René Casselly und Kathrin Menzinger haben aus mehreren Gründen bei "Let's Dance" das größte Siegerpotenzial.
René Casselly und Kathrin Menzinger haben aus mehreren Gründen bei "Let's Dance" das größte Siegerpotenzial. Bild: Getty Images Europe / Joshua Sammer
Analyse

"Let's Dance"-Finale: Warum René Casselly den Sieg schon so gut wie in der Tasche hat

20.05.2022, 15:43

Heute findet das große Finale der 15. Staffel von "Let's Dance" statt. Die diesjährige Ausgabe der RTL-Show war zunächst überschattet von zahlreichen Corona-Fällen bei den Mitwirkenden, sodass sie zwischenzeitlich drohte, komplett ins Wasser zu fallen. Das konnte glücklicherweise abgewendet werden: Noch dabei sind nun die Moderatorin Janin Ullmann, der Artist René Casselly und der erste kleinwüchsige "Let's Dance"-Kandidat, Sportler Mathias Mester.

Noch ist freilich nicht klar, wer am Ende das Rennen machen und "Dancing Star 2022" werden wird. Wer sich den Titel schnappt, bestimmen zu 50 Prozent die Juroren Motsi Mabuse, Jorge González und Joachim Llambi. Die anderen 50 Prozent setzen sich aus den Zuschaueranrufen zusammen. Wer die meisten Fans hinter sich versammeln konnte, bekommt also wichtige Punkte des Publikums zu den Jury-Zählern hinzu.

Schaut man sich die Statistiken zu den vergangenen 14 Staffeln an, zeichnet sich ein interessanter Trend ab, mit dem man durchaus auch den Gewinner der diesjährigen "Let's Dance"-Ausgabe ein Stück weit vorhersagen kann. Und so viel sei jetzt schon verraten: Ein männlicher Kandidat dürfte mit der Theorie gute Chancen auf den Titel haben.

Warum Mathias Mester auf dem dritten Platz landen wird

Die Finalisten der aktuellen "Let's Dance"-Staffel könnten eigentlich nicht unterschiedlicher sein: Während sich Casselly schnell zum Favoriten gemausert hat, weil er zusammen mit Kathrin Menzinger spektakuläre Stunts aufs Parkett legt, überzeugt Ullmann in erster Linie durch stets perfekt ausgetanzte Choreografien. Bei Mathias Mesters spielt wohl auch der Fakt eine Rolle, dass er als kleinwüchsiger Kandidat imstande ist, zusammen mit Renata Lusin ebenfalls ausgefeilte Tänze zu tanzen, obwohl so ein eklatanter Größenunterschied zwischen den beiden Tanzpartnern besteht und er physische Nachteile beim Tanzen hat.

"Noch nie hat es in der Geschichte von 'Let's Dance' ein Männer-Duell gegeben."
Mathias Mester und Renata Lusin legen sich bei "Let's Dance" ins Zeug.
Mathias Mester und Renata Lusin legen sich bei "Let's Dance" ins Zeug.Bild: dpa / Rolf Vennenbernd

Auch in den vergangenen Jahren waren die Final-Shows durch unterschiedliche Prominente geprägt. Nur viermal gab es ein Finale, bei dem die letzten beiden Kandidaten weiblich waren, zuletzt allerdings vor sechs Jahren, als Victoria Swarovski und Sarah Lombardi gegeneinander antreten mussten. Zuvor in den Jahren 2012, 2010 und 2007. Noch nie hat es in der Geschichte von "Let's Dance" ein Männer-Duell gegeben und auch in diesem Jahr sieht es nicht unbedingt so aus, als würden Réne und Mathias übrig bleiben. Zu beliebt scheint die Frau im Bunde zu sein.

Leider spricht auch gegen Mathias auf dem zweiten oder gar ersten "Let's Dance"-Platz, dass in der bisherigen Geschichte der Show Prominente mit einem Handicap höchstens auf dem dritten Platz landeten: Die blinde Sängerin Joana Zimmer kam 2012 auf den vierten, der gehörlose Schauspieler Benjamin Piwko 2019 auf den dritten. Es sah jedes Mal so aus, als wollten Jury und Publikum zwar zweifellos die Leistung anerkennen, vielleicht gerade weil sie unter erschwerten Bedingungen (im Vergleich zu den anderen Kandidaten) erbracht wurde - aber in letzter Sekunde hoben sie dann doch lieber jemanden auf den Thron, bei dem dieser Faktor keine Rolle spielt.

Benjamin Piwko (ganz rechts) schaffte es als erster tauber Kandidat ins "Let's Dance"-Finale.
Benjamin Piwko (ganz rechts) schaffte es als erster tauber Kandidat ins "Let's Dance"-Finale.null / TVNOW / Gregorowius

Janin Ullmann wird sich statistisch gesehen eher den zweiten Platz holen

Insgesamt haben bei "Let's Dance" sechs Frauen und acht Männer gewonnen. Vier Siege der Frauen entfallen dabei auf die rein weiblichen Finals, bei den insgesamt zehn Mann-Frau-Duellen gelang es ihnen lediglich zweimal, sich gegen den männlichen Konkurrenten durchzusetzen: Maite Kelly schaffte es 2011 als erste gegen Moritz A. Sachs, Lili Paul-Roncalli wurde 2020 "Dancing Star" und besiegte Moritz Hans.

"Warum hatten ehrgeizige Frauen wie Ella Endlich, Valentina Pahde oder Vanessa Mai in den vergangenen Jahren das Nachsehen?"

