Australischer Schwimmtrainer rastet völlig aus.

Der australische Schwimmtrainer Dean Boxall rastete nach dem Olympiasieg seiner Athletin völlig aus. Bild: dpa / Yuzuru Sunada

Olympia-News: Australierin holt Goldmedaille im Schwimmen – Trainer eskaliert komplett

Am Freitag wurden die Olympischen Spiele in Tokio mit einem Jahr Verspätung offiziell eröffnet: 206 Nationen messen sich 16 Tage lang in 33 Sportarten – und Deutschland hofft auf Goldmedaillen.

Doch bereits vor dem Start kämpften die Sommerspiele mit Startschwierigkeiten. Neben steigenden Infektionszahlen in der japanischen Metropole und Ansteckungen bei den Athleten, gibt es auch am Rand des Sportevents Probleme: Die Spiele finden ohne Zuschauer statt, der Hauptsponsor Toyota hat sich zurückgezogen und einzelne Verantwortliche mussten sich für problematisches Verhalten öffentlich entschuldigen.

Trotzdem ist "Tokyo 2020" ein internationales Sportevent, bei dem wieder sportliche Höchstleistungen abgerufen und im besten Fall Rekorde gebrochen werden. Oder wie der deutsche Wasserspringer Patrick Hausding es sagte: "Wie man die Olympischen Spiele auch nimmt, es werden besondere Spiele."

26. Juli

8.40 Uhr: Australische Schwimmerin holt Goldmedaille – Trainer eskaliert komplett

Damit hatten die Wenigsten gerechnet: Die australische Schwimmerin Ariarne Titmus hat völlig unerwartet die haushohe Favoritin Katie Ledecky geschlagen und ist zu Olympia-Gold über 400 Meter Freistil geschwommen. Die 24-jährige Ledecky verpasste ihren sechsten Olympiasieg.

Auf Social Media ging kurze Zeit nach dem Sieg von Titmus ein Video viral, dass die Reaktion ihres Trainers auf den Sieg seines Schützlings zeigt. Coach Dean Boxall ist nach dem Olympia-Triumph der erst 20-Jährigen zu sehen, wie er scheinbar frei von Sinnen auf der Tribüne der Schwimmarena ekstatisch herumschreit und mit seinen Händen und seiner Corona-Schutzmaske in Richtung Titmus fuchtelt und wild herumhüpft. Eine sichtlich eingeschüchterte Ordnerin versucht den Trainer in Schach zu halten. Aber seht selbst:

25. Juli

10.40 Uhr: Radprofi vergleicht Quarantäne mit Gefängnis – und erntet prompt Kritik

Der deutsche Radprofi Simon Geschke wurde während der Olympischen Spiele in Tokio positiv auf das Coronavirus getestet und sitzt nun, statt auf seinem Rennrad, im Hotelzimmer fest. Über Twitter meldet er sich aus der Quarantäne und vergleicht seine aktuelle Situation mit einem Gefängnis: "Geschlossene Fenster, ich darf das Zimmer nur drei Mal am Tag verlassen, Lautsprecher wecken mich um 7 Uhr morgens, damit ich meine Temperatur messe. Näher werde ich dem Gefühl, im Gefängnis zu sein (hoffentlich) nicht kommen."

Einige Twitter-User haben jedoch wenig Mitleid mit seiner Situation – oder wissen scheinbar nicht, warum sich Geschke in Tokio in Quarantäne befindet. Ein User antwortet dem Olympia-Athleten unter einem Tweet und schreibt: "Du hast dich dafür entschieden, inmitten einer Pandemie in den Urlaub zu fahren. Also hör auf, dich wie ein Kind zu benehmen." Doch das lässt Geschke nicht auf sich sitzen und kontert prompt: "Und was für ein toller Urlaub das nun geworden ist. Ich darf sogar umsonst zehn Tage länger hier bleiben."

Geschke muss noch einige Tage in Quarantäne ausharren, denn erst sechs Tage nach dem ersten positiven Corona-Test, wird der Sportler erneut getestet. Wenn dieser zwei Tage in Folge negativ ausfällt, darf er offiziell aus der Quarantäne raus. Zumindest scheint Geschke sich während der Quarantäne weiterbilden zu wollen: Er verfolgt nicht nur die Olympischen Spiele und schaut Netflix, sondern lernt auch auf eigene Faust Französisch, wie er ebenfalls auf Twitter verriet.

