Die von Djokovic getroffene Linienrichterin rang sichtlich nach Luft. Ernsthaft verletzt wurde sie glücklicherweise nicht.
Die von Djokovic getroffene Linienrichterin rang sichtlich nach Luft. Ernsthaft verletzt wurde sie glücklicherweise nicht.
Bild: dpa / Seth Wenig

Tennis-Ass Djokovic sorgt für Skandal bei US-Open

07.09.2020, 08:35

Ein Skandal um Superstar Novak Djokovic hat die US Open am späten Sonntagabend erschüttert. Als Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev noch Interviews nach seinem Turbo-Einzug ins Viertelfinale gab, wurde der Weltranglistenerste und klare Turnierfavorit disqualifiziert. Djokovic hatte eine Linienrichterin mit einem Ball getroffen, den er nach einem Ballwechsel nach hinten geschlagen hatte. Den Offiziellen blieb in der Entscheidung keine Wahl.

Djokovic blieb der Pressekonferenz nach der Partie fern, äußerte sich erst später in den Sozialen Medien. "Die ganze Situation hat mich wirklich traurig und leer zurückgelassen. Ich habe mich nach der Linienrichterin erkundigt, und Gott sei Dank fühlt sie sich okay", schrieb Djokovic bei Instagram. Er verstehe die Ereignisse als Lektion, die ihn als Spieler und Mensch wachsen lassen solle. Bei den Veranstaltern der US Open und allen betroffenen Personen bat er um Entschuldigung.

Beim Stand von 5:6 in seinem Achtelfinalduell gegen Pablo Carreno Busta musste der Serbe Djokovic seine Sachen packen. Zuvor hatte er sich nach der groben Unsportlichkeit, die wohl unabsichtlich passierte, schwer erschrocken und war zu der Frau geeilt, die sichtlich nach Luft rang. Die Ereignisse waren ein schwerer Schock für das Turnier in New York, bei dem Zverev für sportliche Schlagzeilen sorgte. Angelique Kerber schied dagegen aus.

Zverev weiter, Kerber scheidet aus

Zverev schlug den Spanier Alejandro Davidovich Fokina mit 6:2, 6:2, 6:1 in nur 1:34 Stunden und steht erstmals bei den US Open in der Runde der letzte Acht. "Ich habe in den ersten beiden Sätzen eine ganz gute Qualität gezeigt. Es scheint zu laufen bei mir, ich meine, ich bin im Viertelfinale", sagte Zverev happy. In der Runde der besten Acht wartet nun ein Duell mit Borna Coric (Kroatien/Nr. 27), der Jordan Thompson (Australien) 7:5, 6:1, 6:3 bezwang.

Kerber war dagegen chancenlos gegen die furios auftrumpfende US-Amerikanerin Jennifer Brady (25) und verlor mit 1:6, 4:6-Niederlage in 1:28 Stunden. Der Traum vom Überraschungscoup ist vorbei, sie verpasste den ersten Einzug in ein Grand-Slam-Viertelfinale seit ihrem Wimbledonsieg 2018.

"Ich habe alles versucht, aber sie hat in den entscheidenden Momenten besser gespielt", sagte Kerber: "Für das erste Turnier nach mehr als sechs Monaten Pause war es trotz der Niederlage ein guter Start für mich. Ich habe mein Bestes auf dem Platz gelassen." Nun müsse sie sich mit Blick auf die French Open (ab 27. September) schnell umstellen, denn die Pariser Trophäe fehlt ihr noch.

(se/SID)

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