In acht Staffeln setzte sich der Mann durch. Sollte es in diesem Jahr ein Duell zwischen Janin Ullmann und René Casselly (oder Mathias Mester) geben, stehen die Karten für sie also relativ schlecht. Aber warum hatten ehrgeizige Frauen wie Ella Endlich, Valentina Pahde oder Vanessa Mai in den vergangenen Jahren das Nachsehen?

Janin Ullmann liefert bei "Let's Dance" perfekte Leistungen ab.
Janin Ullmann liefert bei "Let's Dance" perfekte Leistungen ab.Bild: Andreas Rentz/Getty Images

Zu Bedenken gibt es hier, dass auch die Beliebtheit des jeweiligen Profi-Tänzers eine Rolle zu spielen scheint: Ekaterina Leonova gelang es 2017, 2018 und 2019 ihren männlichen Promi an die Spitze zu führen. Auch sie hat sich eine Fangemeinde aufgebaut, deren Anrufe am Ende im Finale gegen eine Promi-Dame das Zünglein an der Waage sein könnte. Das vornehmlich weibliche "Let's Dance"-Publikum könnte zudem oft größere Sympathien gegenüber dem männlichen Kandidaten haben, wie zuletzt 2021, als der ehemalige Fußballer und Male-Model Rúrik Gíslason gewann.

Rúrik Gíslason wurde 2021 "Dancing Star".
Rúrik Gíslason wurde 2021 "Dancing Star".Bild: Getty Images Europe / Andreas Rentz

Janin Ullmann tanzt in diesem Jahr mit dem "Let's Dance"-Neuling Zsolt Sándor Cseke, der womöglich noch nicht so viele Fans hat, wie die Tanzpartnerin von René Casselly, das Show-Urgestein Kathrin Menzinger. Die Choreografien, die sich Zsolt für Janin ausdenkt, sind zwar perfekt abgestimmt, sie bestechen aber eben nicht mit Saltos und anderen gewagten Einlagen, wie die von René Casselly.

René Casselly wird als "Dancing Star" aus "Let's Dance"-Staffel hervorgehen

Casselly bringt zudem die entscheidenden körperlichen Voraussetzungen für die Stunts mit: Er ist Zirkusartist und gewohnt, auf der Bühne zu performen. Die letzte weibliche Gewinnern Lili Paul-Roncalli ist Kontorsionistin und damit extrem gelenkig. Diese besondere Fähigkeit nutzte auch ihr Tanzpartner Massimo Sinató, der umso ungewohntere und spektakulärere Darbietungen zusammen mit ihr auf die Bühne bringen konnte.

Solche Besonderheiten kommen beim Publikum gut an, René Casselly hat dadurch im Finale also einen entscheidenden und bereits bewährten Vorteil. Vielversprechend klingt zudem Cassellys Ankündigung für die Sendung, die er auf Instagram mit seinen Fans teilte:

"Für das Finale wollen wir noch einen draufsetzen und Elemente zeigen, die es noch nie bei 'Let's Dance' gab – und hoffentlich nie mehr geben wird."
Szenen wie diese brachten René Casselly ins Finale von "Let's Dance".
Szenen wie diese brachten René Casselly ins Finale von "Let's Dance".Bild: Getty Images Europe / Joshua Sammer

Damit ist das Publikum wohl auch schon ein Stück weit beeinflusst und wartet umso gespannter auf seine Performance. Bei den außergewöhnlichen Tänzen scheint es dadurch auch mal okay zu sein, wenn eine Figur nicht klappt: In der Folge vom 6. Mai gelang eine Hebefigur aufgrund von fehlender Kraft nicht ganz. Hinterher bekamen sie aber die Gelegenheit, genau diese Stelle noch einmal für die Zuschauer nachzuholen. Tosender Applaus und eine Spitzenwertung waren ihnen so dennoch gewiss.

Auch die bisherige Reaktion des Studiopublikums auf René und Kathrin lässt darauf schließen, dass die beiden das beliebteste Tanzpaar bilden. Immerhin folgten auf die Tänze fast immer Zugabe-Rufe von den Zuschauerrängen. Davon konnten Mathias und Janin bislang nur träumen.

Joachim Llambi wird auch heute wieder seine gefürchteten Wertungen abgeben.
Joachim Llambi wird auch heute wieder seine gefürchteten Wertungen abgeben.Bild: dpa / Rolf Vennenbernd

Eine Überraschung würde der Show dennoch guttun

Doch trotz der Theorien und der bisherigen Statistiken ist "Let's Dance" eben eine Liveshow, in der alle möglichen unvorhersehbaren Dinge passieren können. Eine Verletzung der Promis oder auch der Profis könnte alles noch einmal ins Wanken bringen und ein anderer Kandidat dadurch glänzen. Auch vor einem Blackout sind die Mitwirkenden nicht gefeit, immerhin lastet sehr viel Druck auf ihren Schultern, im Finale abzuliefern.

Auch wenn Casselly der Favorit auf den Titel ist, so bleibt auch zu hoffen, dass es bei den Zuschaueranrufen zu einer Überraschung kommt. So würde Mathias Mesters Sieg einen besonderen Wert haben und eine absolute Premiere bei "Let's Dance" darstellen. Und auch ein Sieg von Janin Ullmann wäre im Mann-Frau-Duell eine Besonderheit. Immerhin wäre sie erst die dritte Frau, die sich gegen den männlichen Konkurrenten durchsetzen kann.

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