Lukas Podolski soll, wenn es nach RTL geht, angeblich in der "Supertalent"-Jury Platz nehmen.
Lukas Podolski soll, wenn es nach RTL geht, angeblich in der "Supertalent"-Jury Platz nehmen.Bild: Getty Images Europe / Lars Baron
Analyse

"Wie ein Bauchredner in der Fußballmannschaft": Weshalb Lukas Podolski als "Supertalent"-Juror durchaus Potenzial hat

30.06.2021, 07:32

Diese Meldung dürfte auch die eingefleischtesten Fans der RTL-Show "Das Supertalent" überrascht haben: Der Sender verpflichtet nach dem plötzlichen Rausschmiss des Format-Urgesteins Dieter Bohlen nun um den ehemaligen Fußballweltmeister Lukas Podolski. Der zuletzt in der Türkei aktive Kicker soll hierfür längerfristig nach Deutschland zurückkehren und die verschiedenen Talente der Kandidaten bewerten.

Was zunächst nur ein Gerücht war, wurde am Dienstag von RTL bestätigt. So wird Podolski nicht nur "Supertalent"-Juror, sondern soll bei dem Sender auch im Sport-Bereich zum Einsatz kommen. Durchaus schwierig und vor allem auch kostspielig dürfte sich das Buhlen um den berühmten Bohlen-Nachfolger für RTL gestaltet haben, da Podolski anscheinend auch Angebote von verschiedenen Fußballclubs im Ausland vorliegen hatte. Seine Fußballschuhe wollte er eigentlich noch nicht an den Nagel hängen, doch entschied sich nun doch für seinen "neuen Verein" RTL.

Dieter Bohlen saß 14 Staffeln lang beim "Supertalent" hinterm Jurorenpult.
Dieter Bohlen saß 14 Staffeln lang beim "Supertalent" hinterm Jurorenpult.Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

Medienexperte: Podolski beim "Supertalent" so sinnvoll wie Bauchredner in Fußballmannschaft

Doch wie sinnvoll ist es für RTL und das zuletzt durch eher schwache Quoten auffällige Format "Das Supertalent", einen Sportler für so eine Unterhaltungssendung zu engagieren? Der Medienexperte Ferris Bühler hatte die Gerüchte auf Nachfrage von watson so kommentiert:

"Auf den ersten Blick mag Podolski als Fußballspieler in einem Unterhaltungsformat wie dem 'Supertalent' so viel verloren haben wie ein Bauchredner in einer Fußballmannschaft. Das macht die aktuelle Diskussion natürlich desto spannender und das Format steht dadurch erneut in den Medien."
Ferris Bühler ist Medienexperte und Host des Medien-Podcast "<a target="_blank" rel="nofollow" href="https://storyradar.simplecast.com/">StoryRadar</a>".
Ferris Bühler ist Medienexperte und Host des Medien-Podcast "StoryRadar". Bild: Thomas Buchwalder

Auf den zweiten Blick, so Bühler weiter, "könnte Podolski aber durchaus passen". Nicht nur Dieter Bohlen wird aus der Jury weichen, sondern auch seine letzten Mitjuroren Bruce Darnell, Evelyn Burdecki und Chris Tall sowie die Moderatoren Victoria Swarovski und Daniel Hartwich müssen ihre Posten im Zuge einer völligen Neuausrichtung räumen.

Bühler konnte durchaus nachvollziehen, dass sich die Produktion breitgefächert nach Ersatz auch außerhalb der Unterhaltungsbranche umschaut: "Würden nun wieder die üblichen Verdächtigen in der Jury Einsitz nehmen, so wäre dies kaum spannend."

Dem Experten zufolge sollte der Sender aber vor allem auf weitere Gesichter aus der Unterhaltung setzen: "In Kombination mit bekannten Protagonisten aus dem Showbiz wie beispielsweise Hape Kerkeling könnte Podolski durchaus seinen Platz am Jury-Pult finden." Tatsächlich steht Kerkeling angeblich auch auf der "Supertalent"-Jury-Wunschliste weit oben.

Auch Hape Kerkeling liege ein Juryangebot vor.
Auch Hape Kerkeling liege ein Juryangebot vor.Bild: dpa / Caroline Seidel

Podolski bringt seine Community und Aufmerksamkeit mit

Die Vorteile, die der Fußballer RTL und der Show bringt, sah Bühler auch in dessen Reichweite. Mit über 4,5 Millionen Instagram-Followern sei er ein "Celebrity-Influencer". Bühler erläuterte:

"Damit würde er eine riesige Fangemeinde und Online-Community in die Show mit einbringen, welche dem Format sicherlich zusätzliche und vor allem Zuschauer aus neuen Segmenten bescheren würde."

Die mediale Aufmerksamkeit, die Podolski mitbringe, sei nicht zu verachten. Allerdings sah der Medienexperte den größten Vorteil für RTL darin, "dass Podolski für seine direkten Worte und knallharte Ehrlichkeit bekannt ist – perfekte Eigenschaften für einen 'Supertalent'-Juror, wenn wir uns an Bohlen erinnern", zog er schließlich ein positives Fazit.

Podolski nahm auch in der Vergangenheit selten ein Blatt vor den Mund und sorgte damit für Lacher. Seine Ehrlichkeit ist aber offenbar familienunfreundlicher als einige verbale Entgleisungen Bohlens.

Ein berühmt-berüchtigtes Beispiel für Podolskis offene Art ist wohl die Reaktion von ihm zu einem Jogi-Löw-Clip von 2016. Als er bei einer Pressekonferenz gefragt wurde, ob das virale Video des Bundestrainers, in dem es ums Kratzen an Intimstellen ging, in der Mannschaft diskutiert wurde, antwortete er ganz unverblümt: "80 Prozent von euch und auch ich, wir kraulen uns auch mal an den Eiern."

Solche erfrischenden und belustigenden Aussagen abseits des normalen PR-Sprechs erhofft sich sicherlich auch RTL von Podolskis neuer "Supertalent"-Jury-Position.

Missbrauchsvorwürfe gegen Prinz Andrew: Meghan-Vertrauter wirft Queen Doppelmoral vor

Zuletzt sorgte das britische Königshaus für Schlagzeilen, als es bekannt gab, Prinz Andrew alle militärischen Dienstgrade und royalen Schirmherrschaften zu entziehen. Zudem müsse er sich vor Gericht inmitten des Sex-Skandals um seine Person nun als privater Bürger verteidigen. Klingt erstmal so, als ginge die Spitze der britischen Monarchie besonders streng mit Prinz Andrew um. Dass sich Queen Elizabeth II. jedoch erst jetzt zu den Missbrauchsvorwürfen gegen ihren zweitältesten Sohn äußerte und somit von ihm distanzierte, sorgt bei so manchem für großen Unmut – so auch bei dem mit Herzogin Meghan befreundeten Journalist und Buchautor Omid Scobie. Dieser erhebt infolgedessen jetzt öffentlich schwere Vorwürfe gegen die Queen.

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