Tae-yong Shin bereitete seine Elf offenbar optimal vor. 
Tae-yong Shin bereitete seine Elf offenbar optimal vor. Bild: imago sportfotodienst

"Arrogant und keinen Hunger" – was Südkoreas Coach über die DFB-Stars sagte

04.07.2018, 06:02
watson sport

Das 0:2 und damit das WM-Aus der deutschen Mannschaft gegen Südkorea ist fast eine Woche her – und noch immer lodern einige Feuer beim DFB. Zwar bestätigte der Verband, dass Joachim Löw Bundestrainer bleibt, doch innerhalb des Teams sollen die kritischen Stimmen gegen Löw und Bierhoff immer lauter werden.

Vom vermeintlichen Sonderstatus für manche Profis bis zum Merkel-Besuch ist da die Rede:

In einem ist sich Löw mit seinen Spielern (und auch den Maulwürfen darunter) aber einig: "Es braucht tiefgreifende Maßnahmen, es braucht klare Veränderungen", sagte der Coach nach dem blamablen WM-Aus. 

Und jetzt kommen auch noch Details aus der südkoreanischen Kabine ans Licht, die die Debatte nur noch weiter füttern dürften.

Der südkoreanische Nationalspieler und Profi des FC Augsburg Ja-cheol Koo verriet im Gespräch mit der Sport Bild, was ihr Trainer Tae-yong Shin der südkoreanischen Elf für das Spiel gegen den Weltmeister mit auf den Weg gab:

"Er hat uns in der Besprechung vor dem Spiel gesagt, dass die deutschen Spieler die Nase weit oben haben, sie arrogant sind, schon alles gewonnen haben und nichts mehr erreichen wollen. Er sagte uns: 'Deutschland hat keinen Hunger mehr!'"
Tae-yong ShinSport Bild

Tae-yong Shin ist in Deutschland bisher eigentlich nur wegen eines Fotos bekannt, auf dem er aussieht wie eine Fashion-Kopie von Löw.

Das dürfte sich nun ändern. Denn der südkoreanische Coach spricht das aus, was ganz Deutschland schon vermutete: Die DFB-Elf war nicht gierig genug.

Das Spiel hatte unser treues Mikrowellen-Orakel übrigens anders getippt:

Video: watson/Marius Notter, Lia Haubner

Koo erzählt weiter, dass der Trainer die DFB-Elf in den ersten beiden WM-Spielen gegen Mexiko und Schweden beobachtet habe und erkannt habe, dass das Team Schwierigkeiten habe, wenn man sie hart attackiere.

"Er hat zu uns gesagt: Wenn wir noch aggressiver sind, können wir etwas holen", so Koo zur Sport Bild. "Dieses Gefühl haben wir auf den Platz gebracht." Ein Gefühl, dass man bei den Deutschen vermisste. 

Und die Südkoreaner sahen, dass die Deutschen satt waren.

"Ich habe tatsächlich gefühlt, dass Deutschland auf dem Platz keinen Hunger hatte. Sie sind nicht so viel gelaufen, waren nicht so aggressiv", schildert Koo und erklärt: "Ich habe schon während des Spiels gefühlt: Vielleicht können wir gewinnen!"

Der Rest ist schon jetzt Geschichte – und ein historisches Aus für die deutsche Nationalmannschaft. Auf das Spieler und Trainer wohl erst in zwei Jahren bei der EM auch eine befriedigende Antwort auf dem Platz geben können. 

5 WM-Maskottchen – von 1970 bis 2002

Video: Arne Siegmund, Lia Haubner

(bn)

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