GER, FIS Weltcup Ski Alpin, Garmisch 08.02.2020, Kandahar, Garmisch, GER, FIS Weltcup Ski Alpin, Abfahrt, Damen, im Bild Maria H

Maria Höfl-Riesch gehörte in ihrer aktiven Zeit als Skirennfahrerin zu den besten der Welt. Dass sie von ihrem Job leben kann, ist nicht selbstverständlich. Bild: IMAGO / Sammy Minkoff

"Richtig gut verdienen nur die Top Fünf der Welt": Maria Höfl-Riesch über Geld im Ski-Sport

Das Sportgeschäft in Europa ist eine große Branche mit hohem wirtschaftlichen Gewicht. Besonders in Deutschland sind es allerdings hauptsächlich die Vertreter einer Sportart, die finanziell in einer bequemen Lage sind: Fußballer.

Während die Profis der europäischen Topklubs im Geld schwimmen, haben Sportler in anderen Sportarten ganz andere Voraussetzungen. Die ehemalige deutsche Skirennläuferin Maria Höfl-Riesch zählte zu ihrer aktiven Zeit zu den besten Skifahrerinnen der Welt. Im "Spiegel"-Interview spricht die 36-Jährige nun über die Finanz-Verhältnisse im Profisport.

Die wenigsten Skiathleten haben mit ihrem Beruf ausgesorgt

Selbst bei einer so erfolgreichen Sportlerin wie der dreimaligen Olympiasiegerin ist es nicht garantiert, dass man für sein Leben ausgesorgt hat. Vielmehr schaffen es nur die wenigsten Skifahrerinnen und -fahrer, reich zu werden. "Man macht kein Vermögen wie die meisten Fußballspieler", sagt Höfl-Riesch.

"Wenn man aber über viele Jahre erfolgreich ist, kann man trotzdem ordentliches Geld verdienen. Wer einigermaßen vernünftig damit umgeht, kann auch nach seiner Karriere damit auskommen. Aber dafür muss man in der Spitzengruppe mitfahren. Richtig gut verdienen nur die Top Fünf der Welt, maximal die Top Zehn. Danach ist das Gefälle gleich sehr steil."

Maria Höfl-Riesch

Über ihre eigene finanzielle Situation als Profi-Skifahrerin sagt Höfl-Riesch: "Die ersten Jahre liefen sehr erfolgreich für mich. Mit 18, 19 habe ich meine ersten Weltcuprennen gewonnen und mich in der Weltspitze etabliert. Da habe ich schon so viel verdient, dass ich mir in Garmisch eine eigene Wohnung kaufen konnte, als Geldanlage."

Ein Erfolg, wie ihn Maria Höfl-Riesch erreicht hat, ist aber nicht jedem professionellen Skisportler sicher. Viele haben daher auch mit Existenzängsten zu kämpfen. Die deutsche Wintersportathletin berichtet aus eigener Erfahrung: "Mit 20 habe ich mich (...) schwer verletzt. Innerhalb eines Jahres waren beide Knie kaputt, eines war wirklich Schrott. Es hat sehr lange gedauert, bis ich wieder trainieren konnte, und ich hatte Angst, dass das gar nichts mehr wird."

Das Problem: Einen Plan B gab es nicht, weil der Gedanke daran für Sportler oft nicht förderlich ist. Leistung entsteht auch aus Willenskraft. "Gezwungenermaßen musste ich über einen nachdenken, aber ich wollte diesen Gedanken nicht zulassen. Wahrscheinlich hätte ich eine Ausbildung oder ein Studium begonnen", erklärt Höf-Riesch.

"Die Rolle von Werbepartnern wird oft überschätzt"

Im Wesentlichen setzt sich das Einkommen von Skiathleten aus Ausrüsterverträgen, Prämien und Sponsoren zusammen. Die Verteilung ist aber anders als viele denken, sagt Höfl-Riesch: "Die Rolle von Werbepartnern wird oft überschätzt. Komplett in der Hand des Athleten liegen die Ausrüsterverträge, sprich Ski-, Skischuh- und Helmfirma. Die stellen Material zur Verfügung, und es gibt eine Vergütung." Und weiter: "Der Helm ist bei uns die einzig freie Fläche für Sponsoren, die wir Athleten selbst vermarkten können." Höfl-Riesch ließ sich damals viele Jahre von Milka sponsern.

"Ich habe es mir in meiner aktiven Karriere ab und zu mal gegönnt, einen Privatjet zu mieten"

Sie hat in ihrer Karriere alles erreicht und hat es tatsächlich geschafft, viel Geld mit ihrem Beruf zu verdienen. Aber alles ist noch immer nicht drin, wie sie verrät: "Wenn Geld wirklich gar keine Rolle spielen würde, würde ich mir einen Privatjet kaufen. Ich habe es mir in meiner aktiven Karriere ab und zu mal gegönnt, einen zu mieten, wenn die Reisebedingungen zu schwierig waren. Einfach, um mehr Zeit für Regeneration zu haben."

Wenn sie von den USA zum Beispiel direkt nach Frankreich zum Weltcup reisen musste, um direkt am nächsten Tag ein Rennen zu fahren, habe ihr der Privatjet die ein oder andere mühsame Autofahrt erspart. Ein Luxus, den sich gewiss nicht jede Konkurrentin damals leisten konnte.

(vdv)

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