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Interview

"Frühes Aus als Weltmeister ist kein Zufall" – sagt ein DFB-Sportpsychologe

Weltmeister Deutschland wird den Titel nicht verteidigen. Das ist nach dem Aus nun amtlich. Damit reiht sich das Team von Bundestrainer Joachim Löw in eine Gruppe enttäuschender Titelverteidiger ein.

Seht her:

Seit 56 Jahren konnte kein Weltmeister-Titel mehr verteidigt werden. Und überhaupt konnten nur zwei der bisherigen sieben WM-Gewinner ihren Titelgewinn vier Jahre später wiederholen: Italien 1938 und Brasilien 1962 mit dem jungen Pelé. Woran liegt das? 

Wir haben Werner Mickler gefragt. Der Sportpsychologe leitet die sportpsychologische Ausbildung für angehende Fußball-Lehrer des DFB in Köln. Er verriet uns, dass der Titelverteidiger-Fluch kein Zufall ist und die Erdogan-Debatte auch nicht gut für das Team war.

Ist es Zufall, dass bei der WM 2002, 2010, 2014 und 2018 immer der Weltmeister in der schon in der Vorrunde ausgeschieden sind?
Werner Mickler: Nein, ein frühes Aus als Weltmeister ist kein Zufall. Dahinter stecken einige Phänomene.  

Welche?
Da muss ich ausholen.

Bildnummer: 09934882  Datum: 31.08.2007  Copyright: imago/Pressefoto Baumann
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Werner Mickler bild: imago

Mit welchen Methoden kann man die Spieler gierig machen und dieses Sättigungsgefühl verhindern?
Es gibt keine Tricks. Von außen können die Leute so viel tun, wie sie wollen, aber jeder einzelne Spieler muss gegen dieses Sättigungsgefühl angehen und sich fragen: Bin ich bereit? Und: Will ich diesen ganzen Aufwand und vielleicht sogar einen noch höheren betreiben um dort wieder hin zu kommen? Jeder einzelne Spieler muss sich hinterfragen, ob er alles dafür getan hat, um dieses Ziel zu erreichen. Und wenn das einige nicht getan haben, dann leidet das ganze Team darunter. Das beste Beispiel ist Cristiano Ronaldo, der nach dem Training noch 20 Freistöße schießt, um immer weiter an sich zu arbeiten, obwohl er da oben schon steht. Andere Spieler gehen einfach duschen und dann ab nach Hause.  

"Das beste Beispiel ist Cristiano Ronaldo, der nach dem Training noch 20 Freistöße schießt, um immer weiter an sich zu arbeiten, obwohl er da oben schon steht. Andere Spieler gehen einfach duschen und dann ab nach Hause."

Sie leiten die sportpsychologische Ausbildung für angehende Fußball-Lehrer des DFB in Köln. Wie haben Sie Joachim Löw beigebracht, wie er in solchen Situationen an seine Spieler herankommen kann?
Joachim Löw war im Elite-Lehrgang für Trainer. Dort haben wir im Jahr 2000 natürlich über die unterschiedliche Motivationsmethoden und Beispiele gesprochen, aber die Herausforderung ist dies in den jeweiligen Situationen richtig anzugehen. Und ich kann nicht sagen, was er genau versucht hat. Es ist schwer das von außen zu bewerten, welche Fehler dort gemacht wurden, weil wir die ganzen Hintergründe nicht kennen.

Wie schwer wiegt die Erdogan-Debatte um Özil und Gündogan, die laut der Spieler sehr belastend gewesen sei und sich über die ganze Vorbereitung erstreckte?
Das kann ein Faktor sein. In dem Moment, wo von außen etwas kommt und darüber diskutiert wird, liegen Aufmerksamkeit und Fokus nicht mehr ganz auf der eigenen Sache. Deswegen wurde natürlich versucht, die Debatte sofort loszuwerden.

Ist so ein frühes und peinliches WM-Aus eigentlich auch ganz gut, um im Klub oder bei der EM wieder gierig auf Titel zu werden?
Das kennt ja jeder von sich selbst: Wenn wir eine böse Niederlage erlitten haben, dann sind wir erst im Tal der Tränen und denken uns dann: Das darf nie wieder passieren. Und wir arbeiten daran, dass sich die Fehler nicht wiederholen. Das ist ein Lernprozess jedes Einzelnen. So eine Niederlage kann sehr positiv für die Zukunft sein – wenn man aus dem Tal herauskommt.

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