24. Juli

11.39 Uhr: Athlet sorgt für Olympia-Skandal

Erst gestern wurden die Olympischen Spiele feierlich eröffnet, doch schon einen Tag später sogt ein algerischer Spieler für Aufregung in Tokio: Der Judoko Fethi Nourine zog seine Teilnahme an den Wettkämpfen zurück – weil er nicht gegen einen Israeli antreten will. Gegenüber algerischen Medien sagte der Athlet: "Wir haben viel gearbeitet, um die Olympischen Spiele zu erreichen (...), aber die palästinensische Sache ist größer als all das." Er begründet seinen Rückzug mit seiner Unterstützung für Palästina. Dabei war noch nicht einmal sicher, dass Nourine und auf einen Gegner aus Israel trifft. Dazu hätte er zunächst den ersten Kampf gewinnen müssen.

Der Internationale Judo-Verband habe Ermittlungen gegen den Olympia-Athleten und seinen Trainer Amar Benikhlef aufgenommen, heißt es in einer Stellungnahme auf der Webseite. Die Ansichten von Nourine und Benikhlef stehen "im kompletten Gegensatz zur Philosophie des Internationel Judo-Verbands". Sie seien vorläufig suspendiert.

Auch das Olympische Komitee Algeriens soll den Beiden die Akkreditierung entzogen haben. Der Athlet und sein Trainer werden nach Hause geschickt.

23. Juli

16.15 Uhr: Fans machen sich über die Outfits des deutschen Olympia-Teams lustig

Jubel gab es zwar für Team Deutschland beim olympischen Einlauf in das Stadion in Tokio, jedoch wohl nicht für die Kleiderwahl. Die deutschen Athleten treten in einer Farbmischung aus weiß und verschiedenen Grüntönen auf, dazu tragen sie Neongelbe Schuhe. Eine Nutzerin auf Twitter vergleicht die Klamotten mit der "Innenausstattung vom VW Transporter 1990".

Ein anderer Zuschauer sagt spöttisch, die deutschen Olympioniken seien von einer Discount-Klamottenmarke ausgestattet worden. "Wurde gar nicht so publik gemacht, dass das deutsche Team von kik ausgestattet wird", schreibt er. Tatsächlich wurde die Kollektion mit dem Namen "TOKYO 202ONE" von Adidas entworfen.

Im Vergleich war der deutsche Auftritt aber tatsächlich sehr verhalten. Andere Nationen, wie beispielsweise Argentinien oder Portugal kamen springend und tanzend in das Stadion eingelaufen. Ein anderes Highlight war das Land Tonga, an deren Spitze der Athlet Pita Taufatofua die Fahne schwenkte – und zwar mit eingeöltem nackten Oberkörper. Eine Twitter Nutzerin zieht den Vergleich: "Tonga hat den eingeölten Adonis, wir haben Touristen-Ausflug in Ü60-Jäckchen."

Eine Userin kann der ganzen Sache aber auch etwas Positives abgewinnen. Egal wie viele Erfolge Deutschland bei diesem internationalen Sportevent erringen kann, ein Sieg hätten wir schon jetzt in der Tasche: "Die Goldmedaille für die hässlichsten Outfits kann uns schonmal niemand nehmen."

14.25 Uhr: Zuschauer feiern Japan für Musikauswahl bei Olympia-Eröffnung

Japan ist ein Land vieler Traditionen – aber auch für reichlich Skurriles und vor allem die Manga-Kultur bekannt. Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele darf also auch das nicht fehlen. So laufen die Spieler unter anderem zur Musik der japanischen Gaming-Klassiker "Final Fantasy" und "Dragon Quest" ein. Das weckt bei vielen Zuschauern Kindheitserinnerungen. Auf Twitter hagelt es positive Kritik auf die Eröffnungsmusik: "Die besten Olympischen Spiele bisher", heißt es in einem von vielen Kommentaren.

Andere fangen bereits an zu spekulieren, welcher Song als nächster kommt: "Zelda, Pokémon oder Super Mario wäre toll." Mit der Musikauswahl hat Japan offensichtlich bei vielen Olympia-Zuschauern Sympathiepunkte gesammelt.

