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Bundesinnenministerin Nancy Faeser sprach beim Deutschland-Spiel gegen Japan mit dem Fifa-Präsidenten Gianni Infantino.Bild: dpa / Tom Weller
WM 2022

WM 2022: Großer Wirbel um Infantino-Geste – Faeser-Ministerium äußert sich

24.11.2022, 18:14
Helen Kleinschmidt
Helen Kleinschmidt
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Am Mittwoch fand das erste WM-Gruppenspiel Deutschlands gegen Japan (1:2) statt. Vor dem Spiel gab es hitzige Diskussionen über die "One Love"-Binde, die von der Fifa verboten wurde. Manuel Neuer lief als Kapitän der deutschen Nationalmannschaft ohne die symbolträchtige Binde auf.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hingegen trug die Binde auf der Tribüne im Stadion. Neben ihr saß Gianni Infantino, Präsident der Fifa, der sie auf die Binde angesprochen habe. "Dann habe ich ihm gesagt: 'Und ist nicht so schlimm, wie sie denken, oder?'", berichtetet Faeser.

Gianni Infantino zeigt lächelnd auf "One Love"-Binde

In den sozialen Medien kursierte daraufhin ein Foto, auf dem es so wirkt, als hätte der Fifa-Chef gar kein Problem mit der von seinem Weltverband verbotenen Binde – eher im Gegenteil. Auf dem Bild zeigt er lächelnd auf die "One Love"-Binde an Nancy Faesers Arm. Watson hat beim Bundesinnenministerium (BMI) nachgefragt, was es mit dem Foto auf sich hat.

Eine Twitter-Nutzerin kommentiert das Foto, das wohl von der Bildagentur Action Press stammt, folgendermaßen:

"Man muss sagen: Gianni Infantino ist sich für nichts zu schade. Nur spielt unsere Bundesregierung leider mit."

Ein weiteres Foto zeigt die Szene noch einmal aus einer anderen Perspektive. Dazu twittert eine Userin: "Wie sehr kann man sich auf internationaler Bühne demütigen lassen? Deutschland: Ja!"

Nancy Faeser zu Fifa-Chef: Verbot sei "großer Fehler"

Das BMI bestätigte auf Nachfrage von watson, dass der Fifa-Präsident neben Nancy Faeser gestanden und dabei auf die bunte Armbinde gezeigt habe. "Ministerin Faeser war es sehr wichtig, dieses Zeichen für Vielfalt und gegen jede Diskriminierung gestern im Stadion zu zeigen." Wie sie die Geste von Infantino bewerten, sagten sie jedoch nicht.

Faeser habe dem Fifa-Chef laut der Nachrichtenagentur dpa auch gesagt, dass sie "die Entscheidung der Fifa als großen Fehler sehe". Es sei unglaublich, was da für ein Druck auf die Fußballverbände der sieben europäischen Staaten ausgeübt worden sei, damit dieses Symbol für Vielfalt auf dem Spielfeld nicht getragen wird.

Nancy Faeser saß neben Infantino, da ein Regierungsvertreter aus Katar nicht auf der Tribüne erschienen war. Zunächst trug die Ministerin noch ein Jackett über der Binde, das sie jedoch kurz vor Beginn des Spiels auszog. In der zweiten Halbzeit habe sie die Armbinde laut BMI über ihrer Jacke getragen.

(mit Material der dpa)

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