05.12.2022, Katar, Al Rayyan: Fu
Richarlison (Nummer 9) und Neymar (Nummer 10) trafen jeweils beim deutlichen Sieg über Südkorea. Bild: AP / Manu Fernandez
WM 2022

WM 2022: Brasilien fertigt Südkorea ab – Tor-Jubel sorgen für zwiespältige Reaktionen

05.12.2022, 21:54

Titelfavorit Brasilien hat sich im Achtelfinale mit 4:1 gegen Südkorea durchgesetzt. Dabei erzielten sie wohl zwei der schönsten Treffer des Turniers.

Südkorea gab sich trotz des hohen Rückstands nie auf und kam in der zweiten Halbzeit noch zum Ehrentreffer.

Die Tore

1:0 Vinicius Junior (6.)
2:0 Neymar (13./Elfmeter)
3:0 Richarlison (28.)
4:0 Lucas Paquetá (36.)
4:1 Seung-Ho Paik (76.)

Kuriosität der Partie

Die Offensive rund um Superstar Neymar, Stürmer Richarlison, sowie Barcelonas Raphina und Real Madrids Vinicius Junior ist allein von den her Namen klangvoll. Im bisherigen Turnierverlauf war vor allem die Defensive das Prunkstück, während der Angriff etwas schwächelte – zumindest was die Chancenverwertung angeht.

Im Schnitt brauchten die Brasilianer bisher 18 Schüsse, bis sie einen Treffer erzielten. Gegen Südkorea bewiesen sie das Gegenteil: direkt der erste Schuss von Vinicius Junior landete im Tor. In den Spielen zuvor hatten sie nie einen Treffer vor der 62. Minute erzielt.

"Effektivität kannst du nicht trainieren", machte ZDF-Experte Christoph Kramer klar. Und so ging es auch munter weiter – die ersten drei Torschüsse führten zu drei Toren.

DIE Szene des Spiels

Ohne Frage das dritte Tor der Brasilianer durch Angreifer Richarlison. Eine sensationelle Kombination über mehrere Stationen schloss er eiskalt ab.

Doch das eigentliche Highlight folgte im Anschluss. Schon ihre ersten beiden Treffer feierte die Seleção mit Tanzeinlagen. Nach ihrem dritten Treffer machte dann sogar Trainer Tite mit.

Denn Richarlison feierte seine Treffer mit dem "Pigeon Dance", also dem "Taubentanz". "Der Tanz stammt aus dem Song einer Gruppe aus Rio de Janeiro aus dem Jahr 2012", erzählte der Angreifer vor vier Jahren.

Umringt vom brasilianischen Team tanzte nun auch sein 61 Jahre alter Coach.

"Tite, der Professor. Sonst stöckchensteif, jetzt macht er mit und kriegt Öl in die Hüften. Rock 'n' Roll", freute sich ZDF-Kommentator Béla Réthy.

Der Tweet des Spiels

Doch nicht alle waren von den Tanzeinlagen so begeistert wie Béla Réthy. So kommentierte die britische Fußballlegende Roy Keane, dass er fassungslos sei und sich fühle, als würde er "Strictly" schauen – die britische Version von "Let's Dance".

Für einen Nutzer war "ultra respektlos", zudem fragte er die Schiedsrichter-Experten von Collinas Erben, ob das Tanzen als provokanter Jubel gewertet werden könne.

Schon vor dem Turnier hatten die Brasilianer angekündigt, dass sie zehn Tänze einstudiert hätten, um ihre Tore zu bejubeln. Daher konnten wiederum andere nicht nachvollziehen, woher die Aufregung komme.

Zudem schrieb ein weiterer: "Nachdem Brasilianer Tore erzielen, tanzen sie...das ist wie ein Ritual und du musst sie dafür lieben."

Zahl des Spiels: 76

Nach seiner Fußverletzung im ersten Spiel war es lange fraglich, ob Neymar für die K.-o.-Runde fit werden würde. Doch er wurde es und rückte direkt wieder in die Startelf.

Sein Einfluss auf das Spiel war nicht so groß wie gewohnt, doch den Elfmeter zum 2:0 verwandelte er sicher. Damit ist er in Brasiliens ewiger Torjägerliste nur noch einen Treffer hinter Legende Pelé.

In der 80. Spielminute wurde er dann für Rodrygo ausgewechselt.

Wie es für die Teams weitergeht

Für Brasilien geht es am Freitag im Viertelfinale gegen Kroatien.

Themen
Geldgier, Macht, Diskriminierung: Wie der DFB von seiner Vergangenheit eingeholt wird
In seiner wöchentlichen Kolumne schreibt der Fanforscher Harald Lange exklusiv auf watson über die Dinge, die Fußball-Deutschland aktuell bewegen.

Der Start in das Jahr 2023 lässt sich für den Deutschen Fußballbund auf eine medienwirksame, aber sehr unglückliche Formel bringen. Die Schlagzeilen zur DFB-Führung drehen sich in den letzten Tagen um die schäbigen Grundbegriffe des modernen Fußballs: Geldgier, Macht und Diskriminierung.

Zur Story