ARCHIV - 29.06.2021, Gro
Toni Kroos beendete nach der EM 2021 seine Karriere in der deutschen Nationalmannschaft. Bild: dpa / Frank Augstein
WM 2022

WM 2022: Toni Kroos glaubt, DFB-Team noch helfen zu können und kritisiert WM-Qualität

28.11.2022, 23:4629.11.2022, 10:44

Für Toni Kroos ist die WM das erste große Turnier, das er seit seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft vom heimischen Sofa verfolgt. Und der 106-fache Nationalspieler betont in seinem Podcast "Einfach mal Luppen", den er mit seinem Bruder Felix veröffentlicht, dass es bei den bisherigen Spielen des DFB-Teams "in den Füßen gejuckt hat."

Kroos erklärt: "Wer als Fußballer da keinen Bock hat mitzuspielen, der hat auch wirklich keinen Bock mehr, Fußballer zu sein."

Wirkliche WM-Stimmung wollte bei ihm daheim bisher aber nicht aufkommen. Das lag vor allem daran, dass der Ex-Nationalspieler die verlängerte Winterpause für einen Kurzurlaub mit der Familie nutzte.

WM 2022: Kroos kritisiert das bisherige Niveau des Turniers

Doch mit der Partie des DFB-Teams am Sonntag gegen Spanien hat sich das geändert. "Ich bin jetzt in WM-Stimmung und da kann mich das ein oder andere Spiel nicht aus der Bahn bringen."

So zieht der Weltmeister von 2014 aber ein erstes ernüchterndes Fazit zum bisherigen Turnier: "Ich finde auch, dass wirklich viele Spiele die Qualität vermissen lassen."

Kroos kam dabei nochmal auf den Torwartfehler des japanischen Schlussmanns zu sprechen. Erst durch die Niederlage Japans gegen Costa Rica hat Deutschland am Donnerstag noch eine gute Chance, ins Achtelfinale einzuziehen. "Der Manu holt den mit der Kappe, die er nicht anhat", witzelt er mit Blick auf Nationaltorwart Manuel Neuer.

Lediglich "zwei, drei Spiele" fand er bisher interessant und sehenswert – darunter auch das Unentschieden des DFB-Teams gegen Spanien.

WM 2022: Kroos könnte noch Hilfe für DFB-Team sein

Felix Kroos werte das 1:1 als "positives Erlebnis und Ergebnis." Besonders im Hinblick auf die schlechte Stimmung, die nach der Niederlage gegen Japan rund um das DFB-Team herrschte.

Die taktische Herangehensweise gegen Spanien lobte Toni Kroos, doch zeitgleich war es für ihn "mit Ball lange wenig". Er wisse aus Erfahrung, dass man auch gegen Spanien mit dem Ball gut Fußball spielen kann. "Ich glaube, dass wir uns aus dem Pressing von Spanien fußballerisch selten befreit haben."

Und Kroos gab auch zu, dass er noch das Gefühl habe, der deutschen Nationalmannschaft helfen zu können. Kurz vor der Kadernominierung für das Turnier von Bundestrainer Hansi Flick war über eine überraschende Rückkehr des Mittelfeldspielers spekuliert worden.

Doch Kroos blieb daheim und lobte nun stattdessen die Reaktion des DFB-Teams auf den Rückstand. "Dann hat man das Gefühl gehabt, sie hauen alles rein." Dazu hätten auch die Einwechslungen von Leroy Sané und Niclas Füllkrug beigetragen.

Für die kommenden Spiele hat der Weltmeister von 2014 aber auch eine klare Forderung an das Team von Hansi Flick. "Ich glaube, dass mit Ball viel mehr möglich sein muss und das Spiel besser aussehen muss." Für wirklichen Erfolg beim Turnier müsse sich das Team "definitiv steigern."

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