13.15 Uhr: Olympia-Fans genervt von ZDF-Kommentator Béla Réthy

Die feierliche Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio hat begonnen. ZDF-Kommentator Béla Réthy begleitet das Event. Doch das scheint nicht jedem Zuschauer zu gefallen. Viele kritisieren ihn dafür, dass er die Eröffnungszeremonie nicht still auf die Zuschauer wirken lassen kann.

Ein anderer Zuschauer schreibt auf Twitter: "Kaum ist die EM vorbei, schon hat man Béla Réthy wieder am Hals." Daraufhin wird ihm empfohlen auf den Sender Eurosport zu wechseln – dort würde ein anderer Kommentator die Zeremonie begleiten.

Hinzu kommt, dass sich der ZDF-Kommentator über das japanische Alphabet wundert, während die Spieler der teilnehmenden Länder mit ihrer Landesflagge einlaufen. Auch das bringt offenbar die Olympia-Zuschauer auf die Palme:

10.30 Uhr: Max Hartung kritisiert Corona-Vertragsklausel bei Olympia

Der Sprecher der deutschen Athleten, Max Hartung, hat den IOC wegen der aus seiner Sicht mangelhaften Einbeziehung der Sportlerinnen und Sportler beim Entwickeln des Olympia-Playbooks kritisiert.

Dieses "Playbook" gibt strikte Verhaltensregeln der Athleten während der Spiele in Tokio vor. "Wir haben umfangreiches Feedback gegeben und Anpassungen gefordert. In den Prozess waren wir nicht ausreichend eingebunden", sagte Hartung der "Mediengruppe Münchner Merkur tz" am Freitag.

Dem Fechter stößt zudem negativ auf, dass Teilnehmer der Spiele im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus auf sämtliche Schadensersatzforderungen verzichten sollen. Er gehe davon aus, dass man gezwungen werde, einen Haftungsausschluss zu unterschreiben. "Warum das IOC so vorgeht, weiß ich nicht", sagte der 31-jährige Hartung. Der Fechter wird nach den Spielen seine Karriere beenden. Auch die Regeländerungen der Olympischen Charta bezogen auf die Verbote der politischen Botschaften während der Spiele gehen Hartung nicht weit genug.

"Es gab kleine Anpassungen, die meiner Meinung nach nicht weit genug gehen. Es sollte für die Athletinnen und Athleten bei einem humanistischen Sportfest jederzeit erlaubt sein, für Werte wie Toleranz und Respekt einzutreten", so der Athletensprecher.

Durch die Änderungen der Regel sind den Sportlerinnen und Sportlern politische Meinungsäußerungen, wenn auch eingeschränkt, erlaubt.

So dürfen die Athletinnen und Athleten ihre Meinung unter anderem bei Pressekonferenzen oder bei Interviews mit traditionellen und digitalen Medienvertretern sowie auf Social-Media-Kanälen wie beispielsweise Facebook, Twitter und Instagram frei äußern. Allerdings nur, wenn die Äußerungen "im Einklang mit den Grundprinzipien der Olympischen Bewegung stehen, nicht direkt oder indirekt gegen Personen, Länder, Organisationen und/oder deren Würde gerichtet und nicht störend sind."

Bei den Siegerehrungen allerdings bleiben politische Äußerungen verboten.

9 Uhr: Olympische Spiele werden feierlich eröffnet

Nun ist es endlich so weit: Mit einem Jahr Verspätung kommt es zur feierlichen Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio.

Ab 13 Uhr unserer Zeit wird die Zeremonie vor praktisch leeren Tribünen abgehalten werden. Nur 950 ausgewählte Gäste dürfen an der Feier teilnehmen. Auch der japanische Kaiser Naruhito wird anwesend sein.

Wegen der Corona-Pandemie hatten die Olympischen Sommerspiele letztes Jahr nicht stattfinden können und waren auf dieses Jahr verschoben worden. Kurz war sogar eine Absage im Raum gestanden. Genützt hat die Verschiebung allerdings nur wenig. Wegen der angespannten Corona-Lage in Japan finden die Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Im Vorfeld war es zu einer Vielzahl von Skandalen gekommen. So machte sich der künstlerische Leiter der Spiele über den Holocaust lustig und wurde anschließend gefeuert. Auch zwei weitere Mitglieder des Komitees mussten aufgrund von Fehltritten ihren Platz räumen.

