Matthias Mangiapane

Matthias Mangiapane war selbst Dschungelcamp-Kandidat. Bild: MG RTL D

Exklusiv

"Weichspüler-WG": Ex-Dschungelcamper mit hartem Urteil über "Dschungelshow"-Kandidaten

Das Dschungelcamp muss dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie anders stattfinden als sonst. Statt in Australien wird in Deutschland gedreht. Statt Klappbetten am Lagerfeuer gibt es für die Kandidaten ein Tiny House. Ziemlich ungewohnt und mitunter auch etwas langweilig. Das alternative Dschungel-Konzept kommt nämlich nicht bei allen gut an. Im Netz kritisierten Fans vor allem die zahlreichen Rückblicke auf alte Staffeln. Und auch, dass nur jeweils drei Kandidaten zusammen in dem kleinen Häuschen wohnen, stößt auf Unverständnis.

Watson fragte bei Ex-Dschungelcamper Matthias Mangiapane nach, was er nach den ersten Folgen der "Dschungelshow" von dem Ersatz-Format und den Kandidaten hält. Einiges stößt auch bei dem Kandidaten von 2018 auf Unverständnis – vor allem die erste Publikumsentscheidung.

watson: Was sagst du zum Ersatz-Dschungelcamp-Konzept?

Matthias Mangiapane: Es ist eben nicht das Dschungelcamp. Das wussten wir alle. Aber ich finde, dass es angesichts der Pandemie ein schöner Ersatz ist – wenigstens ein kleines bisschen typisches Dschungel-Feeling, worauf wir Mitte Januar eben immer warten. Es ist eine sehr gute Lösung, mir gefallen auch die Rückblicke mit den ehemaligen Dschungelcamp-Kandidaten und die Gespräche mit ihnen im Studio.

Im Netz hingegen lästern viele Fans, dass die ehemaligen Dschungelcamper viel zu viel Sendezeit bekommen. Kannst du das nachvollziehen?

Man muss ja ganz klar sagen, dass es in dem Tiny House nicht viele Möglichkeiten gibt, für Unterhaltung zu sorgen. Wir haben ja großes Glück, dass wir jeden Tag eine Dschungeleignungsprüfung haben, ansonsten finde ich, liegt es natürlich auch etwas an den Kandidaten.

Mike Heiter, Zoe Saip und Frank Fussbroich bei einer ihrer

Mike Heiter, Zoe Saip und Frank Fussbroich waren die ersten Kandidaten der "Dschungelshow". Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

Inwiefern?

Egal, was Mike Heiter für ein Sympathieträger ist und auch in den Dschungelprüfungen abliefert, aber er ist mir für den Dschungel ein bisschen zu glatt. Wir brauchen im Dschungel Menschen, die unterhalten, die polarisieren, die anecken. Da muss ich sagen, auch wenn viele nach der ersten Dschungelprüfung Zoe so verurteilt habe, dass es eigentlich genau das ist, was die Dschungel-Zuschauer sehen wollen.

"Die Leute haben sich über mich aufgeregt und trotzdem immer wieder eingeschaltet."

Und das wäre?

Die Zuschauer wollen jemanden sehen, der mit den anderen Bewohnern aneckt und der in den Prüfungen keine Meisterleistungen hinlegt, sondern sich ekelt und sich am Ende eventuell noch übergibt oder schlimmstenfalls abbricht. Das ist doch das, was diesen Voyeurismus des Dschungels ausmacht. Jeder, der den Dschungel guckt, ist doch ein kleiner Voyeur, der sich am Elend der anderen erfreut oder ergötzt. So war es bei mir ja auch. Die Leute haben sich über mich aufgeregt und trotzdem immer wieder eingeschaltet, um zu sehen, was ich da mache. Und das wichtigste: Jeder kann sich auch an mich erinnern.

Also lieber polarisieren als jedem gefallen?

Man braucht einfach Charaktere, die ihre Meinung raushauen. Da wäre es die bessere Lösung gewesen, einen Frank Fussbroich mit ins Halbfinale zu nehmen, als einen Mike Heiter. Denn Frank eckt an und würde im Camp genauso polarisieren wie im Haus. Das ist das, wovon der Dschungel lebt. Es guckt schließlich niemand den Dschungel, weil er Kandidaten sehen will, die Topflappen in der Ecke stricken oder sich alle lieb haben.

Glaubst du, die Zuschauer werden das bei den künftigen Entscheidungen anders bewerten und anders entscheiden?

