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Nacktfotos und Escort – 5 NFL-Cheerleader packen über ihren Job aus

03.05.18, 15:44 03.05.18, 16:08

Ein ausverkauftes Stadion anheizen, das eigene Team zum Sieg pushen und mit Kunststücken tausende Mensche verzücken – Millionen Mädchen in den USA und auf der ganzen Welt wollen Chearleader werden. Dahinter stecken aber nicht nur Fleiß und Disziplin, sondern auch Ausbeutung und Belästigung. 

Eine Recherche der "New York Times" zeigt, wie die Cheerleader der Washington Redskins von Klub und Sponsoren zu speziellen Diensten gezwungen wurden, die weit über das Tanzen hinausgehen.

So werden die Cheerleader der Redskins auf dem offiziellen Instagram-Account in Szene gesetzt:

Der Vorkommnisse fanden im Jahr 2013 statt, als die Cheerleader auf einer Fotoshooting-Reise in Costa Rica waren. Wie einige von ihnen erzählen, sollten sie im "adults-only“ Occiental Grand Papagayo Resort in Culebra Bay oben ohne posieren, obwohl die Fotos im Kalender gar nicht so viel Haut zeigen sollten.

Andere Frauen sollten komplett nackt und nur mit Bodypainting angemalt sein. Wie die Cheerleader berichten, hatten sie wegen der abgeschiedenen Lage des Resorts eigentlich nichts dagegen – hätten die Redskins keine Zuschauer für das Shooting eingeladen.

Denn der Football-Klub hatte einige Sponsoren und Logen-Besitzer zum Shooting eingeladen. Alles Männer. 

Ausgewählte Frauen sollten mit in einen Nachtclub gehen

An einem Abend soll es dann dazu gekommen sein, dass der Team-Direktor neun der insgesamt 36 Tänzerinnen nach einem 14-stündigen Arbeitstag dazu zwang, die Sponsoren und VIP-Besucher in Nachtclubs zu begleiten. Vorher sollen die Sponsoren die Frauen ausgewählt haben.

Wie die New York Times weiter berichtet, sollen daraufhin zahlreiche Frauen angefangen haben zu weinen. "Sie haben uns keine Pistole an den Kopf gehalten, aber es war verpflichtend für uns, zu gehen. Wir wurden nicht gefragt, wir wurden gezwungen", wird eine der Frauen zitiert.

Die Cheerleader im Stadion:

Der Bericht der Zeitung basiert unter anderem auf Interviews mit fünf beteiligten Cheerleadern. Sie alle mussten jedoch anonym bleiben, weil sie sich bei den Redskins verpflichtet hatten, eine Vertraulichkeitsvereinbarung zu unterschreiben.

Zu Sex soll es nicht gekommen sein, schildern die Cheerleader, aber sie seien als Sexsymbole ausgenutzt worden, um die männliche Sponsoren zu erheitern.

Dass sich in Zukunft etwas ändert, glauben die Frauen nicht, wie die Aussagen von einer der Cheerleader offenbaren:

"Es ist einfach nicht richtig, Cheerleader mit fremden Männern loszuschicken, wenn die Mädchen eindeutig nicht mitgehen wollen.
Ich habe aber das Gefühl, dass sich nichts ändern wird, bis etwas Schreckliches passiert. Bis ein Mädchen in irgendeiner Weise belästigt oder vergewaltigt wird."

Eine der anonymen Cheerleader New York Times

Für die einwöchige Reise bekamen die Cheerleader übrigens nichts bezahlt – außer Transportkosten, Mahlzeiten und Unterkunft. Das offenbart ein strukturelles Problem der Branche. 

Den Traumjob "Cheerleader" gibt es nicht

Seit Jahren kritisieren Cheerleader die katastrophalen Bedingungen, unter denen sie arbeiten müssen. Bei manchen Teams verlieren die Athletinnen ihren Job, wenn sie mit den Spielern sprechen und müssen sogar ein Restaurant verlassen, sobald ein Spieler dieses betritt. Auch mit anderen Arbeitskollegen wie dem Maskottchen dürfen sie nicht sprechen. Das verdient übrigens im Schnitt 20 Mal mehr als ein Cheerleader und hat im Gegensatz zu diesen auch Anspruch auf Rente oder Krankenversicherung. (Zeit Online/Hollywoodreporter)

Nach einem Traumjob hört sich das nicht an. 

Die Washington Redskins wiesen die Vorwürfe der Frauen zurück. Stephanie Jojokian, langjährige Choreographin der Cheerleader sagte der NYT: "Ich habe niemand gezwungen zu gehen. Ich bin wie 'Mama Bär' und kümmere mich um alle, nicht nur um die Cheerleader. Wir sind eine große Familie."

Ein Sprecher der NFL sagte, dass es für das Ligabüro "keine Rolle spielt, wie die Klubs Cheerleader nutzen."

(bn)

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