22. Juli

15.30 Uhr: Deutsches Fußball-Team verliert Auftakt gegen Brasilien

Nach der ersten Halbzeit stand es schon 0:3 für Brasilien, da war der Vorsprung kaum noch aufzuholen. Die deutsche Olympia-Auswahl ist gegen die Brasilianer am Donnerstag mit einem Endstand von 2:4 gescheitert.

Die beeindruckendste Leistung hat wahrscheinlich der Brasilianer Richarlison abgeliefert, der in der ersten Halbzeit einen Hattrick erzielte. Die Chance zum vierten Treffer in der ersten Halbzeit hätte er auch noch gehabt, er scheiterte beim Handelfmeter jedoch am Hertha-BSC-Torwart Florian Müller.

Maximilian Arnold – der deutsche Kapitän – bekam nach einem Foulspiel die Gelb-Rote Karte gezeigt. Damit wird der Mittelfeldspieler des VfL Wolfsburgs im nächsten Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien am Sonntag fehlen.

10.23 Uhr: "Ist für mich gegessen": Torunarigha zu Rassismus-Vorfall

Der deutsche Olympia-Fußballer Jordan Torunarigha will den Rassismus-Eklat beim Vorbereitungsspiel gegen Honduras hinter sich lassen. "Das Thema ist für mich gegessen", sagte der Hertha-BSC-Profi der "Bild"-Zeitung. Der 23-Jährige war während des Spiels rassistisch beleidigt worden und die deutsche Mannschaft brach die Partie kurz vor Ende ab.

Torunarigha steckt in Tokio mitten in der Vorbereitungsphase für die beginnenden Olympischen Spiele. Doch der Vorfall beim Testspiel scheint ihn nicht mehr zu beschäftigen. "Wir haben ein Statement dazu abgegeben, mehr brauche ich dazu nicht mehr sagen", machte er deutlich.

Die deutschen Profis treten bereits am Donnerstag – einen Tag vor dem offiziellen Beginn der Sommerspiele – gegen Olympiasieger Brasilien an. Und Torunarigha freut sich auf das Event: "Egal, ob mit oder ohne Fans. Ich freue mich total, hier zu sein und will mein Bestes für Deutschland geben."

08.54 Uhr: Deutschland setzt mit Fackelträger Zeichen für Gleichberechtigung

Dieses Jahr geht es beim Fackelzug für Deutschland um Gleichberechtigung: Erstmalig sind es ein Mann und eine Frau, die gemeinsam die deutsche Fahne tragen. Die Beachvolleyballerin Laura Ludwig und der Wasserspringer Patrick Hausding werden die deutsche Mannschaft bei den Sommerspielen ins Stadion anführen.

Deutschland wird zwar dennoch nur mit einer Fahne auflaufen, aber die Verantwortung teilen sich die beiden Sportler. Ludwig sagte bei der Vorstellung am Donnerstag: "Ich hoffe, Patrick ist der Gentleman und übernimmt die schwere Arbeit" und fuhr fort: "Du musst die Fahne tragen, du hast den größeren Bizeps." Ihr männlicher Kollege Hausding entgegnete amüsiert: "Das ist noch nicht abgesprochen. Die Fahne darf nur nicht kaputtgehen oder runterfallen, und wir dürfen nicht über unsere Füße stolpern."

Insgesamt 185.000 Fans nahmen an der Online-Abstimmung teil, um aus 200 Olympioniken die Fahnenträger zu bestimmen.

(lfr)

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Olympia News: Nach Hirnverletzung 2015 – Surfer Wright schreibt Olympia-Märchen

Die Olympischen Sommerspiele in Tokio sind in vollem Gange. 206 Nationen, 16 Tage lang, 33 Sportarten - und mitten drin das deutsche Team, das auf Medaillen hofft.

Doch die Spiele stehen auch negativ im Fokus. Steigende Infektionszahlen in Japans Hauptstadt sowie diverse Ansteckungen unter Athleten ließen kritische Stimmen laut werden. Auch das Fehlverhalten einzelner Verantwortlicher und der Rückzug des Hauptsponsors Toyota führten zu wütenden Reaktionen.

Trotzdem ist "Tokyo 2020" ein …

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