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Die BVB-Profis Youssoufa Moukoko (v.l.), Gio Reyna, Jude Bellingham, Emre Can und Nico Schlotterbeck.Bild: www.imago-images.de / imago images
WM 2022

BVB-Star stand während der WM in der Nationalmannschaft kurz vor dem Rauswurf

13.12.2022, 17:42

Einmal bei der Fußballweltmeisterschaft dabei zu sein: Das gehört wohl zu den größten Träumen eines jeden Fußballprofis. Der BVB-Star Giovanni Reyna war einer der Glücklichen, der es zur diesjährigen WM in Katar schaffte. Der US-Amerikaner durfte immerhin 52 Minuten lang für die USA auf dem Platz stehen.

Damit verlief das WM-Erlebnis für den 20-Jährigen allerdings anders als erwartet. Es herrschte allgemeine Verwunderung darüber, dass es nicht mehr Minuten für den Mittelfeldspieler wurden. Dafür musste sich Nationaltrainer Gregg Berhalter sogar schwere Vorwürfe anhören. Wie nun ans Licht kam, soll es jedoch ganz anders gewesen sein.

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52 Minuten WM-Luft durfte Gio Reyna (l.) in Katar schnuppern.Bild: IMAGO/ZUMA Wire

Die Details in der Causa Reyna werfen kein gutes Licht auf den US-Amerikaner, der auch die portugiesische Staatsangehörigkeit besitzt. Er wäre offenbar sogar beinahe aus dem WM-Kader geflogen.

WM 2022: Reynas' Verhalten hat wohl gesamtes Team negativ beeinflusst

Aufgedeckt hat die Hintergründe die englischsprachige Sport-Webseite "The Athletic". Sie bezieht sich in seinen Enthüllungen auf Informationen von mehreren anonymen Quellen aus dem nahen Umfeld der US-amerikanischen Nationalmannschaft. Demnach sei die Entscheidung des Trainers, Reyna nur so kurz einzusetzen, nicht ohne Grund erfolgt.

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Gio Reyna saß die meiste Zeit bei der WM auf der Bank.Bild: John Todd/Isi Photos / imago images

"Reyna zeigte einen alarmierenden Mangel an Einsatz im Training vor dem Eröffnungsspiel der USA gegen Wales am 21. November sowie in einem Testspiel gegen den katarischen Klub Al Gharafa SC am 17. November", zitiert die Webseite eine Quelle. Die Quellen beschreiben weiter, wie der Mittelfeldspieler bei den Trainings im Schritttempo über den Platz "schlich": "Der Mangel an Intensität war so ausgeprägt, dass unklar war, ob Reyna sich vor einer Verletzung schützte oder nur frustriert war, dass er gegen Wales nicht in der Startelf stand".

So habe sein fehlendes Engagement die ganze Mannschaft massiv beeinträchtigt und frustriert. Mehrere erfahrene Spieler der USA hätten daraufhin mit ihm das Gespräch gesucht und ihn gerügt. Darunter Aaron Long (New York Red Bulls) und DeAndre Yedlin (Inter Miami).

BVB-Star musste sich vor gesamter Mannschaft entschuldigen

Der Unmut darüber sei so groß geworden, dass die fehlende Motivation des BVB-Stars nicht nur innerhalb der Mannschaft, sondern auch im Trainerteam thematisiert wurde. Laut Quellen endete alles in einer Entschuldigung Reynas bei seinen Mannschaftskollegen. Auf diese Idee sei der Mittelfeldspieler allerdings nicht selbst gekommen, wie die Insider beaupten. Stattdessen sei er von Gregg Berhalter und dessen Team mehrfach dazu aufgefordert worden.

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Gregg Berhalter (l.) soll Gio Reyna mehrfach gerügt haben.Bild: anp sport / imago images

"Du musst dich beim Team entschuldigen und erwähnen, warum du dich entschuldigst. Ein einfaches 'es tut mir leid' werde nicht ausreichen", hatte Berhalter auf dem "Summit on Moral Leadership" in New York verlauten lassen. Zwar hatte er keine Namen genannt. Die Vermutung liegt allerdings nahe, dass er sich damit auch auf Reyna bezog, wie "The Athletics" in diesem Zusammenhang mutmaßt.

"Bei dieser Weltmeisterschaft gab es einen Spieler, der die Anforderungen sowohl auf als auch neben dem Platz nicht erfüllte. Einer von 26, daher fiel es besonders auf", hob der 49-jährige Fußball-Trainer hervor.

Haarscharfe Entscheidung: Fast wäre Reyna aus dem Kader geflogen

Nach der Entschuldigung stand der BVB-Star offenbar weiter in der Kritik. Der Trainer kündigte Veränderungen an, weil er die Erwartungen nicht erfüllt habe.

Stundenlang sei überlegt worden, wie man im Falle des unengagierten Profis vorgehen sollte. Offenbar wäre Gio Reyna sogar beinahe aus dem Team geflogen. "Wir waren bereit, ihm ein Flugticket nach Hause zu buchen", heißt es in einem Zitat des Berichts.

Der 20-jährige Offensivspieler kann also von Glück reden, dass er dennoch in Katar dabei war. Die Entscheidung fiel haarscharf für den BVB-Profi aus, wie ein Tweet des Fox-Journalisten Jason McIntyre nahelegt: "Eine Sache, die ich bislang nicht veröffentlicht habe, ist, dass die Abstimmung, wo es darum ging, Gio Reyna nach Hause zu schicken, 13 zu 12 ausfiel", twitterte er. Knapp die Hälfte der Mitspieler hätte sich demnach für ein frühzeitiges WM-Aus des 20-Jährigen ausgesprochen. Der Journalist betitelt den Fußballer gar als "faul" und "eigennützig".

Community hat sich mehr Spielzeit für Gio Reyna gewünscht

Der Profi selbst äußerte sich noch nicht öffentlich zu den Vorwürfen. Kurz nach dem Aus der USA zeigte sich der Profi enttäuscht über den Spielverlauf: "Enttäuschendes Turnier, danke für all die Liebe und Unterstützung", schrieb er.

Die Unterstützung der Community ist ihm zumindest auf seinen Social-Media-Kanälen sicher. In den Kommentaren erhielt der Profi zahlreiche aufbauende Kommentare. Unter anderem wird dort auch kritisiert, dass er so wenig Spielzeit bei der WM hatte.

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