Darum ist Lehmann so sauer: Schiri Stark hat ihn vom Platz gestellt.
Darum ist Lehmann so sauer: Schiri Stark hat ihn vom Platz gestellt.
bild: imago
Unvergessen

Jens Lehmann fliegt mit Rot vom Platz und klaut einem Fan die Brille

13.12.2019, 18:25
ralf meile / watson.ch

In der Serie Unvergessen blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein großes Ereignis der Sportgeschichte zurück. Diesmal: 13. Dezember 2009. Was ist bloß in den ehemaligen deutschen Nationaltorwart gefahren? Nach dem 1:1 gegen Mainz und einem Platzverweis sieht Stuttgarts Jens Lehmann gleich nochmal Rot. Er nimmt einem kritischen Zuschauer einfach so die Brille weg.

Die Szene ist so absurd, dass man sie kaum glauben mag. Stuttgart holt in Mainz bloß ein 1:1 und weil Jens Lehmann kurz vor dem Abpfiff dem Mainzer Aristide Bancé mit Absicht auf den Fuß steigt und vom Platz fliegt, ist der VfB-Keeper richtig, richtig schlecht gelaunt.

Da Lehmann schon oft als Bad Boy aufgefallen ist, stellt ihn ein Fan zur Rede. Auf dem Weg zum Mannschaftsbus fragt dieser: "Geht's einmal normal, Herr Lehmann?"

Wortlos greift sich der Torhüter daraufhin die Brille des verdutzten Fans und macht sich vom Acker. Erst nach mehrfacher Bitte, ihm die Brille zurückzugeben, reicht Lehmann sie weiter.

Der Abflug nach Hause

Danach steigt der 40-Jährige zunächst in den Mannschaftsbus, ehe er diesen wieder verlässt und sich von einem Taxi an den Flughafen bringen zu lassen. Umgehend fliegt Lehmann nach München, in dessen Nähe er zuhause ist. Mit dem Lufthansa-Flug LH 982, wie die "Bild" weiß.

Die 250 Kilometer vom Starnberger See nach Stuttgart legt er fürs Training auch schon mal mit dem Helikopter zurück, was wenig zu einer Besserung seines angekratzten Images beiträgt.

Gross (l.) und Lehmann bei einer Pressekonferenz.
Gross (l.) und Lehmann bei einer Pressekonferenz.
bild: imago images

Stuttgarts Trainer ist zu dieser Zeit Christian Gross. Der Schweizer will nicht groß auf Lehmanns Platzverweis eingehen, sagt lediglich, dass die Szene – eine Tätlichkeit gegen Aristide Bancé – unnötig gewesen sei. Und: "Ich kenne den Fußballer Lehmann recht gut, aber den Menschen Lehmann recht wenig."

Das Foul im Bild: Lehmann steigt auf den Fuß von Bancé (l.).
Das Foul im Bild: Lehmann steigt auf den Fuß von Bancé (l.).
bild: imago images

Gross setzt weiter auf den Routinier

Nach der Roten Karte und dem Eklat mit der Brille wird die Frage aufgeworfen, ob es Jens Lehmanns letzter Einsatz für den VfB war. Trainer Gross beantwortet sie, indem er dem deutschen Torhüter der WM 2006 nach der Rotsperre wieder sein Vertrauen schenkt.

Stuttgart beendet die Saison auf Rang sechs, besser sind die Schwaben seither nie mehr gewesen. Und angesichts des Daseins in der 2. Bundesliga ist längst weit, weit weg, was noch im Februar 2010 Tatsache ist: Der VfB, mit Lehmann im Tor und Gross an der Linie, holt im Achtelfinale der Champions League ein Heimremis gegen den FC Barcelona, ehe er im Rückspiel sang- und klanglos 0:4 untergeht.

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"30.000 Zuschauer als Sitzschalen verkleidet" – so wurde das El Plastico gefeiert

RB Leipzig gegen TSG Hoffenheim. Der Tabellenvierte gegen den Tabellenachten. An einem Montagabend. Die überhaupt erst siebte Begegnung dieser beiden Teams lockte immerhin noch um die 33.000 Zuschauer in die Leipziger Arena.

Während die Zuschauer im Stadion ein von Taktik geprägtes 1:1 zu sehen bekamen, bestachen die Fans der anderen Vereine mit Schadenfreude über das als "El Plastico" verschriene Duell.

Und weil wir Schadenfreude lieben, wollen wir euch diese natürlich nicht vorenthalten.

(bn)

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