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DFB-Team: ZDF-Moderator rechnet mit Hansi Flick ab

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Hansi Flick wurde nach 25 Spielen als Bundestrainer vom DFB entlassen.Bild: www.imago-images.de / IMAGO/Herbertz
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DFB-Team: ZDF-Moderator mit klarem Urteil zu Hansi Flick

15.09.2023, 17:08
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Am Sonntag zog der DFB die Reißleine, entließ Bundestrainer Hansi Flick. Die 1:4-Pleite gegen Japan war das fünfte Spiel in Folge, das die Nationalmannschaft nicht gewinnen konnte. Besonders für DFB-Präsident Bernd Neuendorf war das zu viel. Er sprach von einer seiner "schwierigsten Entscheidungen" in seiner bisherigen Amtszeit.

Beim Spiel gegen Frankreich am Dienstag (21 Uhr) sitzt deshalb interimsweise DFB-Sportdirektor Rudi Völler mit dem Trainer-Duo der U20-Nationalmannschaft um Hannes Wolf und Sandro Wagner auf der Bank. Der Verband will nun den Blick nach vorne in Richtung Heim-EM im neuen Jahr richten und sich mit der Trainersuche beeilen.

Tommi Schmitt kritisiert Maßnahme von Hansi Flick

Trotzdem ist die Debatte um die Flick-Entlassung medial weiterhin ein großes Thema. Auch beim Podcast von ZDF-Moderator Tommi Schmitt. Der 34-Jährige, der ab dem 14. September die neue ZDF-Show "Neo Ragazzi" moderiert, spricht in der aktuellen Podcast-Folge von "Copa TS" gemeinsam mit Kumpel und TV-Show-Autor Gregor Ryl über Hansi Flick und dessen Zeit als Bundestrainer.

Besonders die Amazon-Doku "All or Nothing: Die Nationalmannschaft in Katar" nehmen die beiden unter die Lupe. Dabei sorgt ein Ausschnitt für Gelächter seitens Schmitt und Ryl.

Die Dokumentation enthüllt, dass Hansi Flick seinen Spielern vom Verhalten der Graugänse vorschwärmt und ihnen sogar einen Film darüber zeigt. Gemeinsam im Verbund schaffen es die Tiere eine noch größere Strecke zurückzulegen als alleine. Eine Metapher, die auf die Nationalmannschaft übertragen werden soll. Schmitt ordnet leicht spöttisch ein, dass es das falsche Zeichen für die Spieler gewesen sei: "Wir reden über Anfang 20-Jährige, die auf Tiktkok und Insta irgendwelche Motivationsottos mit Löwen sehen. Da sind Graugänse nicht das richtige Tier."

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Auch Ryl ist von den Maßnahmen, die die Doku zeigt, enttäuscht. Als Teambuilding-Aktion haben die Spieler und das Trainerteam beispielsweise Kerzen angezündet und auf kleinen Lampions in einem Pool schwimmen lassen. Ryl sagt klar: "Diese ganzen Sachen: Diese Kerzen, die Graugänse, die Punkte zur Motivation, die am Anschluss an den Graugänse-Film gezeigt wurden. Das fand ich ganz schön low. Das war so ein bisschen Psychologie für Anfänger. Das hat sich in den Kabinen-Ansprachen fortgesetzt."

In diesem Video erfährst du mehr über das Aus für Hansi Flick und darüber, wer sein Nachfolger werden könnte:

Auch Schmitt sieht die Ansprachen Flicks vor der Mannschaft skeptisch und bemängelt, dass gerade in der Dokumentation herübergekommen sei, dass der 58-Jährige nur laut vor der Mannschaft geworden sei, wenn es sportlich nicht lief.

Schmitt über fehlende Motivationsfähigkeit von Hansi Flick

Er gibt allerdings auch zu bedenken, dass bei einer Dokumentation immer auch Video-Material aussortiert und nicht gezeigt wird. "Vielleicht gab es Situationen, in denen Flick die Leute im Bus richtig motiviert hat", stellt er in Aussicht. Ryl entgegnet allerdings, dass er nicht glaube, dass Flick die Spieler auch über die gezeigte Szenen hinaus anders motivieren konnte.

Schmitt hingegen fällt das abschließende Urteil: "Das, was man gesehen hat, ist nicht gerade motivierend." Danach vergleicht er die Flick-Ansprachen mit denen von anderen großen Trainern, wie Mikel Arteta von Arsenal London, Pep Guardiola von Manchester City oder José Mourinho zu seiner Tottenham-Zeit. "Da willst du in der Kabine oder vor dem Fernseher noch zehn Liegestütze machen, weil die dich so anzünden." Im Gegensatz dazu sei Flick kein großer Motivator, "und das wird er auch nicht mehr."

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Toni Kroos wird zur nächsten Länderspielpause im März in die deutsche Nationalmannschaft zurückkehren. Das hatte der Weltmeister von 2014, der vor drei Jahren aus dem DFB-Team zurückgetreten war, unter der Woche verkündet. Julian Nagelsmann habe ihn in mehreren intensiven Gesprächen vom Comeback überzeugen können.

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