"Die Bande aus der Baker Street" wurde vorzeitig abgesetzt, obwohl die Serie beständig in den Top 10 von Netflix vertreten war. Bild: Netflix

"Die Bande aus der Baker Street" bei Netflix nach einer Staffel abgesetzt – was dahinterstecken könnte

Mit "Die Bande aus der Baker Street" legte Netflix in diesem Jahr eine ungewöhnliche Interpretation der Sherlock-Holmes-Geschichte vor, mit einer Gruppe junger Detektive im Mittelpunkt. Die Serie schaffte es nach ihrer Veröffentlichung schnell in die deutschen Top-10 des Streaming-Diensts und hielt sich dort über Wochen beständig. Auch in anderen Ländern eroberte die britische Produktion die Charts.

Umso überraschender vermeldet nun "Deadline" die Absetzung der Show nach nur einer Staffel. Zu den Gründen äußerte sich der VoD-Anbieter bislang nicht näher, jedoch lassen sich schnell Vermutungen darüber anstellen, was zu dem Schritt geführt haben könnte.

"Baker Street": Ein umstrittenes Netflix-Projekt

Eine Serie, die bei Netflix von sehr vielen geschaut wird, bekommt auch eine zweite Staffel – zumindest liegt diese Einschätzung erst einmal nahe und oft trifft sie auch zu. "Baker Street" jedoch erhielt im Internet auch viel negative Kritik, die über das angeblich zu dunkle Bild à la "Game of Thrones" bis hin zu dem durchwachsenen Genre-Mix reichte. Durch seinen unkonventionellen Ansatz machte sich die Serie zugleich angreifbar.

Dementsprechend zeigen sich viele User bei "Reddit" nun auch nicht unbedingt traurig über die Absetzung. "Den Müll wären wir los", lautet dort beispielsweise ein vernichtendes Urteil. Ein anderer Nutzer schreibt, dass er ohnehin nicht über Folge eins hinauskam. Auch in den Kommentaren bei "Deadline" wird darauf hingewiesen, dass den soliden Zuschauerzahlen schlechte Wertungen auf Seiten wie "imdb" gegenüberstehen.

Das mäßige Feedback könnte für Netflix durchaus ein wichtiger Faktor gewesen sein. Führte bei Staffel eins vermutlich vor allem die zielgruppenbedingte Neugier dazu, dass eine Menge Abonnenten bei "Die Bande aus der Baker Street" reinschauten, dürfte das Interesse bei weiteren Folgen schon merklich abebben. Der Streaming-Dienst wiederum ist natürlich darauf bedacht, das Risiko für einen künftigen Flop möglichst gering zu halten.

Das Rätsel um die Netflix-Statistiken

Hinzukommt, dass die Netflix-Top-10 für sich alleinstehend im Grunde ohnehin nicht allzu aussagekräftig sind, zumal die genauen Zahlen und Auswertungsmechanismen dahinter weitgehend ein Rätsel bleiben. Womöglich haben viele Kunden zwar damit begonnen, die Serie zu streamen, aber eine hohe Prozentzahl könnte auch schnell wieder abgebrochen haben. Dies wäre für den Anbieter definitiv ein Alarmsignal, das gegen eine Verlängerung spricht.

Ebenso auffallend: "Die Bande aus der Baker Street" sorgte auch nicht für einen medialen Wirbel, der mit dem um "Bridgerton" oder "Lupin" vergleichbar wäre. Derartige Prestige-Projekte nehmen bei Netflix aber eine immer größere Rolle ein. Was eher "nebenher" läuft, wird hingegen schon auch mal prompt abgesägt. Ohnehin geht die allgemeine Tendenz dahin, dass Serien (selbst die erfolgreichen!) es nur selten noch auf mehr als drei Staffeln bringen.

Leider ist nicht davon auszugehen, dass Netflix noch eine offizielle Begründung für die vorzeitige Absetzung hinterherschiebt. Dass die Serie unterm Strich einfach nicht rentabel war, liegt aber nahe.

(ju)

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