Champions League: Der FC Chelsea und Trainer Thomas Tuchel mussten eine Niederlage gegen Real Madrid einstecken.
Champions League: Der FC Chelsea und Trainer Thomas Tuchel mussten eine Niederlage gegen Real Madrid einstecken.Bild: PA Images Contributor / Mark Pain

"Schockiert": Tuchel wütet nach Chelsea-Niederlage in der Champions League

07.04.2022, 16:15

Das war's mit dem Champions-League-Viertelfinale für den FC Chelsea. Zumindest, wenn es nach Trainer Thomas Tuchel geht. Der klang bei der Pressekonferenz nach der Niederlage gegen Real Madrid alles andere als optimistisch und äußerte harte Kritik an der Performance seiner Mannschaft. Der Trainer war nach diesem bitteren Abend in der Champions League nicht einfach nur sauer, enttäuscht, frustriert - nein, der Teammanager war völlig desillusioniert.

Neben der schwachen Leistung bei der 1:3-Heimniederlage gegen Real Madrid regt Tuchel aber auch der vollgepackte Terminkalender auf: "Ich war ein bisschen schockiert, als ich sah, wie viele Spiele wir im Jahr 2022 spielen. Wir sind mit Liverpool das Team, welches öfter als jedes andere Team in England und Europa spielt", erklärt der 48-Jährige auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Außerdem fügte er hinzu, dass er das für ein "bisschen besorgniserregend" finde und fügte an: "Der Zeitplan ist in dieser Saison nicht unser Freund. Wir kämpfen dagegen an." Hintergrund: Mit dem europäischen Supercup, der Klub-WM, den englischen Pokalen, der Liga und der Champions League kommen Thomas Tuchel und sein Team schon auf über 50 Partien in dieser Saison.

Abgesehen vom Zeitplan schien es fast so, als wollte Tuchel nach dem Madrid-Spiel lieber über die Ligapartie in Southampton am Samstag sprechen als über die Champions League. Um Southampton mache er sich gerade mehr Sorgen als um das Rückspiel im Bernabéu am kommenden Dienstag, sagte Tuchel. Das liege am derzeitigen Auftreten seiner Mannschaft. Er erklärte, warum eine Wende im Rückspiel für ihn aktuell kaum vorstellbar ist: "Bei einer solchen Leistung kann man kein Ergebnis erwarten. Wir brauchen drei Tore und wie oft kam das vor? Lasst uns ehrlich sein." Auf die Frage, ob das Duell immer noch unter Spannung steht, antwortete der deutsche Trainer: "Nein. Nicht im Moment. Wir müssen erst unser Level wiederfinden."

"Schlechteste Halbzeit": Klägliches Versagen und unbeholfene Abschlüsse

Das Spiel lief alles andere als gut.
Das Spiel lief alles andere als gut. Bild: NurPhoto / Jose Breton

Denn der Titelverteidiger wurde von Real um den überragenden Dreifach-Torschützen Karim Benzema vorgeführt. Und das zu Hause, vor den eigenen Fans an der Stamford Bridge. Die erste Hälfte sei wohl die "schlechteste Halbzeit" seines Teams gewesen, die er in den 15 Monaten seiner Amtszeit mit anschauen musste. Fehler in der Defensive – wie vor dem dritten Benzema-Treffer bei Torwart Edouard Mendy und Nationalspieler Antonio Rüdiger, die unbeholfenen Abschlüsse und das klägliche Versagen, der Energie von Real etwas entgegenzusetzen – Chelseas aktuelle Verfassung ist erschreckend.

Tuchel befürchtet, wieder "verprügelt" zu werden

Der Titelverteidiger vom FC Chelsea befürchtet im Rückspiel wieder "verprügelt" zu werden. Seit der Länderspielpause ist Chelsea nicht wiederzuerkennen, völlig von der Rolle. Der Real-Pleite ging eine 1:4-Demütigung gegen den FC Brentford voraus. Und Tuchel dürfte sich Sorgen machen, ob es in der Liga so noch zu einem Platz unter den ersten Vier reicht – der wird benötigt, um sich erneut für die Champions League zu qualifizieren.

Dass sich die zunehmende Unruhe rund um den Klub der deutschen Nationalspieler Rüdiger, Timo Werner und Kai Havertz womöglich jetzt auch auf dem Platz auswirkt, wies Tuchel zurück. "Ich glaube nicht, dass es einen tieferen Grund dafür gibt", sagte der 48-Jährige.

Karim Benzema.
Karim Benzema.Bild: Sportimage/PA Images / David Klein

Tuchel schmeckt Karim Benzemas Erfolg gar nicht

Während sich Tuchel den Kopf zerbricht, weshalb Chelsea so "weit entfernt von allen Maßstäben" war, "die wir uns selbst setzen", genoss Real-Trainer Carlo Ancelotti einfach einmal den Moment. Der 34-jährige Benzema, der schon in der Runde zuvor im Rückspiel drei Mal gegen Paris St. Germain getroffen hatte, lässt Madrid vom ersten Triumph in der Königsklasse seit 2018 träumen. Der Altmeister aus Frankreich habe eine "fantastische Leistung" gezeigt, sagte Ancelotti: "Er wird jeden Tag besser, wie Wein." Nur Tuchel schmeckte das gar nicht.

(ast/mit Material von dpa)

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