Tom Brady soll noch keine finale Entscheidung über sein Karriere-Aus getroffen haben.
Tom Brady soll noch keine finale Entscheidung über sein Karriere-Aus getroffen haben.Bild: dpa / Chris O'meara

Verwirrung um Rücktritt: Superstar Tom Brady beendet Football-Karriere – oder etwa doch nicht?

30.01.2022, 13:14

Der Tag des Abschieds scheint gekommen: Tom Brady verlässt den Football nach 22 Jahren als größter Spieler jemals. Das dachten zumindest alle, nachdem der US-amerikanische Fernsehsender "ESPN" die Rücktritts-Nachricht am Samstagabend verkündet hatte. Selbst die Liga twitterte unter #ThankyouTom umgehend Dankesworte ("Keiner konnte es besser") und einen Zusammenschnitt seiner besten Würfe.

Möglicherweise hat die sonst sehr gut informierte und seriöse Quelle jedoch eine Falschmeldung veröffentlicht. Denn kurz nachdem sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitet hatte, traten mehrere Schlüsselpersonen an die Öffentlichkeit und betonten, dass Bradys Entscheidung noch nicht final sei und der ESPN-Bericht noch nicht bestätigt wurde.

ESPN hat womöglich Falschnachricht verbreitet

Tom Brady geht, die NFL nimmt ehrfürchtig Abschied vom besten Spieler der Football-Geschichte. Informationen von ESPN zufolge hat der 44-Jährige sich nach dem Play-off-Aus mit dem Titelverteidiger Tampa Bay Buccaneers gegen eine Fortsetzung seiner einmaligen Laufbahn entschieden.

Doch dann die große Überraschung: Beendet Quarterback-Superstar Tom Brady seine Karriere etwa doch nicht? Im Gespräch mit Mike Giardi vom "NFL Network", erklärte Bradys Vater Tom Senior, dass die Geschichte um den Rücktritt seines Sohnes "eine reine Vermutung" sei. "Tommy hat noch keine finale Entscheidung getroffen, weder in die eine, noch in die andere Richtung. Wer etwas anderes sagt, liegt komplett falsch", zitierte der Sportjournalist.

Bradys Coach und Agent sollen nichts von der Entscheidung gewusst haben

Auch Bucs-Coach Bruce Arians soll von der finalen Entscheidung des siebenfachen Superbowl-Siegers nichts gewusst haben. Das berichtete NFL-Reporter Albert Breer, der in persönlichem Kontakt zu dem American-Football-Trainer steht.

Selbst Tom Bradys Agent Don Yee möchte den Rücktritt seines Klienten noch nicht bestätigen. In einer Nachricht an den NFL-Insider Adam Schefter schrieb er: "Tom ist die einzige Person, die mit kompletter Zuverlässigkeit über seine Pläne berichten kann". Wann genau ein Statement des Spielers zu erwarten ist, ließ er jedoch offen. "Er kennt die Realität des Football-Business und den Zeitplan am besten, also sollte er sich bald äußern".

Da sich die Sport-Ikone momentan und wohl auch kommende Woche noch im Ausland befindet, werden sich die Fans noch ein bisschen gedulden müssen, bis sie komplette Gewissheit bekommen. Allerspätestens bis zum 16. März wird es jedoch Klarheit geben – an diesem Tag beginnt in der NFL die "Free Agency". Während dieses Zeitraums können vertragslose NFL-Spieler entscheiden, für welches Team sie spielen wollen.

Vertragsbonus steht noch aus

Der Grund dafür, dass Brady sich mit seiner entgültigen Entscheidung so viel Zeit lässt, könnte ein Bonus sein, der dem Spieler im März letzten Jahres nach seiner einjährigen Vertragsverlängerung versprochen wurde.

Michael Ginnitti, Mitbegründer von "Spotrac", schrieb auf Twitter: "15 Millionen Dollar von Tom Bradys 20 Millionen Dollar Vertragsbonus sollen am 4. Februar ausgezahlt werden. Das scheint etwas zu sein, was ein Mann oder eine Frau in Betracht zieht, bevor er oder sie eine lebensverändernde berufliche Entscheidung trifft".

Tom Brady gewann siebenmal den Superbowl

Tom Brady ist eine Sport-Ikone der USA, es gibt kaum noch Pass-, Sieg- oder Touchdown-Rekorde, die er nicht hält. Von 2000 bis 2019 hatte der 44-Jährige für die Patriots gespielt und mit der Franchise neunmal das Finale der NFL erreicht. In der zweiten Saison nach seinem Wechsel zu den Buccaneers gewann er bei seiner zehnten Super-Bowl-Teilnahme 2021 seinen siebten Meisterschaftsring.

Der Football-Spieler ist mit dem brasilianischen Topmodel Gisele Bündchen verheiratet, das Paar hat zwei Kinder im Alter von acht und elf Jahren.

(fw/fas/afp)

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