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Fußball Länderspiel Deutschland - Ukraine am 12.06.2016 in Stade Pierre Mauroy in Lille Deutsche Spieler feiern den Sieg V.l.n.r.: Joshua Kimmich ( Deutschland ) - Manuel Neuer ( Deutschland ) - Andre Schürrle ( Deutschland ) - Benedikt Höwedes ( Deutschland ) - Julian Weigl ( Deutschland ) xRx

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André Schürrle (Nummer 9) und Benedikt Höwedes (Nummer 4) spielten gemeinsam jahrelang in der deutschen Nationalmannschaft. Bild: imago sportfotodienst / Revierfoto

"Hauptsache teuer": Fußballer rechnen
mit ihrem Job ab

Dicke Autos, große Häuser, teure Klamotten – ein Klischee, das viele Profifußballer auf der Welt erfüllen. Lange Zeit war das auch das Leben der Ex-Weltmeister Benedikt Höwedes (32 Jahre) und André Schürrle (30). In diesem Jahr beendeten beide bereits in einem jungen Alter ihre Karriere und rechnen nun in einem Interview mit dem "DFB-Journal" mit den Oberflächlichkeiten im Profi-Fußball ab. Dabei sind die beiden nicht die ersten, die die Eigenheiten des Geschäfts Profifußball kritisieren.

Höwedes gibt dabei einen Einblick in das Innenleben eines Profi-Teams. "Wenn man bei Themen wie Autos oder Uhren nicht mitreden kann, dann fällt das auf." Dabei nahm sich der ehemalige Verteidiger selbst nicht aus der Verantwortung, denn zu Beginn seiner Karriere kaufte auch er einen Sportwagen und ließ ihn sogar noch tunen. "Aber das bin ich nicht. Mir gibt das einfach nichts."

Benzema kauft Auto für
2,75 Millionen Euro

Anders als zum Beispiel Real Madrids Stürmer Karim Benzema, der bei Instagram seinen neuen Bugatti Cheyron präsentierte. Das Auto soll rund 2,75 Millionen Euro kosten. In der Garage des Franzosen steht bereits ein Bugatti Veyron im Wert von 1,7 Millionen Euro.

André Schürrle gibt dabei zu, dass er während seiner Karriere nur eine Rolle gespielt habe. Schnelle Autos waren für den ehemaligen Angreifer auch wichtig. "Oberflächlich betrachtet war es schon cool. Ganz tief im Inneren habe ich aber gewusst, dass es mir nichts gibt, ein schnelles Auto zu fahren." Außerdem war ihm das Thema Mode enorm wichtig und selbst das teuerste T-Shirt nicht genug. "Immer mussten es teure Sachen sein, hier eine Lederjacke, dort ein T-Shirt von... egal, Hauptsache teuer – so ist man in die Kabine gegangen. Heute kann ich immer weniger verstehen, welche unnützen Dinge mir mal wichtig waren."

Der Gespräche zwischen den Teamkollegen seien häufig sehr oberflächlich. "In den meisten Fällen sind Mannschaftskollegen Kumpel, aber keine richtig guten Freunde."

Neven Subotic (ehemals Borussia Dortmund und 1. FC Union Berlin) sieht das ähnlich, spart sich die Kritik aber nicht für die Zeit nach der Karriere auf. Aktuell spielt er in der Türkei bei Denizlispor. Auch Subotic berichtet von einer persönlichen Wandlung, die er im Laufe seiner Karriere durchgemacht hat. "Ich hatte Häuser, hatte mehrere Autos. Aber mit der Zeit bin ich wieder zurückgerudert", sagt der Abwehrspieler in einer Youtube-Dokumentation.

Zeitweise hatte der heute 32-Jährige bis zu fünf Autos gleichzeitig. "Ich bin so aufgestiegen, wo die Erwartungshaltung einfach enorm hoch ist. Nicht nur beruflich, dass man Leistung bringt, auch gesellschaftlich, dass man ein bestimmtes Klischee erfüllt."

Subotic fährt in Berlin S-Bahn

Doch im Verlauf seiner Karriere verkaufte er seine Autos und sein Haus mit Jacuzzi wieder. "Als ich das einmal alles weg hatte, war ich deutlich glücklicher als zu der Zeit, als ich die Sachen hatte." Während seiner Zeit beim 1. FC Union Berlin fuhr er häufig mit der S-Bahn zum Training und zum Spiel im Stadion An der Alten Försterei.

Besonders mit der Gründung seiner Stiftung, die Brunnen in Afrika baut, habe sich sein Leben noch einmal grundlegend verändert. "Damit hat sich er Alltag komplett vom Materiellen abgedreht."

Ob es für Höwedes und Schürrle in die gleiche Richtung geht, wissen die beiden selbst noch nicht. Höwedes unterstützt die deutsche U21-Nationalmannschaft als Defensivtrainer und berät seinen Heimatklub TuS Haltern. Wohin es für Schürrle geht, weiß er selbst noch nicht genau. Nur: "Es wird gut. Und das ist ein großartiges Gefühl."

(lgr)

Als Maradona wegen Thomas Müller eine Pressekonferenz verließ

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Für viele Menschen war Diego Maradona ein Idol, für manche sogar der beste Fußballer aller Zeiten. Die ganze Welt staunte, wenn der kleine Argentinier mühelos die besten Verteidiger ausdribbelte.

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