Da gehe ich ganz stark von aus, dass die Zuschauer wach werden und sich denken, was wollen wir im Dschungelcamp wirklich sehen? Wenn man die Kommentare teilweise im Netz liest, schreiben viele bereits, dass sie hoffen, dass Zoe ins Camp einzieht, weil sie auf viele Ausraster und hysterische Anfälle in den Prüfungen hoffen. Da merkt man genau, wo die Reise hingeht.

Ist Mike deiner Meinung nach zu lieb für den Dschungel?

Mike ist absolut ein Sympathieträger, ist ein Sunnyboy und sieht gut aus, aber man sieht es ja auch an der Konstellation mit der Ex-Freundin, also mit Elena Miras, dass Elena diejenige war, die den Dschungelcamp-Deal zuerst hatte. Und warum? Weil sie im "Sommerhaus der Stars" so stark polarisiert hat, sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen hat, weil sie zum einen ihm die Meinung gesagt hat und zum anderen sich auch von anderen Kandidaten nichts hat bieten lassen. Sie hat ihre Frau gestanden und das ist genau das, was wir im Dschungelcamp brauchen. Von solchen Charakteren brauchen wir am meisten. Aber natürlich brauchen wir eine Konstellation, in der es auch Introvertierte gibt – keine Frage.

"Das, was in dem Haus in Hürth abgeht, ist eine Weichspüler-WG."

Ist es ein Fehler, dass nicht gleich alle 12 Kandidaten zusammen sind?

Ich hätte mir gewünscht, dass alle zwölf auf einmal im Haus sind. Klar, dann hätte man das Haus größer machen müssen, aber ich glaube, man hätte besser die Ruhigen, die Introvertierten herauskristallisieren können. Denn irgendjemanden gibt es bei zwölf Kandidaten, mit dem man nicht klarkommt. Jemand, der dich schon aufregt, wenn er nur atmet. Bei drei Leuten ist es hingegen grundsätzlich so, dass sich zwei verstehen werden und einer der Depp ist.

Meinst du, darauf zielt auch das Konzept ab?

So ein kleines bisschen denke ich schon. RTL hat sich bei dem Konzept ja auch etwas gedacht, aber unterhaltungsmäßig wäre es für uns Zuschauer und für uns Ex-Dschungelcamper interessanter, alle zwölf Charaktere in einem Camp oder Haus zu haben, um wirklich zu sehen, was da los ist. Das, was in dem Haus in Hürth abgeht, ist eine Weichspüler-WG. Man muss ganz klar sagen, dass das nicht vergleichbar ist mit den Zuständen und Umständen, die wir im Dschungelcamp haben.

Hättest du dir einen anderen Cast gewünscht?

Was mir ein bisschen fehlt, ist jemand, der richtig aktiv und extrem präsent ist – ein kleiner Hochkaräter. Das hatten wir bislang in allen Staffeln. Jemand, der jeder kennt. Bei mir in der Staffel war es eine Natascha Ochsenknecht. Ich selbst war, muss ich ehrlich sagen, das kleinste Licht. Ich bin erst durch den Dschungel bekannt geworden. Aber in diesem Cast fehlt mir das.

Bea Fiedler

Bea Fiedler ist die älteste Kandidatin. Bild: screenshot rtl

Wen hältst du hier am ehesten für den "Hochkaräter"?

Die einzige, die wahrscheinlich viele aus der älteren Generation noch kennen, ist Bea Fiedler. Ich verbuche Bea Fiedler dennoch eher in der Kategorie Senioren oder Good-Oldies. Ich glaube, die wenigsten bis Mitte 30 kennen sie noch. Ansonsten gibt es dieses Mal sehr viele Newcomer. Ich weiß nicht, ob viele wissen, wer Sam Dylan ist oder Lars Tönsfeuerborn. Wo sind die beiden bis jetzt in Erscheinung getreten? Lars abgesehen von "Prince Charming" doch nirgends.

"Maybrit Illner": Lauterbach warnt vor Tragödie und versteht Debatte um Notbremse nicht

Bewegen wir uns mit Merkels verspäteter Notbremse vom Dauer-Streit zum Dauer-Lockdown? Diese Frage diskutierte am Donnerstagabend Maybrit Illner mit ihren Gästen. Und eines steht nach der ZDF-Sendung jedenfalls fest: Gestritten wurde ordentlich. Ob der ewige Streit um die Corona-Maßnahmen uns auch einen Dauer-Lockdown bescheren wird, bleibt offen.

Vize-Kanzler Olaf Scholz jedenfalls stand bei "Maybrit Illner" fest hinter der Einführung einer bundesweiten Notbremse. Christian Lindner dagegen …

Artikel lesen
Link zum Artikel