Tag 1: Dschungelpr

Kandidatin Zoe Saip während ihrer Aufgabe mit mehreren Tieren im Wasserbecken. TVNOW / Stefan Gregorowius

Dschungelcamp

Tier bei "Dschungelshow" "qualvoll gestorben"? RTL reagiert auf Peta-Vorwürfe

Die Teilnehmer setzen sich eine Glocke mit Ratten auf den Kopf oder stehen in einem Wasserbecken mit Schlangen und Echsen – an den Prüfungen bei "Ich bin ein Star – holt mich hier raus" hat sich auch dieses Jahr wenig geändert. Zwar findet die "Dschungelshow" wegen Corona nicht in Australien, sondern in einem Studio in Köln statt. Exotische Tiere gehören aber weiter zum festen Bestandteil im RTL-Dschungel-Kosmos.

Das scheint nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für die Tiere ein extremer Stressfaktor zu sein. Die Tierrechtsorganisation Peta warf RTL nun vor, dass eine Echse während einer Dschungelprüfung "qualvoll" gestorben sei. RTL wehrt sich gegenüber watson gegen die Vorwürfe.

Peta: Echse bei Dschungelprüfung "qualvoll gestorben"

Was ist genau passiert? Während der ersten Folge musste die Kandidatin Zoe Saip eine Aufgabe in einem Wassertank erledigen, in dem verschiedene Tiere waren.

"Die Tiere waren sichtlich gestresst und versuchten verzweifelt, aus dem Wasser zu kommen", beschreibt Peta die Dschungelprüfung auf seiner Website. Und weiter: "Am Ende der Prüfung war eine Echse, offenbar eine Grüne Wasseragame, tot. Im Tank von Zoe Saip war das Tier mit dem Bauch nach oben regungslos zu sehen." Peta erklärte auf Anfrage weiter, dass die Tierart nicht dafür bekannt sei, sich tot zu stellen um Gefahren zu entgehen.

Peta teilt dazu einen Screenshot aus der RTL-Sendung, auf dem die Echse zu sehen ist:

Bei dem Tier handelte sich laut Peta offenbar um eine Grüne Wasseragame. Die Tiere sind bekannt dafür, besonders anfällig für Stress zu sein.

Peta fordert Konsequenzen: "Da die Dschungelshow erstmalig in Deutschland gedreht und produziert wird, haben wir Anzeige beim zuständigen Veterinäramt gegen die Produktionsfirma ITV Studios Germany erstattet." Die Behörde werde aufgefordert, weitere Tiernutzungen in der Sendung zu untersagen, teilte Peta weiter mit.

RTL weist Vorwurf zurück: Alle Wasseragamen leben noch

RTL jedoch stellt den Fall völlig anders dar. "Kein Tier ist während der Dreharbeiten zu Schaden gekommen. Alle Tiere sind wohlauf", versicherte ein RTL-Sprecher gegenüber watson mit. Bei dem von Peta gezeigten Tier handele es sich tatsächlich um eine Wasseragame. Der RTL-Sprecher bestreitet jedoch, dass das Tier gestorben sei: "Keine Wasseragame ist während des Drehs zu Schaden gekommen. Allen Tieren geht es gut."

Der Sender wies auch den Vorwurf der Tierquälerei zurück und gab an, dass das Tierwohl bei der Produktion im Fokus stehe. "Die Tiere sind über Wochen auf die Prüfungen und den Kontakt mit Menschen vorbereitet worden. Von Tierquälerei kann daher in diesem Zusammenhang keine Rede sein."

Zudem seien während der Drehs immer Fachleute anwesend, beispielsweise eine Tierlehrerin, ein ausgebildeter Tierpfleger sowie mehrere Tierpflegehelfer. Es werde darauf geachtet, dass die Tiere erst direkt vor dem Dreh an ihren Ort gebracht werden und danach schnellstmöglich wieder in ihre Terrarien gesetzt werden. Zudem "werden keine Tiere aus freier Wildbahn verwendet", gab RTL bekannt.

Peta geht weiterhin vom Tod der Echse aus

Seit inzwischen über 14 Jahren ist es ein Markenzeichen der Show, dass exotische Tiere Teil verschiedener Aufgaben sind, die die Teilnehmer erledigen müssen. Peta hatte dies bereits mehrfach kritisiert. Auf ihrer Website beschreibt die Organisation, dass Reptilien äußerst empfindlich auf Stress reagieren und absolute Ruhe brauchen.

Watson hat bei Peta nachgefragt, was die Organisation zu den Worten von RTL sagt – und zur laut Sender doch nicht verstorbenen Echse. Peta gegenüber watson:

" Reptilien sind sehr empfindliche Wildtiere. Schon eine ungewohnte Umgebung und leichte Erschütterungen bedeuten enormen Stress für sie. Der im Video gezeigte Umgang mit ihnen ist Tierquälerei. Sie haben keine Fluchtmöglichkeit, schwimmen nervös durch die Becken und versuchen zu entkommen. Bei Minute 3:14 ist eine regungslose, auf dem Bauch treibende Agame zu sehen, vermutlich eine Grüne Wasseragame. Diese Tierart gilt als besonders stressanfällig. Sie sind nicht dafür bekannt, sich tot zu stellen, um Gefahren zu entgehen. Wir gehen davon aus, dass sie leider tot ist."

Nachdem sich Freitagnacht mehrere Zuschauer empört an die Organisation gewandt hatten, habe man das Videomaterial gesichtet und sich schließlich an die Behörden gewendet, erklärt Peta. "Das Veterinäramt des Rhein-Erft-Kreises hat uns gestern mitgeteilt, dass unserer Anzeige gegen die Produktionsfirma ITV Studios Germany nun nachgegangen wird. Wir beharren auf unserer Forderung – auch angesichts früherer Sendungen in Australien –, bei denen Insekten bei Prüfungen zerquetscht wurden, dass keine Tiere mehr für Dschungelprüfungen verwendet werden."

(pas)

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