Mick Schumacher absolvierte in Bahrain sein erstes Formel-1-Rennen.
Mick Schumacher absolvierte in Bahrain sein erstes Formel-1-Rennen.
Bild: DPPI Media / FLORENT GOODEN
Meinung

Drei Gründe, warum Mick Schumachers Formel-1-Debüt Hoffnung für die Saison macht

29.03.2021, 15:56

Eine Sache hat Mick Schumacher seinem Vater und Rekordweltmeister Michael bereits voraus. Während Michael bei seinem Debüt in Spa-Francorchamps vor 30 Jahren nur rund einen Kilometer weit kam, konnte Mick sein erstes Rennen beenden.

Dass er dabei nur auf Platz 16 landete und aufgrund von vier Ausfällen anderer Fahrer Letzter wurde, sich einmal drehte und von mehreren Konkurrenten überrundet wurde, war Mick herzlich egal. Zu 90 bis 95 Prozent sei er sehr happy, sagte er nach dem Rennen und auch Haas-Teamchef Günther Steiner lobte den 22-Jährigen für seinen "sehr guten Job".

Mick Schumacher kann mit seinem Debüt in der Wüste von Bahrain komplett zufrieden sein. Watson nennt drei Gründe, warum seine Leistung durchaus Hoffnung für den kommenden Saisonverlauf macht.

Das Team-interne Duell zunächst gewonnen

Schumacher selbst berichtete davon, dass "es doch noch einmal was anderes ist, auch mit den anderen Autos zusammen zu fahren." In den Trainings-und Qualifying-Sessions sind meist nie alle Autos gleichzeitig auf der Strecke. Immerhin erfüllte Schumacher die Aufgabe von Teamchef Günther, der am vergangenen Donnerstag erklärte, beide Fahrer sollen die Autos über die komplette Distanz einfach ins Ziel bringen.

Masepin scheidet in Runde 1 aus

Schumacher gelang das trotz eines Drehers in Runde vier. Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Nikita Masepin, der bereits kurz nach dem Start in die Leitplanke krachte und ausschied.

Mick gilt innerhalb des Teams laut Teamchef Steiner als ruhiger und unaufgeregter. Ganz im Gegenteil zu seinem russischen Teamkollegen. Dass Mick wie angekündigt keinerlei Risiko einging und das Auto sicher ins Ziel brachte, dürfte ihm Team-intern einige zusätzliche Pluspunkte eingebracht haben. Zumal er das Duell mit seinem Teamkollegen im Training und Qualifying bereits für sich entschied und am Ende einen Platz vor Masepin ins Rennen startete.

Mick Schumacher (r.) und Nikita Masepin im Gespräch kurz vor Rennbeginn.
Mick Schumacher (r.) und Nikita Masepin im Gespräch kurz vor Rennbeginn.
Bild: Hasan Bratic / Hasan Bratic

Die Erwartungshaltung sinkt

Schon vor dem ersten Rennwochenende in Bahrain gab es gefühlt kein anderes Thema als Micks Renndebüt. Es wurden zahlreiche Vergleiche mit seinem Vater angestellt, doch bereits nach den ersten Testfahrten war klar, dass sein Haas-Auto nur bedingt konkurrenzfähig ist.

Im Rennen wurde dies nun eindrucksvoll untermauert. Er war teilweise über eine Sekunde langsamer als der nächstschlechtere Nicholas Latifi im Williams. Dennoch bleibt Schumacher optimistisch. Er gibt sich kämpferisch und erklärte, das Team wolle nun weiter am Auto arbeiten, um zumindest ein Stück weit konkurrenzfähiger zu werden und in den kommenden Rennen möglicherweise vor den Williams-Fahrern zu landen. Es wäre bereits als großer Erfolg zu verzeichnen. Dem Team bleibt auf alle Fälle genug Zeit, denn das nächste Rennen in Imola findet erst in drei Wochen statt.

Haas-Auto ist zu langsam

Die Platzierung und die mageren Erfolgsaussichten mögen für Mick zwar vielleicht ein wenig frustrierend sein, doch sie helfen ihm auch ungemein weiter. Die erste große Welle der medialen Aufmerksamkeit hat er mit seinem Debüt nun hinter sich gebracht. Jetzt bekommt er in aller Ruhe die Zeit, sich zu entwickeln. Niemand wird in diesem Auto von ihm Wunderdinge erwarten, auch wenn sein Nachname "Schumacher" ist.

Mick muss seine positive Art beibehalten und mit dem gleichen Elan und der gleichen Freude in jedes weitere der kommenden 22 Rennen gehen. Angesprochen auf die Überrundungen reagierte er bereits angemessen: "Wir wussten von vornherein, dass das der Fall sein wird und ich damit klar kommen und lernen muss. Ich kann nicht direkt in die Top Fünf fahren, auch wenn ich das gern würde."

Gute Analyse seiner Fehler

Schon kurz nach dem Rennen wusste Mick genau, an welchen Stellschrauben er persönlich drehen muss. In den Interviews nach dem Grand Prix sprach er konkret die Fehler an, die ihm unterliefen. "Mit kalten Rädern bin ich einfach zu früh ans Gas gegangen und dann habe ich gleich das Heck verloren", analysierte er kurz und knapp seinen Dreher in Runde 4.

Dreher ohne ernsthafte Folgen

Und auch beim Start hatte der Formel-1-Neuling noch so einige Schwierigkeiten. "Ich hatte leider nicht den besten Start erwischt. Und habe recht viel Wheelspin (durchdrehende Reifen, Anm. d. Red.) gehabt am Anfang. Dadurch dass in Kurve 1 alle wieder zusammen sind, war ich gleich wieder dabei und konnte dann in Kurve 2 außen wieder an meinem Teamkollegen vorbei."

Klar, Schumacher hat bereits viel Rennerfahrung in seinen Jahren in der Formel 3 und Formel 2 gesammelt, doch es ist durchaus beachtenswert, dass er seine Fehler so kurz nach dem Rennen so deutlich ansprechen und analysieren kann.

Hoffnung macht, dass es insgesamt eben alles Fahrfehler waren, die einem 22-jährigen Neuling passieren können. "Ich habe viel gelernt und freue mich schon auf das nächste Wochenende", sagte er. Und wer weiß, vielleicht landet er dann in Imola bereits vor einem der Williams-Autos.

Es wäre ein nächster Schritt in seiner Entwicklung hin zu einem Top-Rennfahrer. Dass er das Talent dazu hat, stellte bereits Ex-Weltmeister Kimi Raikkönen fest, gegen den noch Micks Vater Michael gefahren ist. "Mick ist sicher nicht nur wegen seines Nachnamens in der Formel 1", sagte der Finne.

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Auf den sozialen Kanälen hielt sich Mick Schumacher während der fast vierwöchigen Formel-1-Sommerpause zurück. Erst zu Wochenbeginn war der 22-Jährige wieder aktiv und veröffentlichte ein Instagram-Foto, auf dem er Kraftsport machte. Darunter schrieb er auf Englisch: "Es ist Zeit, zurück an die Arbeit zu gehen."

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