Co Trainer Olaf Jan

Olaf Janßen (l.) und Bruno Labbadia während ihrer Zeit bei Hertha BSC. Bild: www.imago-images.de / O.Behrendt

Ex-Co-Trainer verrät: Daran ist Bruno Labbadia bei Hertha BSC gescheitert

Bruno Labbadia konnte die hohen Erwartungen bei Hertha BSC nicht erfüllen. Trotz namhafter und teurer Neuzugänge schaffte es der 54-jährige Trainer nicht, aus der Mannschaft eine Einheit zu formen, die konstant ihre Leistung bringt. Statt um die Europa-League-Plätze zu kämpfen, stecken die Berliner im Abstiegskampf.

Nach einer bitteren 0:3-Heimniederlage gegen Werder Bremen wurden Labbadia, sein Trainerstab und auch Manager Michael Preetz Ende Januar entlassen. Nun soll Vereinslegende Pal Dardai dem Team neue Stabilität und Struktur verleihen. Eine Aufgabe, an der Bruno Labbadia mit seinem Trainerteam gescheitert ist. Im Interview mit "Sport1" sprach Labbadias Co-Trainer Olaf Janßen über die Zeit in Berlin und erklärte, warum es nicht geklappt hat. Janßen ist seit 1. Februar neuer Cheftrainer beim Drittligisten Viktoria Köln.

Als Labbadia die Mannschaft mit seinem Trainerteam um Olaf Janßen übernahm, war die Hertha in einer ähnlichen Situation wie jetzt. Doch die Coaches gaben der Mannschaft eine konkrete Spielidee an die Hand und am Saisonende reichte es immerhin für Tabellenplatz zehn. "Die Rahmenbedingungen waren bei unserem Start extrem schwierig. Corona, Abstiegskampf. Wir haben diese Herausforderung mit der Mannschaft hervorragend gemeistert und diese schwierige Situation zusammen angenommen", erklärt Olaf Janßen.

Im Sommer verließen dann jedoch zahlreiche Akteure den Klub. Der Verlust wichtiger Führungsspieler wie Kapitän Vedad Ibisevic, Mittelfeldmotor Per Skjelbred oder Torwart Thomas Kraft, konnte durch die Verpflichtung jüngerer Spieler nicht aufgefangen werden. "Es sollte ein personeller Umbruch in der Sommerpause stattfinden. Dieser konnte aus bekannten veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht stattfinden", sagt Ex-Co-Trainer Janßen.

Erwartungshaltung war zu groß

Die Hertha gab in den vergangenen zwei Transferperioden über 100 Millionen Euro für neue Spieler aus und das Ziel dabei war klar: die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb.

"Ab dem ersten Tag lag eine enorme Erwartungshaltung von außen und innen auf allen, dass man eigentlich zu den ersten sechs bis sieben Mannschaften der Bundesliga gehört, obwohl noch gar kein Spieltag in der jetzt laufenden Saison gespielt war."

Diese Erwartungen konnte die Mannschaft bis heute zu keiner Zeit erfüllen. Olaf Janßen hat für das Scheitern eine Erklärung: "Wir haben es nicht geschafft, die Führungsspieler bedingungslos hinter unsere DNA zu bringen und dass diese für die Mannschaft durchs Feuer gehen, wo jeder seine eigenen Interessen hinter die der Mannschaft stellt und alles für den Erfolg tut."

Von der Wahl, Pál Dardai als neuen Cheftrainer einzusetzten, zeigt sich Olaf Janßen begeistert. "Die Entscheidung der Verantwortlichen für Pál ist nachvollziehbar, denn die aktuelle Situation bedeutet brutalen Abstiegskampf. Jetzt großartig zu träumen, wäre komplett falsch. Also braucht Hertha einen Trainer, der die Mannschaft und das Umfeld kennt, und der in der Lage ist und dies auch schon bewiesen hat, dass er einem Team unter dieser Drucksituation Stabilität geben kann."

(lgr)

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