Unterhaltung
Bild

Im vergangenen Jahr feierten 70.000 Menschen bei "Rock im Park". Bild: imago images / STAR-MEDIA

Exklusiv

"Rock im Park" soll trotz Corona stattfinden – das sagt die Stadt Nürnberg dazu

Mittlerweile sind über 80.000 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert, es gibt über 1.000 Todesfälle. Weltweit wurde bei über einer Million Menschen der Virus nachgewiesen. Im Kampf gegen die Pandemie wurden weitere drastische Maßnahmen wie die Schließung von Restaurants, Bars und Friseurläden vorgenommen. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt einen Mindestabstand von zwei Metern zwischen Personen.

Großveranstaltungen wie der ESC, die Fußball-EM oder auch die Olympischen Spiele wurden bereits abgesagt. Dennoch halten die Veranstalter des Zwillingsfestivals "Rock am Ring" und "Rock im Park" weiter an den Großveranstaltungen in der Eifel und in Nürnberg fest. Geplant sind die Megaevents vom 5. bis 7. Juni. Allein im letzten Jahr hatte "Rock am Ring" 86.000 Besucher und "Rock im Park" bis zu 70.000.

Die Stadt Nürnberg betont, dass sie eigene Veranstaltungen abgesagt hat und richtet mahnende Worte

In Nürnberg am Zeppelinfeld ist das Festival "Rock am Park" geplant. Die Stadtverwaltung zeigt sich dem gegenüber allerdings skeptisch. Eine Sprecherin erklärte watson:

"Die Stadt Nürnberg hat ihre eigenen Veranstaltungen in den nächsten zwei Monaten abgesagt. Planungen von anderen Veranstaltern geschehen auf eigenes Risiko. Die jeweils geltenden Regelungen sind einzuhalten, Verstöße ahndet die Polizei."

"Eigenes Risiko" und "Verstöße ahndet die Polizei" – die Botschaft hinter diesen Worten ist deutlich.

Über eine potentielle Absage von geplanten Veranstaltungen werde die Gesundheitsbehörde entscheiden, heißt es weiter. Bis zum 19. April gelten die vorläufigen Ausgangsbeschränkungen, die von allen einzuhalten seien. "Welche Maßnahmen die Staatsregierung im Anschluss und in den folgenden Wochen treffen wird, bleibt abzuwarten", so die Sprecherin weiter.

Nürburg nimmt keinen Einfluss auf weitere Planung

Am Nürburgring ist das Megaevent "Rock am Ring" vorgesehen. Auf Anfrage von watson teilte die Gemeinde mit: "Vonseiten der Ortsgemeindeverwaltung Nürburg haben wir hier keinerlei Einfluss auf die Planungen der Veranstalter der Festivals, da wir nicht die Genehmigungsbehörde sind."

Weiter wird angemerkt, dass die allgemeine Kontaktsperre und auch die übrigen Einschränkungen des öffentlichen Lebens bis einschließlich 19. April gelten. "Darüber hinaus gehende Maßnahmen sind uns derzeit nicht bekannt und entziehen sich komplett unserem aktuellen Kenntnisstand", so die Gemeinde Nürburg.

Das sagen die Veranstalter von "Rock im Park" und "Rock am Ring"

Aber warum gehen die Festival-Planungen trotz Corona-Krise und den derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen weiter? Eine Sprecherin, deren Agentur für beide Events verantwortlich ist, teilte watson mit:

"'Rock am Ring' und 'Rock im Park' finden nach derzeitigem Stand wie geplant statt und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wir beobachten die Situation natürlich aufmerksam und werden den Anweisungen der Gesundheitsbehörden folgen."

Und weiter: "Dabei hat die Gesundheit von Künstlern, Fans und Mitarbeitern für die Veranstalter der Festivals oberste Priorität und steht bei allen Überlegungen stets an erster Stelle."

Wie die Deutsche Presse-Agentur weiter berichtet, seien online übertragene Konzerte ohne Publikum vor Ort für die Festivalmacher keine Option. Zu den Veranstaltungen werden Bands wie Volbeat, Green Day oder System Of A Down erwartet.

Im Juni feiert das Festival "Rock am Ring" zudem sein 35-jähriges und "Rock im Park" sein 25-jähriges Bestehen.

Virologe rechnet mit weiteren Vorsichtsmaßnahmen

Als deutsche Acts werden Rea Garvey, KC Rebell & Summer Cem oder Trettmann erwartet. Die Künstler haben sich auf Anfrage von watson nicht zu ihrer Teilnahme oder den Risiken einer Massenveranstaltung geäußert.

Doch wie schätzt ein Fachmann ein solches Risiko ein? Ist die Pandemie in zwei Monaten gar überstanden? Virologe Norbert Tautz von der Universität Lübeck sagte watson dazu:

"Zum aktuellen Zeitpunkt fahren wir alle 'auf Sicht'. Es ist hochspekulativ, wie die Lage zu diesem Zeitpunkt sein wird. Ich würde erwarten, dass man ab Mai versuchen wird, Schritt für Schritt wieder in Richtung Normalbetrieb zu gehen."

Zudem meinte Tautz: "Die Genehmigung von Großveranstaltungen Anfang Juni erscheint mir aus dieser Perspektive unwahrscheinlich, das wird vermutlich am Ende des Normalisierungsprozesses stehen. Aber das sind politische Entscheidungen." Diese Pandemie sei im Juni "sicher nicht vorbei", gab er zu bedenken: "Wir werden für die nächsten Monate auf jeden Fall weiterhin Vorsichtsmaßnahmen einhalten müssen."

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • BergvomBerge 04.04.2020 12:17
    Highlight Highlight Bitte genau sein:
    Ja, es sind über 80.000 mit dem Corona-Virus infiziert, aber diese Zahl meint eigentlich: 80.000 positiv Geteste.
    Und es sind nicht 1000 Menschen DURCH das Virus gestorben, sondern MIT dem Virus: Jeder Gestorbene, bei dem post mortem das Virus festgestellt wird, wird - egal, woran er TATSÄCHLICH gestorben ist - als Corona-Toter gezählt (vgl. hierzu die Pressekonferenz des RKI am 20.3.). - Aus meiner persönlichen Sicht ist das problematisch und trägt nicht zur Transparenz bei; wie auch immer: Ein Nachrichtenportal sollte diese Tatsache explizit erwähnen. DANKE.

Exklusiv

Dietmar Bartsch: "Sonst wird Söder wirklich noch Kanzler. Das will ich verhindern"

Keine guten Zeiten für die Linke. Im Gegensatz zu den Regierungsparteien konnte sie in den vergangenen Wochen nicht punkten und liegt unverändert bei neun Prozent in den Umfragen. Dabei gäbe es Themen genug: Pflegenotstand, geschlossene Kitas und soziale Ungerechtigkeit bei den Wirtschaftshilfen.

Doch stattdessen dominieren die missverständlichen Äußerungen von Thüringens Landeschefs Bodo Ramelow die Schlagzeilen. Der hatte das Ende von landesweiten Corona-Maßnahmen gefordert.

Höchste Zeit, den …

Artikel lesen
Link zum Artikel