Rapper Samra wird der Vergewaltigung beschuldigt.

Rapper Samra wird der Vergewaltigung beschuldigt. Bisher gilt die Unschuldsvermutung. Bild: samra/instagram

Youtuberin löst mit Vergewaltigungsvorwürfen gegen Samra riesige Welle aus: Universal distanziert sich, immer mehr Frauen melden sich, der Rapper bestreitet die Anschuldigungen

In dieser Woche wurde ein schwerwiegender Vorwurf gegen den Rapper Samra laut. Die ehemalige Youtuberin Nika Irani beschuldigte ihn, sie im Jahr 2020 in einem Studio vergewaltigt zu haben. "Er hat die Tür zugeknallt und mich auf das Bett geschmissen und mich gewürgt", schilderte sie in einem ausführlichen Beitrag auf Instagram, der seither für zahlreiche Reaktionen in dem Netzwerk sorgt.

Sie verzichte aber darauf, rechtliche Schritte gegen den 26-Jährigen einzuleiten, erklärte Irani. Zu den Gründen führte sie aus: "Vier von fünf Fällen bei der Polizei kommen nicht durch und ich habe keine Lust, mit diesem Ekel in einem Gericht zu sein und mir wird von irgendeinem ekelhaften Anwalt vorgeworfen, ich wurde nicht missbraucht."

Nach diesem Beitrag diskutierten in sozialen Medien unter dem Hashtag #deutschrapmetoo zahlreiche User über sexuelle Gewalt in der Deutschrap-Szene. Viele Frauen berichten, dass sie Vergleichbares erlebt hätten. Schließlich meldete sich Samras Label Universal mit einem Statement und löschte Samras Künstler-Portfolio auf der Online-Präsenz – bis dahin war all das ohne eine Reaktion des Rappers oder eine Anzeige geschehen. Darüber zu berichten ist für Medien kompliziert, weil es eine heftige, aber unbelegte Anschuldigung ist. Bisher gilt für den Rapper auch die Unschuldsvermutung.

Nun, nach Tagen, hat auch der Beschuldigte selbst das Wort ergriffen. Zunächst äußerte sich Samra schriftlich per Instagram, dann veröffentlichte er ein längeres Video in seiner Story. Er bestreitet klar die Anschuldigungen, die Nika Irani gegen ihn erhebt.

Vorwürfe gegen Samra: Label zieht Konsequenzen

Nika Iranis Post löste eine große mediale Welle aus, Universal sah sich zum Handeln veranlasst. "Universal Media verurteilt auf das Schärfste jede Form von Gewalt", verkündete das Label am Freitag zunächst auf Instagram, dann folgten auch Konsequenzen.

"Aufgrund der Schwere der Anschuldigungen haben wir uns dazu entschlossen, die Zusammenarbeit mit dem betreffenden Künstler bis zur Klärung der Vorwürfe ruhen zu lassen", hieß es. Tatsächlich hat Universal Samras Künstlerprofil auf der offiziellen Homepage mittlerweile gelöscht. Dies geschehe zum "Schutz aller Beteiligten" und sei keine Vorverurteilung.

Bild

Universal bezieht Stellung. Bild: toyahgurl/Universal/Instagram

Universal zieht auch Nimo-Track zurück

Am selben Tag geriet das Label noch weiter unter Druck, denn ebenfalls am Freitag wurde der Track "Komm mit" von Nimo veröffentlicht. Der Song erzählt aus der Täter-Perspektive von sexueller Gewalt gegen Frauen und wird nunmehr nicht weiter verbreitet. Universal entschuldigte sich ebenso wie Nimo selbst.

"Ich möchte mich an dieser Stelle auch persönlich von jeglicher körperlichen Gewalt an Frauen und Missbrauch distanzieren und mich bei denjenigen entschuldigen, die meine Worte verletzt haben", ließ der Rapper seine Follower wissen. Wie er dann aber darauf kam, den Track überhaupt zu produzieren, sagte er nicht. Zwischenzeitlich hatten viele Nutzer bei Instagram zum Boykott von Universal aufgerufen, unter anderem der Comedian Oliver Pocher teilte den entsprechenden Aufruf über sein Profil.

