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Virologe Martin Stürmer (rechts) erklärt, was den Ausbruch des Coronavirus' von der Sars-Epidemie unterscheidet Bild: Screenshot ZDF

Virologe erklärt bei Lanz, was Coronavirus von Sars unterscheidet

dirk krampitz

Gesundheit geht vor. Daher kommen bei Markus Lanz zunächst einmal die Experten zum Thema Coronavirus zu Wort. Erst danach geht es anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz mit zwei sehr interessanten Gästen noch einmal intensiv um dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte.

Und ein tapferer Lokalpolitiker schafft es danach tatsächlich dennoch – leider auch angesichts aktueller beunruhigender Entwicklungen – einen Bogen zu schlagen und uns hoffnungsvoll in die Nacht zu entlassen.

Zu Gast bei Markus Lanz an diesem Abend:

Jan-Philipp Sendker, der in Hongkong gelebt hat, sorgt sich um die politischen Konsequenzen der Epidemie. In ihrer Angst würden die Chinesen sehr aufmerksam auf die Reaktionen der Regierung schauen und sensibel auf Fehlinformationen reagieren. Konkreter wird es im Gespräch mit ihm irgendwie nicht.

Wir erfahren nur noch einmal, dass auf den Märkten in China die Lebensmittel und auch lebende Tiere eng bei einander gelagert und präsentiert werden.

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Die Runde vom Dienstagabend. Bild: Screenshot

Der große Unterschied zur Sars-Epidemie

Der Virologe Martin Stürmer zieht Vergleiche zur Verbreitung der Infektionskrankheit Sars in den Jahren 2002 und 2003. Elementarer Unterschied sei, dass bei dieser die Ansteckung erst nach dem Auftreten von Symptomen erfolgte, was beim Coronavirus leider auch schon ohne möglich ist.

Und, dass damals weniger Menschen per Flugreise unterwegs waren.

Der Tipp vom Experten gegen die aktuelle Tröpfcheninfektion: Regelmäßiges Händewaschen und lieber in die Armbeuge als in die Handinnenfläche oder gar prustend in den Raum zu niesen würde eigentlich schon reichen. Bekannt, aber dennoch beruhigend.

Autorin fühlt sich nicht mehr allein

Die Schriftstellerin Deborah Feldman ist in New York bei ihrer Großmutter, einer Holocaustüberlebenden, aufgewachsen. Irgendwann fand Feldmann ein Bild, auf dem ihre Großmutter auf einer Bahre liegt.

Es stammt von ihrer Befreiung aus dem KZ Bergen-Belsen und nur weil eine Freundin intervenierte, wurde die vermeintlich Tote gerade noch aus einem Berg Leichen gezogen und versorgt.

Die Großmutter versteckte nicht nur das Bild, sondern redete auch kaum über ihre Erinnerungen und den Tod ihrer 10 Geschwister.

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Empfindet große Anteilnahme in Deutschland: Deborah Feldmann. Bild: Screenshot ZDF

Deborah Feldmann aber spricht über den schwierigen und sehr bewussten Umgang mit der Vergangenheit. Sie berichtet von einem Besuch einer amerikanischen Gedenkstätte, in der besonders extreme Darstellungen von Gewalt und Verstümmelungen sie verstörten. Eine KZ-Gedenkstätte habe sie bis heute nicht besucht.

Fotografien des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, wie sie der Historiker Christoph Kreutzmüller analysiert hat und in der Sendung vorstellt, hätte sie noch nie gesehen. Als sie das feststellt, versagt ihr kurz die Stimme.

Wie sich die Jüdin Feldmann heute fühlt

Heute lebt Deborah Feldman in Berlin und empfindet eine starke Anteilnahme, unter anderem an Gedenktagen wie dem 27. Januar, der vorher keine besondere Bedeutung für sie hatte.

Schon bei ihrer Ankunft in Deutschland hätte sie es so empfunden, dass sie nun nicht mehr länger alleine mit dem traurigen Thema sei.

Angriff auf Bürgermeister von Altena

Ernste und passende Worte findet im Anschluss noch Andreas Hollstein (CDU), Bürgermeister von Altena im Sauerland. Er sieht eine deutsche Verpflichtung, dass so etwas nicht mehr passiert und auch deshalb sei er in die Politik gegangen. Hollstein wurde wegen seiner Flüchtlingspolitik 2017 Opfer einer Messerattacke.

Sein Engagement in griechischen Flüchtlingslagern und die Bereitschaft, in seiner Stadt (17.000 Einwohner) 100 Flüchtlinge mehr als zunächst vorgesehen aufzunehmen – Hollstein nennt das "unsere verdammte Pflicht" – kam nicht bei allen Mitbürgern gut an.

Bereits seit 2015 mehrten sich Drohungen gegen ihn und die üblichen üblen Beschimpfungen in den sozialen Medien. Erschreckenderweise nahmen diese sogar zu nach dem Angriff.

Politiker will weiter kämpfen

Er lässt sich davon aber bis heute nicht beirren: "Wir kämpfen um nicht weniger als unsere Demokratie." Auch wenn die Bilanz für ihn eher entmutigend sein könnte: Sein Angreifer wurde zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt, da eine Tötungsabsicht nicht klar nachgewiesen werden konnte.

Das Messer touchierte zwar seine Halsschlagader, der Täter wollte es aber nur zu Selbstverteidigungszwecken dabeigehabt haben. Psychische Beeinträchtigung mag auch eine Rolle gespielt haben und Andreas Hollstein hat es so für sich abgehakt: "Täter sind die, die solche labilen Menschen beeinflussen."

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Andreas Hollstein macht Demokraten Mut: "Wir sind nicht hilflos." Bild: Screnshot ZDF

Bedenklicher findet er die Entwicklung der Kommunikation in den Sozialen Medien, die er wiederholt als "Echoräume der Algorithmen" bezeichnet. 8.000 Beleidigungen und Drohungen hat er bereits angezeigt, nur 67 davon wurden als bedenklich vom Staatsschutz untersucht und 37 schließlich an die Staatsanwaltschaft zur weiteren Ermittlung weitergeleitet. Zur Anklage oder Verurteilung kam es bisher in keinem Fall.

Schön, dass Andreas Hollstein sich dem dennoch weiter aussetzen möchte und nun sogar zur Bürgermeisterwahl von Dortmund antritt.

"Wir sind nicht hilflos", stellt er fest und setzt weiterhin auf eine Zivilgesellschaft, die sich einmischt und einbringt.

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