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Julian Brandt vom BVB im Bundesliga-Duell gegen Werders Klaassen. Bild: firo Sportphoto/Ralf Ibing

Bremen-Blues gegen Haaland-Hype: Warum der BVB bessere Chancen hat

Der DFB-Pokal als Schritt auf dem Weg aus der Ligakrise? Das ist zumindest die Bremer Hoffnung vor dem Flutlicht-Duell mit dem BVB. Werder ist gegen die Powerfußballer aus dem Revier klarer Außenseiter. Bei Dortmund könnte ein Nationalspieler debütieren.

Florian Kohfeldt dachte gar nicht daran, sich seine Vorfreude auf den Pokal-Klassiker von der eigenen Krise oder der Dortmunder Offensivpower und dem Haaland-Hype nehmen zu lassen. "Es ist Pokal und das setzt etwas frei", sagte der 37-Jährige am Montag und lächelte.

"Wir haben wenig zu verlieren in diesem Spiel", sagte Kohfeldt demonstrativ zuversichtlich. Er gehe davon aus, dass "ganz Deutschland" einen souveränen Sieg des BVB erwarte – und hat damit wohl recht. Selten ging die Favoritenrolle in den bisherigen sieben Pokalduellen der beiden Traditionsclubs so klar an die derzeit vor Offensivpower nur so strotzende Borussia wie im Achtelfinale an diesem Dienstag (20.45/ARD und Sky).

Duell Werder gegen den BVB

Während die Bremer als Tabellen-16. mitten im Abstiegskampf stecken und sogar der an der Weser eigentlich unantastbare Kohfeldt bei Teilen der Fans allmählich in die Kritik gerät, feiert der BVB um die Angriffs-Youngster Erling Haaland und Jadon Sancho eine Tor-Party nach der anderen. Dreimal siegte die Borussia nach der Winterpause – dreimal gelangen dem Revierclub fünf Treffer. Das Weiterkommen ist für Trainer Lucien Favre Pflicht und gegen hinten anfällige und vorne harmlose Bremer kann auch eigentlich nichts schiefgehen, oder doch?

"Der Pokal gibt immer die Möglichkeit gerade für Mannschaften, die in anderen Wettbewerben nicht so gut dastehen, besondere Highlights zu setzten"

Florian Kohfeldt

Winter-Verpflichtung und Hoffnungsträger Davie Selke sieht das ähnlich. "Bei solchen Pokalspielen kann man sich auch Selbstvertrauen holen", meinte er.

Bundesliga bei DFB-Pokal kein Thema

Kohfeldt hat bei aller Gefahr und Spitzenklasse auch kleinere Schwachstellen beim Tabellendritten ausgemacht. Welche das sind, verriet er natürlich nicht, gab stattdessen den Motivator: "Wir wissen, wie dramatisch die Situation ist in der Bundesliga, aber das spielt morgen keine Rolle."

Ob das auch in den Köpfen seiner Spieler so ist, scheint zumindest fraglich. Bei Werder weiß man: Die Partie unter Flutlicht im ausverkauften Weserstadion bietet die Chance, sich mit einem mitreißenden Auftritt Selbstvertrauen für das eminent wichtige Ligaspiel gegen Union Berlin am Samstag zu holen. Ein anderes Szenario ist aber auch: Dortmund wirbelt gegen den verunsicherten SVW einfach weiter, zaubert sich zum Kantersieg und vergrößert die Werder-Tristesse.

Spieler machen den Unterschied

Wie gewaltig der Abstand zwischen dem Revierclub und dem deutschen Meister von 2004 derzeit ist, zeigt ein Blick auf die personellen Möglichkeiten. Beim BVB kann Favre darüber nachdenken, ob Neuzugang und Nationalspieler Emre Can sein Debüt gibt, oder ob Sieben-Tore-Mann Haaland eine Pause bekommt.

Bei Werder hat Kohfeldt unter anderen die Optionen, vorne den 17 Jahre alten Nick Woltemade zu bringen oder die seit Wochen kriselnden Yuya Osako oder Johannes Eggestein aufzustellen.

Mut kann den Bremern die Statistik machen. In den letzten beiden K.o.-Duellen siegten die Hanseaten. Schon im vergangenen Jahr trafen die beiden Vereine aufeinander – in Dortmund entschieden die Bremer einen packenden Pokalfight im Elfmeterschießen für sich. Wenn sie es diesmal in die Verlängerung schaffen würden, hätten sie viele Erwartungen schon übertroffen.

(dpa/lin)

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