HANDOUT - 26.11.2020, Argentinien, Buenos Aires: Auf diesem von der argentinischen Pr

Diego Maradonas Sarg. Der legendäre Fußballspieler war am Mittwoch im Alter von 60 Jahren gestorben. Bild: dpa / ---

Diego Maradona: Empörung über Selfies mit Leiche von Fußball-Ikone

Nach einem bewegten Leben zwischen Genie und Wahnsinn hat Diego Maradona seine letzte Ruhe gefunden. Einen Tag nach seinem Tod wurde der legendäre argentinische Fußballheld auf dem Privatfriedhof Jardín de Bella Vista in einem Vorort von Buenos Aires an der Seite seiner Eltern bestattet.

Allerdings gibt es im Nachgang nun Ärger: Drei Mitarbeiter einer argentinischen Bestattungsfirma posierten offenbar neben Maradonas Leiche an dessen offenen Sarg für Fotos. Die Bilder kursieren im Netz.

Der Anwalt Maradonas kündigt auf Twitter an, er werde gegen die drei Übeltäter vorgehen. Auf den Bildern sieht man die drei Männer neben dem offenen Sarg. Zwei von ihnen zeigen einen erhobenen Daumen, einer berührt sogar Maradonas Kopf. Der Chef der betreffenden Bestattungsfirma sprach gegenüber Lokalmedien von Leiharbeitern. "Wir sind am Boden zerstört", wird er von "TN" zitiert. Maradonas Familie habe ihm schließlich vertraut.

Maradonas Anwalt auf Twitter:

Einer der drei Männer sagte einem argentinischen Radiosender, sie seien wegen der Aktion gefeuert worden. Er erklärte weiter, sein Sohn habe das Bild spontan gemacht. Wegen der Fotos hätten sie inzwischen mehrere Morddrohungen erhalten, fuhr er fort.

Schon bei Totenwache gab es Tumulte

Den ganzen Tag über hatten tausende Menschen in der Casa Rosada in Buenos Aires Abschied von Maradona genommen. Nachdem sie zum Teil stundenlang in der Schlange gewartet hatten, liefen sie an dem mit Trikots und einer Nationalflagge bedeckten Sarg vorbei. Viele bekreuzigten sich und warfen Blumen über die Absperrung. Dabei ertönten immer wieder Rufe wie "Danke, Diego" und "Ich liebe dich, Diego".

Gegen Ende der Totenwache kippte die Stimmung allerdings bedenklich. Einige Fans drangen mit Gewalt in den Regierungspalast ein, weil sie befürchteten, nicht mehr vorgelassen zu werden. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen. Auch auf den umliegenden Straßen kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Aufgebrachte Fans schleuderten Steine und Flaschen auf die Polizei, die Beamten feuerten Gummigeschosse in die Menge und setzten Wasserwerfer ein.

(om/mit Material von dpa)

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