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Aus für den gedruckten Katalog: Ikea wird rein digital

Der erste deutsche Ikea Katalog aus dem Jahr 1974
Der erste deutsche Ikea Katalog aus dem Jahr 1974bild: ikea
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Aus für den gedruckten Katalog: Ikea wird rein digital

07.12.2020, 17:3008.12.2020, 06:52
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Nach 70 Jahren geht eine Ära zu Ende: Ikea stellt seinen Katalog ein. "Die Entscheidung ist eine Folge des veränderten Medienkonsums und Verbraucherverhaltens", erklärte Ikea-Manager Konrad Grüss. Von nun an plant das in Schweden gegründete Unternehmen, die eigenen Produkte vor allem digital vorzustellen.

Ikea-Gründer Ingvar Kamprad hatte den ersten Katalog im Jahr 1951 noch selbst zusammengestellt. 2016 wurden auf der ganzen Welt etwa 200 Millionen Exemplare in 32 Sprachen ausgeliefert — ein Rekord für das Unternehmen. Deutschland war als umsatzstärkster Markt ganz vorne dabei. Im vergangenen Jahr wurden hierzulande noch 23 Millionen Kataloge verteilt. Der aktuelle und wohl letzte Katalog hat nur noch eine Auflage von 8,5 Millionen Exemplaren.

2016 hat Ikea 200 Millionen Kataloge in die ganze Welt verschickt

"Sowohl für unsere Kunden als auch für unsere Mitarbeitenden ist der Ikea-Katalog mit unzähligen tollen Erinnerungen und Emotionen verbunden", sagt Ikea-Manager Konrad Grüss.

Im vergangenen Jahr sei der Onlinehandel bei Ikea weltweit um 45 Prozent gewachsen und mehr als vier Milliarden Nutzer haben die Webseite aufgerufen. Das Unternehmen will Kunden jetzt besser digital erreichen und entwickelt dazu eine App.

Ikea Kataloge über die Jahre
Ikea Kataloge über die Jahrebild: Ikea

Ikea will bis 2030 klimaneutral werden

Das ganze Papier für den Katalog ist nicht gut für die Umwelt – und Ikea will bis 2030 eine positive Klimabilanz vorweisen können. Allein Ikea war im Jahr 2016 für 0,1 Prozent der weltweiten Treibhausgasemission verantwortlich, das geht aus dem Ikea Klimabericht 2019 hervor. Tatsächlich ist Ikea eher spät dran mit seiner Entscheidung, den Katalog einzustellen. Der Versandhandelsriese Otto hatte bereits Ende 2018 zum letzten Mal den 656 Seiten starken Otto-Katalog verschickt.

Wem der Abschied von den Ikea-Katalogen besonders schwerfällt, dem bleibt noch eine Menge digitaler Lesestoff aus der Vergangenheit. Ikea hat sämtliche Kataloge seit dem Jahr 1950 in einem digitalen Ikea-Museum frei zur Verfügung gestellt – in der schwedischen Originalfassung.

(lfr, mit Material von dpa/AFP)

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