Britain's Queen Elizabeth II, Prince Charles, Camilla, Duchess of Cornwall, Prince Harry and Meghan, Duchess of Sussex, and Prince William and Catherine, Duchess of Cambridge attend the annual Commonwealth Service at Westminster Abbey in London, Britain March 9, 2020. Phil Harris/Pool via REUTERS

Die britischen Royals sind von den Anschuldigungen im Meghan und Harry interview noch tief bestürzt. Bild: Phil Harris/Pool via REUTERS

Analyse

Experte erklärt: Skandale für Royals nicht neu – doch eine Sache könnte zum ernsten Problem werden

Auch Tage nach dem Interview von Meghan und Harry mit der Talkmasterin Oprah Winfrey ist dieses noch in aller Munde. Schließlich haben die beiden eine wahre Bombe platzen lassen: So soll Meghan nicht nur Suizid-Gedanken während ihrer Zeit im Buckingham Palast gehabt haben, Mitglieder der Royal-Family sollen über die Hautfarbe von ihrem damals noch ungeborenen Kind gerätselt haben. Genauer gesagt, stand die Frage im Raum "wie dunkel seine Haut sein würde". Es sind schwere Rassismus-Vorwürfe, die die britischen Royals als "Firma" und Familie treffen.

Doch wie groß ist der Schaden, den Meghan und Harry mit diesem Interview angerichtet haben, wirklich? Haben sie die Familie damit zerstört oder gar die Monarchie gefährdet?

Watson sprach mit Jörn Leonhard über die britische Monarchie und wie er die aktuelle Situation beurteilt. Er ist Professor an der Universität Freiburg und hat den Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte inne.

Briten verunsichert – aber nicht wegen Meghan-Aussagen

Die Frage, was aus der Monarchie wird, beschäftige die Briten nicht erst seit dem Interview von Meghan und Harry, sagt Leonhard gegenüber watson. Auch der Brexit und die Abdankung Queen Elizabeths II. spielen hierbei eine große Rolle. Denn den Briten sei durchaus bewusst, dass die Regentschaft der Queen bald enden wird, erklärt der Experte. "Dies ist etwas, was die Briten natürlich sehr verunsichert." Die Queen sei ein Symbol Großbritanniens. Es gibt kaum jemanden auf der Welt, der das Land nicht mit der Monarchie assoziiert. "Die Monarchie ist zu einer britischen Marke geworden und nach dem Brexit umso wichtiger", so Leonhard.

Kein Wunder, dass die Briten empfindlich auf solch schwere Anschuldigungen reagieren. Schließlich wird damit eben nicht nur die königliche Familie, sondern gleich ein ganzes Volk getroffen. "Die Monarchie ist in viele Lebensbereiche integriert. Die Queen ist zum Beispiel das Oberhaupt der Anglikanischen Kirche", erklärt der Historiker. Bräche die Monarchie zusammen, stellte sich den Briten die Frage: Was bleibt dann noch? "Es wäre ein anderes Land."

"Die Queen hat so viele chaotische Familiendinge miterlebt, da reiht sich auch dieses Interview ein."

Doch die Aussagen von Meghan und Harry hätten den Royals nicht wirklich geschadet. "Die Queen hat so viele chaotische Familiendinge miterlebt, da reiht sich auch dieses Interview ein", analysiert Leonhard. Man bedenke die Scheidung ihrer eigenen Kinder, der tragische Tod von Prinzessin Diana oder der Missbrauchs-Skandal von Prinz Andrew – "davon ist Harry weit entfernt". Die britische Monarchie habe über Jahrhunderte gelernt, sich anzupassen, mit der Presse zu arbeiten und mit Skandalen umzugehen.

Rassismus-Vorwürfe könnten für Royals zum Problem werden

"Die Vorwürfe über den hohen Druck in der Familie sind nichts Neues", sagt Leonhard. Allerdings haben Harry und Meghan bei Oprah Winfrey einen ganz neuen Stein ins Rollen gebracht: Rassismus-Vorwürfe. Diese wurden vom Palast zwar bereits zurückgewiesen, doch das reicht laut dem Experten nicht aus. "Wenn die Vorwürfe nicht bereinigt werden, könnte das ein ernsthaftes Problem für die Monarchie werden", stellt Leonhard fest.

"Es ist auffällig, dass die Queen ein Statement zu dem Interview veröffentlicht hat", so Leonhard weiter. Es zeige, dass sie es ernst nimmt und ein Zeichen dafür, dass sie den Druck erkennt. Beim Thema Rassismus ist die Gesellschaft spätestens seit der "Black Lives Matter"-Bewegung und dem Tod von George Flyod stark sensibilisiert. Dieser Vorwurf trifft die royale Familie deshalb besonders hart. Hier geht es um die Frage: Haben die Royals eine Lehre aus der Dekolonialisierung gezogen? "Ich sehe keine ernste Anti-Royalistische Bewegung", so Leonhard weiter. Die Gefahr, dass die Monarchie in England abgeschafft wird, die sieht der Experte nicht. Jedoch ist es fürs britische Königshaus wichtig, für Aufklärung zu den Rassismus-Vorwürfen zu sorgen.

Thron-Nachfolger von Elizabeth II. tritt in große Fußstapfen

Wenn diese bereinigt sind, wird es am Ende eher um die Frage gehen, wie es nach Queen Elizabeth II. weitergeht. "Die Monarchie umgibt ein gewisses Geheimnis, eine Aura", erklärt der Geschichts-Professor. "Die Monarchie muss mit der Zeit gehen, aber gleichzeitig auch das Geheimnis bewahren und so beides miteinander verbinden." Die Frage nach der Queen-Regentschaft wird sein: Gelingt das ihren Nachfolgern auch?

ARD schneidet Szenen mit Jan Josef Liefers aus "Tatort" – nun reagiert der WDR

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