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Nach Champions League-Spiel: Sammer spottet über Bayern-Star Mané

Fußball, 1. Bundesliga, 20220917, FC Augsburg - FC Bayern München. Im Bild Sadio MANE FC Bayern München, 17 ratlos fragend leere Hände. Augsburg WWK-Arena Bayern Deutschland *** Soccer, 1 Bundesliga,  ...
Ein unfreiwilliges Handspiel von Sadio Mané verdeutlicht einmal mehr den Mangel einer eindeutigen Hand-Regel.Bild: www.imago-images.de / Passion2Press
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Nach Handspiel in der Champions League: Experten verspotten Bayern-Star Mané

04.11.2022, 07:17
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Strafbares Handspiel zu definieren, sodass jede Situation auf dem Platz eindeutig und fair ausgelegt werden kann, ist eine Aufgabe, an der Fußball-Regelmacher seit Jahren verzweifeln. Dass die Regel letztendlich auch noch für die Allgemeinheit verständlich sein soll, erschwert die Aufgabe zusätzlich.

Immer wieder versucht die Schiedsrichter-Führungsriege die Definition der Handspielregel anzupassen. Das führt immer wieder zu Verwirrungen.
"Schutzhand" und "angeschossen" – Begriffe, mit denen Handspiel-Streitigkeiten auf dem Schulhof beigelegt werden – sind im Profifußball mittlerweile belanglos. Stattdessen werden inzwischen Begriffe wie "aktive Bewegung zum Ball", "Vergrößerung der Körperfläche" und "natürliche Armbewegung" verwendet.

In der Praxis ist die Auslegung in diesen Fällen aber selten eindeutig. Die Bürde zu entscheiden, was fair ist, obliegt dann dem Schiedsrichter.

IFAB: Hande schützend vors Gesicht halten ist ein "Reflex"

So erging es am Dienstagabend beim Champions League-Gruppenspiel zwischen Bayern München und Inter Mailand auch dem slowakischen Referee Ivan Kružliak: Bei einem Distanzschuss von Nicolò Barella in der achten Minute hatte Bayerns Sadio Mané im eigenen Strafraum schützend die Hände vors Gesicht gerissen und den Ball so ins Toraus abgefälscht. Kružliak entschied zunächst auf Eckstoß, wurde dann aber vom VAR in die Review-Area zitiert.

Handspiel Sadio MANE Bayern Muenchen, wehrt den Schuss von Nicolo BARELLA Mailand mit beiden Haenden ab-doch Schiedsrichter Ivan KRUZLIAK pfif trotz VAR keinen Elfmeter,Strafstoss. Fussball Champions  ...
Sadio Mané (Nr. 17) blockt einen Schuss mit den Händen.Bild: www.imago-images.de / Sven Simon

Nach mehreren Minuten entschied er sich, seine ursprüngliche Entscheidung nicht zu revidieren. Dies begründete er für alle sichtbar mit einer Geste (beide Hände vors Gesicht), die man früher als "Schutzhand" bezeichnet hätte. Aber dieser Begriff ist ja heutzutage tabu.

Stattdessen hatten die Regelmacher vom IFAB (International Football Association Board) im Frühjahr in einer Fragewunde erklärt: Die Bewegung der Hände vors Gesicht sei ein Reflex, also eine "natürliche Handbewegung" bei der "die Körperfläche nicht vergrößert werde", und daher nicht strafbar. Demnach wäre Kružliaks Entscheidung vollkommen richtig gewesen.

"Eindeutig strafbar": Wolfgang Stark widerspricht IFAB

Anders sah das offensichtlich Ex-Bundesliga-Schiri Wolfgang Stark: "Die Szene ist eindeutig strafbar", urteilt er bei Amazon Prime kompromisslos. Im Vergleich zum IFAB legt Stark nämlich weniger Wert auf die Natürlichkeit der Armbewegung und dafür mehr auf die Bewegungsrichtung des Arms: "Beide Hände gehen ganz klar in die Flugbahn. Das war eine Abwehr in Torwart-Manier, es spricht alles für ein strafbares Handspiel", erklärt der zweimalige Schiedsrichter des Jahres.

Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) -- Fussball --- 2. Bundesliga --- Hannover 96 vs VfB Stuttgart --- 14.05.2017, Hannover Copyright: xSIPPELx/xEibner-Pressefotox EP_rsl
Wolfgang Stark war von 1999 bis 2014 FIFA-Schiedsrichter.Bild: imago sportfotodienst / /Eibner

Auch Bayerns ehemaliger Sportdirektor Matthias Sammer hätte wohl Elfmeter gegeben, wollte sich jedoch nicht über den ausbleibenden Pfiff echauffieren. "[Mané] muss ihn doch sicher halten und nicht so wegboxen", scherzt er stattdessen über die Torwart-Qualitäten des Bayern-Stürmers.

Nach dem Spiel nahm sich auch der senegalesische Superstar Zeit, die Szene zu kommentieren. "Das ist kein Elfmeter. Der Ball hätte mich sonst im Gesicht getroffen", rezitiert er die Regelauslegung des IFAB. "Wenn ich die Hände nicht hoch nehme, muss ich ins Krankenhaus."

FC Bayern: Kingsley Coman wohl vor dem Aus – Details zu Kompany-Plan bekannt

Bayern Münchens Kingsley Coman hat zuletzt vermehrt die Schlagzeilen beherrscht. Französische Medien berichteten, dass der Außenbahnspieler erwäge, aus Frankreichs Nationalmannschaft zurückzutreten – was ein Sprecher des Spielers inzwischen dementiert hat. Coman empfinde es als Ehre, für Les Bleus aufzulaufen, heißt es in dem Statement an "Bild".

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