Joachim Löw war von 2006 bis 2021 Cheftrainer der Nationalmannschaft. Jetzt soll er beim FC Barcelona im Gespräch sein.
Joachim Löw war von 2006 bis 2021 Cheftrainer der Nationalmannschaft. Jetzt soll er beim FC Barcelona im Gespräch sein.
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Barcelona-Trainer Koeman in der Kritik – kommt jetzt Jogi Löw?

22.09.2021, 14:08

15 Jahre lang war Joachim Löw das Gesicht der deutschen Nationalmannschaft. Als Cheftrainer führte er die DFB-Auswahl bei vier großen Turnieren mindestens ins Halbfinale, feierte 2014 sogar den Gewinn der Weltmeisterschaft in Brasilien. Nach der Europameisterschaft im Sommer 2021 war die Zeit für ihn beim DFB vorbei.

Bei der WM 2018 war er vorher mit der Nationalmannschaft in der Gruppe ausgeschieden, bei der EM reichte es nur für das Achtelfinale. Jetzt könnte der 61-Jährige sein Comeback an der Seitenlinie feiern. Weil der FC Barcelona aktuell nur mit acht Punkten nach vier Spieltagen auf dem achten Rang in der spanischen Liga steht, steht Trainer Ronald
Koeman in der Kritik.

Löw lernt bereits Spanisch

Aufgrund der uninspirierten Auftritte der Katalanen soll die Vereinsführung bereits über potenzielle Nachfolger gesprochen haben. Laut dem spanischen Journalisten Gerard Romero ist Joachim Löw einer davon. Das erzählt er auf seinem Twitch-Kanal.

Dazu passt: Zu Beginn des Jahres verriet Löw, dass er Spanisch lerne. Er erzählte im Interview mit "Bayern 1" im März: "Ich bleibe nicht so nachhaltig dran. Ich habe mal begonnen und mache immer wieder mal ein bisschen autodidaktisch. Aber um richtig die Sprache zu lernen, braucht man auch mal einen Lehrer." Dafür könnte er nach der EM nun Zeit gehabt haben.

Namhafte Konkurrenz für Löw

Im gleichen Interview hatte Löw auch gesagt, dass er sich noch nicht im "Schaukelstuhl" sehe und weiter im Fußball-Geschäft arbeiten wolle, nach der EM aber auch eine Pause machen wolle. Die hatte er nun etwas mehr als zwei Monate.

Xavi durchlief die Jugend-Akademie von Barcelona und spielte 17 Jahre für die Profis.
Xavi durchlief die Jugend-Akademie von Barcelona und spielte 17 Jahre für die Profis.
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Allerdings muss sich Löw noch gegen namhafte Konkurrenz durchsetzen. Romero nennt unter anderem auch Antonio Conte, ehemaliger Inter-Mailand-Trainer, oder Andrea Pirlo, vorher bei Juventus Turin als mögliche Nachfolger von Koeman. Auch vorstellbar sei die Verpflichtung der Barcelona-Legende Xavi. Der 41-Jährige steht allerdings aktuell noch beim katarischen Klub Al-Sadd bis 2023 unter Vertrag.

Koeman reagiert

Vor dem Spiel von Barcelona am Donnerstag gegen Cadiz (22 Uhr) gab Koeman nun eine kuriose Pressekonferenz. Fragen ließ er keine zu, stattdessen verlas er eine Presse-Erklärung des Klubs. Darin erklärte er: "Der Verein ist mit mir in einer Situation des Wiederaufbaus. Die finanzielle Situation des Vereins ist schwierig, was bedeutet, dass wir den Kader umbauen müssen, ohne große Investitionen tätigen zu können. Fußball braucht Zeit, junge Spieler können in zwei Jahren groß werden."

Danach ergänzte er und beschrieb, die Vorteile der Situation: "Das Gute daran ist, dass junge Spieler Chancen bekommen können, wie sie Xavi und Iniesta zu ihrer Zeit hatten. Die Niederlage gegen Bayern München in der vergangenen Woche muss in diesem Zusammenhang gesehen werden. Der Prozess, den unsere Mannschaft durchläuft, muss in Wort und Tat unterstützt werden."

Xavi und Andrés Iniesta gingen einst aus der berühmten Nachwuchsakademie "La Masia" hervor und prägten die Profi-Mannschaft über Jahre hinweg.

Zum Abschluss der Erklärung baute Koeman auf das Verständnis der anwesenden Journalisten und sagte: "Ich weiß, dass die Presse diesen Prozess anerkennt, denn es ist nicht das erste Mal, dass dies in der Geschichte des FC Barcelona geschieht. Wir zählen auf Ihre Unterstützung in diesen schwierigen Momenten."

(stu)

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