Samra bestreitet Anschuldigungen

Samra schwieg zunächst bezüglich der Vorwürfe, die Nika Irani gegen ihn erhob. Schließlich ließ er am Freitagabend doch eine Stellungnahme folgen. Darin schrieb er:

"Ich habe niemanden vergewaltigt, weder die Person, die mich dessen beschuldigt, noch andere Menschen!"

Weiter verkündete Samra, er sehe sich gezwungen, "den Sachverhalt von der Staatsanwaltschaft klären zu lassen", da diejenige, die ihn beschuldige, die Sache nicht zur Anzeige bringen wolle. Auf diesem Weg möchte der Rapper, so sagt er, eine "unabhängige Aufklärung" herbeiführen. Weiter spricht er von der "härtesten Zeit im Leben meiner Familie", bittet seine Follower aber auch darum, die ihn beschuldigende Person nicht zu beleidigen.

In einem Video bekräftigte der Künstler daraufhin erneut seine Unschuld. "Ich bin gerade komplett schockiert. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin den juristischen Weg gegangen, weil ich weiß, wer ich bin und was ich gemacht habe – und was ich nicht gemacht habe", äußert er in einem langen Clip.

Der Rapper wandte sich zudem direkt an Nika Irani: "Ich weiß, dass ich kein Gentleman zu dir war, dich nicht verabschiedet und dir morgens nicht den Koffer gebracht habe, aber ich habe dich nicht vergewaltigt." Seinerseits wirft er ihr vor, durch die Anschuldigungen Lügen zu verbreiten.

Samra äußert sich bei Instagram.

Samra äußert sich bei Instagram. Bild: samra/instagram

Nika Irani wiederum teilte in der Nacht zum Samstag per Instagram-Story neun Chatverläufe mit verschiedenen Frauen, die sie kontaktiert haben und angeblich ebenfalls gewaltsame Erfahrungen mit Samra gemacht haben – oder eine andere Person kennen, der dies widerfahren ist.

#deutschrapmetoo trendet bei Social Media

Aufgrund sexistischer und gewaltverherrlichender Lyrics wird der Deutschrap immer wieder kritisiert. Nun diskutieren die Nutzer in sozialen Netzwerken darüber, inwieweit auch reale Gewalt in der Szene ein großes Thema ist: Nach den Vorwürfen gegen Samra trendete bei Twitter beispielsweise der Hashtag "deutschrapmetoo".

"#deutschrapmetoo ist schon lange überfällig", schreibt eine Userin auf der Plattform. Ein weiterer Kommentar lautet: "Mein herz geht raus an alle überlebenden von #deutschrapmetoo. Ich glaube jeder einzelnen von euch, egal ob ihr euch öffentlich äußert oder nicht."

Thematisiert wird in dem Zusammenhang auch der Fall des Rappers Moha La Squale, der von fünf Frauen der häuslichen Gewalt und Entführung beschuldigt wird und sich deswegen nun tatsächlich vor Gericht verantworten muss. Viele Schreiber fordern, dass Gewalt gegen Frauen rechtliche Konsequenzen haben und auch in der Deutschrap-Szene aufgearbeitet werden muss.

Bild

Nika Irani beschuldigt Samra der Vergewaltigung auf Instagram. Bild: playgirlnikaa/instagram

Genau dafür setzt sich auch Nika Irani ein, die noch mehr Frauen dazu ermutigen möchte, ihre Geschichte zu teilen. Auf Instagram schreibt sie: "Wenn ihr so weiter macht, immer mehr versucht zu verstehen und reflektieren, dann bin ich mir sicher, dass die Menschen auch bereit sind zu lernen und zuzuhören."

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Wie im Märchen": Dieser "Let's Dance"-Profi ist schon der zweite, der sich nach der Staffel verlobt

Dieses Jahr scheinen die Funken bei den "Let's Dance"-Stars so richtig zu sprühen. Am 28. Mai ging die mittlerweile 14. Staffel des RTL-Tanzformats zu Ende, das amtierende Siegerpaar besteht aus der Profitänzerin Renata Lusin und dem ehemaligen Fußballprofi Rúrik Gíslason.

Doch wie in jeder Staffel interessierte die Zuschauer auch, was abseits des Tanzparketts passierte – eventuell auch, welches der Profi-Promi-Paare sich während der Proben vielleicht verliebte. Immerhin ging 2020 mit Luca …

Artikel lesen
Link zum Artikel