Prinz Harry und Prinz William sollen seit Monaten zerstritten sein – daran wird wohl auch eine Gedenkfeier für ihre verstorbene Mutter Diana nichts ändern.
Prinz Harry und Prinz William sollen seit Monaten zerstritten sein – daran wird wohl auch eine Gedenkfeier für ihre verstorbene Mutter Diana nichts ändern.
Bild: Getty Images/ WPA Pool
Analyse

"Vielleicht drückt Harry mehr auf die Tränendrüse": Adelsexperte zum Prinzenstreit vor Diana-Gedenktag

02.07.2021, 16:52

Am 1. Juli wäre Prinzessin Diana 60 Jahre alt geworden. 1997 starb die Mutter von Prinz William und Prinz Harry jedoch bei einem Autounfall in Paris, nachdem ihr Wagen von Paparazzi verfolgt worden war. Diana zu Ehren wurde an ihrem 60. Geburtstag im Sunken Garden im Kensington-Palast eine Statue enthüllt. Im Beisein der Prinzen Harry und William – was in der derzeitigen Situation der Royal Family für besondere Anspannung sorgte.

Corona-bedingt musste die Gästeliste für die feierliche Zeremonie sehr klein gehalten werden, anwesend waren neben Dianas Söhnen lediglich ihr engster Familienkreis und der Bildhauer der Statue, Ian Rank-Broadley. Der Termin dürfte für William und Harry aber nicht nur wegen ihrer verstorbenen Mutter ein schwerer gewesen sein, sondern auch wegen ihrer andauernden Differenzen.

Bei der Enthüllung wurde womöglich auch deswegen die Presse kurzfristig wieder ausgeladen, die Prinzen und Dianas Geschwister genossen den Moment ohne Live-Berichterstattung. Ein kurzer Zusammenschnitt wurde erst rund 90 Minuten nach der Zeremonie veröffentlicht, auch vorher angekündigte getrennte Reden von Harry und William gab es wenn, dann hinter Palastmauern.

Der Adelsexperte Jürgen Worlitz schätzte die angespannte Situation innerhalb der Königsfamilie gegenüber watson vor der Gedenkfeier zu Ehren Dianas ein, bewertete das Fehlen vieler Senior-Royals wie Charles oder der Queen bei dem Event und befürchtete schon, dass der Streit der Brüder die Hauptperson des Tages in den Hintergrund rücken lassen könnte. Das wussten William und Harry zu verhindern. Lest hier nochmal, wie der Royal-Kenner im Vorfeld die Zusammenhänge analysiert hat.

Prinzessin Diana mit ihren Söhnen Harry und William.
Prinzessin Diana mit ihren Söhnen Harry und William.
Bild: dpa / Martin Keene

Annäherung von William und Harry derzeit so gut wie unmöglich

Zunächst stellte Jürgen Worlitz im Gespräch mit watson fest, dass auch Harrys Reise nach London seiner Mutter zu Ehren die Brüder nicht näher zusammenführen würde: "Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn da Funkstille wäre. Aber es ist nicht so, dass sich da irgendwas Freundschaftliches anbahnt." Gemeinsame Auftritte der beiden blieben im Vorfeld der Enthüllung ebenfalls aus.

Adelsexperte Jürgen Worlitz: Damit sich Harry und William vertragen können, müsste ein ganz neuer Kurs eingeschlagen werden.
Adelsexperte Jürgen Worlitz: Damit sich Harry und William vertragen können, müsste ein ganz neuer Kurs eingeschlagen werden.
Bild: privat

Dass sich William und Harry mitten in einem tiefgreifenden Streit befinden, sah Worlitz für die Veranstaltung auch kritisch, da die Person, um die es am Donnerstag eigentlich gehen soll, nämlich die verstorbene Diana, in den Hintergrund rückt:

"Es interessiert ja gar nicht, wie die Diana-Statue aussieht, es interessiert auch nicht, wer sie gefertigt hat, ob der Standort würdig ist, sondern es interessiert eigentlich nur, wie William und Harry sich gegenseitig angucken. Das ist natürlich so eine Verlagerung, die Diana mit Sicherheit nicht gewollt hätte."

Das ahnten die Prinzen womöglich – eine Versöhnung der beiden bei der Enthüllung war aber laut des Experten unwahrscheinlich, denn das Problem der Brüder ist tiefgreifender: "Was will Harry künftig in Amerika machen? Wenn er diesen Kurs weitergeht, dann kann es nicht zu der sogenannten Versöhnung kommen, weil Harry laufend ein paar Sätze über das Königshaus ablassen muss, wenn er danach gefragt wird. Und dabei wird immer irgendetwas herauskommen, was provokant ist. Deshalb ist das eine ganz schwierige Situation."

