau und Kinder nicht ständig nur per Facetime oder Videocall sehen, sondern bei ihnen sein."

Toni Kroos über die Gründe seines Rücktritts gegenüber "Bild".

Jogi Löw habe er über seine Entscheidung nicht informiert. "Das war nicht nötig", so der Ex-Weltmeister gegenüber "Bild". Er habe es Löw bereits angedeutet, dass er nach der EM 2020 die Nationalmannschaft verlassen werde. Bei einem Telefonat zu Löws Rücktritt habe er zu ihm gesagt: "Es kann gut sein, dass wir dann gleichzeitig gehen."

10.02 Uhr: Gosens spricht über EM-Aus

Die Enttäuschung über das bittere EM-Aus sitzt bei den DFB-Stars noch immer tief. So spricht EM-Held Robin Gosens in dem Podcast "Meine Bayern-Woche" noch einmal über die Niederlage gegen England und erklärt: "Verdaut habe ich es noch nicht. Es tut immer noch saumäßig weh." Das werde auch noch ein paar Tage, vielleicht sogar Wochen dauern. Es sei unglaublich bitter so auszuscheiden, obwohl man sich eigentlich so viel mehr vorgenommen habe.

Mit einem Tor und zwei Vorlagen beim Spiel gegen Portugal wurde Gosens als EM-Held gefeiert. "Es war mein bisheriges Karrierehighlight", sagte der 26-Jährige auf das Spiel angesprochen.

Nach der England-Pleite sei es laut Gosens in der Kabine des DFB-Teams "mucksmäuschenstill" gewesen. "So eine Atmosphäre hatte ich in der Form auch noch nie. Keiner hat einen Ton gesagt, jeder war in seiner eigenen Gedankenwelt und hat sich wahrscheinlich die Frage gestellt, wie wir jetzt hier gerade ausscheiden können", erklärt der DFB-Held im Podcast. Er selbst habe "nicht geheult", aber "auf jeden Fall mit den Tränen gekämpft".

9.38 Uhr: UEFA sperrt Tickets für England-Fans

Englische Fans dürfen nicht zum Viertelfinale nach Rom einreisen. Die UEFA hat alle an englische Fans verkauften Tickets gesperrt. Damit will Italien verhindern, dass England-Fans trotz Quarantänevorschriften ins Land einreisen. Das gab das italienische Innenministerium am Donnerstag bekannt. So sollen bereits seit Donnerstag keine Tickets mehr an Engländer für das Spiel gegen die Ukraine am Samstagabend verkauft worden sein – bereits verkaufte wurden gesperrt. Auch die britische Regierung riet Fußball-Fans davon ab, für das Spiel nach Italien zu reisen.

1. Juli

13.40 Uhr: Ungarn-Trainer macht sich über Neuer und Ronaldo lustig

Frankreich, Portugal, Deutschland und Ungarn – die Gruppe F der EM galt als absolute "Todesgruppe". Der Weltmeister, der Europameister und der Rekord-Europameister – plus der kleine Außenseiter. Viel wurde den Ungarn vor dem Turnier nicht zugetraut, doch der Glanz der Top-Teams währte nicht lange: Alle Teams der "Todesgruppe" mussten sich im Achtelfinale von dem Traum vom Europameister verabschieden – und wurden teilweise von Underdogs aus dem Turnier geworfen. Das scheint Ungarns Trainer Marco Rossi besonders zu freuen. Er konnte es sich nicht verkneifen, eine Spitze in Richtung der Top-Fußballer zu schießen.

Auf Instagram postete Rossi ein Foto, auf dem er, Manuel Neuer, Cristiano Ronaldo und Kylian Mbappé in ihrer vollen Fußball-Montur und mit gepackten Koffern am Meer zu sehen sind. Dazu schreibt der Ungarn-Trainer: "Wir sehen uns bald am Strand." Er hat gut lachen: Schon kurz nach der Gruppenphase ist Marco Rossi nicht mehr der einzige aus Gruppe F mit viel unerwünschter Freizeit – nur hätte man es von den Kontrahenten nicht ganz so früh erwartet. Gruppe F? Abgemeldet.

8.00 Uhr: Rekord-Nationalspieler Matthäus: "Flick wird Dinge verbessern, verändern vor allem"

Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat nach dem EM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft die Taktik des scheidenden Bundestrainers Joachim Löw kritisiert. "Natürlich muss man über das System diskutieren, weil die Spieler das System nicht spielen wollten. Jogi Löw ist stur gewesen und hat wieder an etwas festgehalten, was im Endeffekt keinen Erfolg gebracht hat", sagte der 60-Jährige in einer Video-Kolumne für Interwetten. Beim Scheitern in der Vorrunde der WM 2018 in Russland habe Löw zu lange an verdienten Spielern festgehalten.

Joshua Kimmich habe sich auf der rechten Seite nicht wohl gefühlt, auch Thomas Müller habe auf einer anderen Position als beim FC Bayern gespielt, meinte Matthäus. Dabei nahm der Weltmeister von 1990 nach dem Aus durch das 0:2 gegen England im Achtelfinale am Dienstag auch erfahrene Spieler aus dem Kader in die Pflicht und sprach diese direkt an. "Sie haben Persönlichkeit, ein Manuel Neuer, ein Mats Hummels, ein Thomas Müller, ein Toni Kroos. Geht's auf den Trainer zu und redet mit ihm", betonte er. "Es kann nicht sein, dass wir ein System gespielt haben, das ihr im Endeffekt nicht wolltet."

Große Hoffnungen setzt Matthäus auf den Nachfolger von Löw als Bundestrainer. "Hansi Flick wird Dinge verbessern, verändern vor allem. Das ist zum Wohle der deutschen Nationalmannschaft, des deutschen Fußballs", sagte er. "Zwei Turniere so zu spielen wie wir es gespielt haben, das ist nicht das, was man von Deutschland erwartet."

(jab)

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