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DFB-Debakel: ter Stegen spricht über Flicks Zukunft – Füllkrug ratlos

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Bundestrainer Hansi Flick steht aktuell heftig in der Kritik. Bild: dpa / Bernd Thissen
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DFB-Debakel: ter Stegen spricht über Flicks Zukunft – Füllkrug ratlos

22.06.2023, 18:13
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Drei Spiele, zwei Niederlagen, ein glückliches Unentschieden. Die Form der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist ein Jahr vor der Europameisterschaft im eigenen Land erschreckend. Leon Goretzka bezeichnete sie nach der 0:2-Niederlage gegen Kolumbien am Dienstagabend im Interview bei RTL sogar als "dramatisch".

Nach dem erneuten WM-Vorrundenaus im vergangenen Winter werden aufgrund der aktuellen Leistungen die öffentlichen Zweifel an Bundestrainer Hansi Flick immer größer. Während der Partie gegen Kolumbien gab es nicht nur lautstarke Pfiffe, sondern sogar erste Plakate, die "Flick raus" forderten.

Nach dem Spiel äußerte sich auch Torhüter Marc-André ter Stegen zur Debatte um den Nationaltrainer.

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ter Stegen und Henrichs stellen sich vor Hansi Flick

Der Torhüter stärkte dem Bundestrainer nach dem Spiel demonstrativ den Rücken und sagte in der Mixed Zone: "Wir haben absolutes Vertrauen in ihn. Wir wussten ganz genau, was auf uns zukommt. Er hat gesagt, dass wir etwas ausprobieren werden und er wird seine Schlüsse daraus ziehen, genau wie wir auch."

Und die zog der Bundestrainer bereits nach Spielschluss sehr deutlich. "Es ist in die Hose gegangen. Wir sind wahnsinnig enttäuscht über die Art und Weise. Das tut mir leid für die Fans. Was wir ausprobiert haben, hat nicht funktioniert." Unter anderem meint er damit die defensive Dreierkette, die er in allen drei Testspielen schon während der Partie wieder auflöste.

Ein explizites Lob an den Torhüter als einer der wenigen Lichtblicke wollte er nach dem Spiel bei RTL nicht aussprechen. Zu enttäuscht sei er vom Ergebnis und dem Auftritt seiner Mannschaft.

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Torhüter Marc-André ter Stegen war bei beiden Gegentreffern der Kolumbianer machtlos.Bild: dpa / Federico Gambarini

Dennoch hält sich der Bundestrainer trotz der schlechten Ergebnisse für den richtigen für den Job. "Es hat dieses Jahr nicht ganz so funktioniert. Das hat mehrere Gründe. Wir ziehen die richtigen Schlüsse. Meine Idee vom Fußball ist für diese Mannschaft die richtige."

Auch Außenverteidiger Benjamin Henrichs sah Flick nicht in der Kritik, sondern nahm die Spieler in die Pflicht. "An erster Stelle müssen wir Spieler uns an die Nase fassen. Wir stehen auf dem Platz, wir sind für die Leistung verantwortlich."

Teamkollege Emre Can wurde da etwas deutlicher und äußerte Kritik an Flicks Experiment:

"Die Viererkette liegt uns mehr. Der Trainer hat vorher gesagt, dass er die Dreierkette ausprobieren will, aber wir sind eine Mannschaft, die gut mit Viererkette spielen kann. Das haben wir auch immer gesehen, wenn wir während der Spiele wieder umgestellt haben, dann ging es besser."

Füllkrug hofft auf neue Energie nach dem Urlaub

Stürmer Niclas Füllkrug war nach der Partie enorm ratlos. "Es ist schwierig zu beschreiben. Man hat nicht das Gefühl, dass keiner will, sondern aktuell werden uns ein paar Grenzen aufgezeigt, die für uns schwer zu erklären sind."

Der Angreifer verwies darauf, dass man mit einer ähnlichen Mannschaft schon ganz anderen Fußball gespielt habe. "Ich glaube, dass der Urlaub helfen wird, um neue Energie zu tanken, damit sich jeder in eine Top-Form bringt."

Für die kommenden Länderspiele im September gegen Japan und Frankreich will Flick dann auch am Team für die Heim-EM arbeiten. "Wir versuchen einen Stamm von zehn, zwölf, 14 Spielern zu benennen. Damit jeder weiß, auf welcher Position er spielt, wer ist die Nummer eins, wer die Nummer zwei. Das gibt vielleicht mehr Selbstvertrauen. Wir versuchen, es im September besser zu machen."

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Nationalstürmer Niclas Füllkrug hat Bock. Weltmeister Christoph Kramer würde auch gern mitmachen. Und die Liga-Präsidenten Mats Hummels sowie Lukas Podolski würden auch gern auf dem Feld stehen.

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