Beim letzten Treffen sei die Situation schließlich auch hinter verschlossenen Palasttüren eskaliert: William und Harry stritten sich Medienberichten zufolge nach der Trauerzeremonie für den verstorbenen Prinzgemahl Philip. Dieses Mal hätte die Situation wieder brenzlig werden können, weil ein wichtiges Familienmitglied fehlte. "Interessant wird es, ob Kate dabei sein wird, das wird gerade noch spekuliert. Wenn sie nicht dabei ist, kann sie nicht wieder die vermittelnde Rolle einnehmen", führte Worlitz dazu aus, Kate war letztlich nicht zugegen.

Nach der Trauerfeier soll es zwischen William und Harry zum erneuten Wortgefecht gekommen sein.
Nach der Trauerfeier soll es zwischen William und Harry zum erneuten Wortgefecht gekommen sein.
Bild: ap / Victoria Jones

Getrennte Reden der Prinzen wären durchaus nachvollziehbar gewesen

Es ist seit einiger Zeit bereits bekannt, dass die beiden Brüder sich nicht auf eine Rede zu Ehren Dianas einigen konnten oder wollten. Nun gab es schließlich gar keine – Worlitz hätte darin allerdings auch die Möglichkeit für die zwei gesehen, einzelne Aspekte genauer herausheben zu können:

"Sie setzen jeder für sich die Schwerpunkte, die sie für wichtig halten. Und dann wird man eben sehen, was dabei herauskommt. Vielleicht drückt Harry mehr auf die Tränendrüse, vielleicht analysiert William mehr Dianas Bedeutung für die Monarchie."

Senior-Royals blieben der Veranstaltung fern

Die Königin, Charles, Camilla – sie alle waren nicht dabei, als die Diana-Statue feierlich enthüllt wurde. Im Falle von Charles berichtete ein Freund des Thronfolgers gegenüber der "UK Times": "Diese Momente haben das Potenzial, alte Wunden aufzureißen und bringen Erinnerungen zurück: fröhliche, traurige [und] bedauerliche." Dazu sei er mental nicht imstande gewesen, er hatte gleichzeitig sogar einen anderen, offiziellen Termin.

Worlitz verwunderte das gegenüber watson allerdings überhaupt nicht: "Ich denke mal eher, das hat andere Gründe. Charles und Diana waren geschieden, und ich weiß nicht, wie viele geschiedene Ehepartner an einer Gedenkfeier des jeweils anderen teilnehmen würden." Charles ist zudem mittlerweile länger mit seiner jetzigen Frau Camilla verheiratet als er es mit Diana war. "Das entrückt die geschiedene Ehe in eine Welt, die nicht mehr real ist. Aber Diana bleibt die Mutter der Kinder, das ist völlig klar", beschrieb er weiter.

Prinz Charles hat seinen Söhnen William und Harry bei der Diana-Statue-Enthüllung keinen persönlichen Beistand geleistet.
Prinz Charles hat seinen Söhnen William und Harry bei der Diana-Statue-Enthüllung keinen persönlichen Beistand geleistet.
Bild: Pool/Getty Images

Was Meghan in Übersee hätte planen können

Harrys Frau Meghan war bei der Enthüllung ebenfalls nicht dabei. Sie brachte erst vor rund einem Monat das zweite Kind des Paares zur Welt – nach Söhnchen Archie ein Mädchen namens Lilibet Diana.

Meghan, Harry und ihr Sohn Archie kurz nach seiner Geburt.
Meghan, Harry und ihr Sohn Archie kurz nach seiner Geburt.
Bild: WPA Pool/Getty Images

Dass die ehemalige Schauspielerin der Veranstaltung so kurz nach der Geburt fernbleibt, ist verständlich. Adelsexperte Worlitz stellte schließlich jedoch fest, dass es durchaus ein Zeichen aus der Ferne von ihr hätte geben können – eine echte Premiere zum Beispiel: "Ich erwarte durchaus, dass passend zu dem Event noch irgendetwas aus Amerika kommt. Vielleicht eine Videobotschaft von Archie und von der 'kleinen Diana' – von Lilibet." Bislang gab es für die Öffentlichkeit noch keine Bilder von der Kleinen.

Er rechnete mit etwas, das den Blickwinkel wieder mehr auf Meghan nach Übersee gelenkt hätte – und behielt damit nicht recht:

"Da ist Meghan gewieft genug, ich glaube nicht, dass sie den Tag allein den beiden Brüdern überlässt."

Nun überließ sie die kleine, verhältnismäßig unspektakuläre Zeremonie doch den beiden Brüdern und meldete sich nicht aus den USA mit neuen Fotos oder Statements. Klar ist aber zumindest, dass Meghans großer Auftritt auch noch im September nachgeholt werden könnte. Dann ist – hoffentlich mit weniger Auflagen durch die Pandemie – eine weitere Zeremonie für Diana geplant.

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